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Horrorthriller "Du hast es versprochen": Wenn dich die Vergangenheit einholt

Ihre Vorliebe ist das Gruselgenre: Alex Schmidt legt mit ihrem Filmdebüt "Du hast es ein versprochen" einen klassischen Horrorfilm hin - mit bekannten deutschen Gesichtern.

Kinotrailer: "Du hast es versprochen"

Gruselfilme sind meist das Terrain von männlichen Regisseuren. Die Deutsche Alex Schmidt zeigt jedoch, dass das nicht immer so sein muss. Sie legt mit "Du hast es versprochen" ihr Spielfilmdebüt vor - ein Horrorwerk. Darin erzählt sie von Hanna und Clarissa, zwei Freundinnen, die sich durch einen Zufall nach langer Zeit wiedertreffen. Zusammen mit Hannas Tochter fahren sie auf die Insel, auf der sie als Kinder ihre Ferien verbracht haben. Dort geschehen jedoch höchst seltsame Dinge, und die Frauen müssen sich fragen, was damals während ihres Aufenthalts wirklich passiert ist.

Schmidt inszeniert den Film mit klassischen Gruselelementen wie düsterer Musik, beobachtenden Blicken aus verborgenen Zimmerecken und mysteriösen Schreien aus der Entfernung. In den Hauptrollen sind Mina Tander und Laura de Boer zu sehen. Außerdem konnte Schmidt, 34, für die Nebenrollen Schauspieler wie Katharina Thalbach, Max Riemelt und Clemens Schick gewinnen.

Bei den diesjährigen Internationalen Filmfestspielen Venedig lief das Werk als einziger deutscher Film im offiziellen Programm (außer Konkurrenz). Im Interview erzählte die in Berlin lebende Schmidt von ihren Vorlieben fürs Gruselgenre und ihre Zusammenarbeit mit Katharina Thalbach.

Warum haben Sie sich bei Ihrem Debüt für einen Horrorfilm entschieden?

"Ich liebe dieses Genre. Mystery und Horror sind die Dinge, die ich mir im Kino selber häufig anschaue. Als ich dann mit meinen Teamkollegen wieder einmal einen Horrorfilm gesehen habe, haben wir danach gesagt: So etwas müssen wir unbedingt selber machen! Daraufhin habe ich ein Drehbuch für einen Kurzfilm geschrieben, den Yildiz Özcan von der Produktionsfirma Wüste Film Ost in die Hände bekommen und gesagt hat 'Alex, daraus machen wir einen Langfilm'."

Meist werden Gruselfilme von männlichen Regisseuren gemacht. Bringen Sie als Frau vielleicht einen anderen Blick mit?

"Meine Erfahrung ist, dass unheimlich viele Frauen dieses Genre lieben. Mystery kombiniert mit etwas Horror gucken wahnsinnig viele Frauen. Für mich war es naheliegend, einen Film in dem Genre zu machen, in dem ich mich gut auskenne. Einen speziell weiblichen Blick oder weiblichen Ansatz sehe ich da aber nicht."

Was genau mögen Sie an dem Genre?

"Ich liebe es, im Kino zu sitzen, einen Horrorfilm zu schauen und dieses Gruselgefühl zu haben. Ich finde es toll, wenn man Schiss hat, das ist für mich tolle Unterhaltung. Ich mag das Gefühl, Angst zu haben."

Wie ist es Ihnen gelungen, Katharina Thalbach für eine Nebenrolle zu bekommen?

"Ich hatte große Ehrfurcht, sie zu fragen, ob sie in dem Film mitspielen würde. Sie war für mich schon immer jemand, mit der ich unbedingt einmal arbeiten wollte, schon sehr lange. Ich habe sie dann aber doch für diese Rolle kontaktiert. Sie war von dem Buch begeistert - und da war alles ganz einfach! Sie wollte mitmachen, und da war es auch egal, ob das mein erster Film oder mein hundertster war."

Wie schwierig ist es, einen Debütfilm zu realisieren und finanziert zu bekommen?

"Da wir einen Genrefilm gemacht haben, war das gar nicht so einfach. Die Mischung Horrorfilm und dann auch noch Debütfilm, das ist in Deutschland ganz schwierig. Wir haben öfter gehört: "Das wird nicht klappen." Wir hatten dann aber riesiges Glück, dass wir immer mehr Leute gefunden haben, die das Genre auch lieben und das Projekt unbedingt realisieren wollten."

Inhalt:
Hanna und Clarissa, die als junge Mädchen gute Freundinnen waren, treffen sich durch einen Zufall nach Jahren wieder. Spontan entscheiden sie sich, gemeinsam auf die Insel zu fahren, auf der sie als Kinder Urlaub gemacht haben. Auch Hannas Tochter kommt mit. Was als entspannte Auszeit gedacht war, entwickelt sich jedoch mehr und mehr zu einem Horrortrip: Zahlreiche mysteriöse Dinge geschen, und dann taucht auch noch ein längst verstorben geglaubtes Mädchen auf. Hanna und Clarissa ahnen, dass damals während ihres Aufenthalts etwas passiert ist, das sie längst verdrängt haben.

(Du hast es versprochen, Deutschland 2012, 102 Min., FSK o.A., von Alex Schmidt, mit Mina Tander, Laura de Boer, Katharina Thalbach)

Aliki Nassoufis, DPA / DPA