HOME

Filmstart von "Happy New Year": Neujahrstrubel im Big Apple

Sarah Jessica Parker, Michelle Pfeiffer, Ashton Kutcher, Til Schweiger und viele andere Stars feiern den letzten Tag des Jahres in der Stadt, die niemals schläft. In New York City hat Garry Marshall eine bunte Romantic Comedy in Szene gesetzt.

Kinotrailer: "Happy New Year"

Leute mit hoffnungsvoller Erwartung auf der einen, Silvester-Muffel auf der anderen Seite. Es geht um Neujahrs-Babys und die ersten guten Vorsätze fürs Neue Jahr, um zweite Chancen und unerwartete Dates in Garry Marshalls romantischer, in New York gedrehter Komödie. Wie schon "Valentinstag", Marshalls vorheriger Film, wartet auch "Happy New Year" mit einem attraktivem Cast auf: Von einem Jon Bon Jovi über Jessica Biel und Zac Efron bis hin zu Hollywood-Größen vom Schlage eines Robert De Niro.

Zwar trifft sich die halbe Welt zu Silvester in New York City, Marshall aber konzentriert sich auf spezielle, letztlich jedoch ganz alltägliche Momente: Auf einen Ashton Kutcher etwa, der zwischen den Jahren im Fahrstuhl stecken bleibt, einen Jon Bon Jovi, der um eine neue Chance bittet bei Katherine Heigl, eine überfürsorgliche Mutter (Sarah Jessica Parker), eine mitfühlende Ärztin (Halle Berry), eine gestresste Hilary Swank: Sie ist zuständig für den großen Silvester-Event am Times Square. Und es geht um Til Schweiger, der sich in einem absurden Duell befindet: Wer bekommt die 25.000 Dollar fürs erste Baby 2012?

Marshalls Film ist auch eine Hommage an seine Geburtsstadt, der Regisseur (Jahrgang 1934) stammt aus der Bronx. Beginn der Dreharbeiten war am Times Square während der Feierlichkeiten zu Silvester 2010. Andere Originalschauplätze sollten folgen: Von der legendären Radio City Music Hall bis zum Queens Museum. Selbst Michael Bloomberg, Bürgermeister der Stadt New York, hat seinen Auftritt in "Happy New Year".

In filmerischen Liebesdingen versiert

Zwei Performances ragen heraus aus dem quirligen, phasenweise aber nur mittelmäßigen Spiel all der hier versammelten Hollywood-Stars: Michelle Pfeiffer gibt eine so verhärmte wie mausgraue Assistentin. Und es ist wunderbar mit anzusehen, wie ihre Ingrid aufblüht im Verlauf des Films. Robert De Niro hat niemanden mehr, der sich um ihn kümmert; im Hospital dämmert der einstige Vietnam-Fotograf seinem Ende entgegen. Und es ist nicht einmal klar, ob der sterbenskranke Mann den 1. Januar 2012 überhaupt erleben wird. Pfeiffer und De Niro jedenfalls sorgen für wirklich nahegehende Momente.

Bei Garry Marshall handelt es sich um einen in filmerischen Liebesdingen versierten Regisseur. Das hat er längst unter Beweis gestellt mit Filmen wie "Pretty Woman" (mit Richard Gere und Julia Roberts) oder "Frankie und Johnny" (Michelle Pfeiffer und Al Pacino). Und doch reicht sein neuestes Werk nicht an diese Klassiker heran. Bei allen Schwächen aber - etwa was die Treffsicherheit der Gags anbelangt - dürfte es der versöhnlichen Komödie zur Weihnachtssaison nicht allzu schwer fallen, an den Kinokassen zu punkten. Zumal "Happy New Year" nicht nur Lust macht auf einen beschwingten Jahreswechsel, sondern durchaus dazu anregt, sich Gedanken zu machen über die eigenen Vorsätze für 2012. Nicht verpassen sollte man den Abspann mit Einblicken hinter die Kulissen des prominent besetzten Films.

Matthias von Viereck, DPA / DPA