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Kinofilm "Betty Anne Waters": Erin Brockovich für Arme

Bislang übte sich Regisseur Tony Goldwyn vor allem in Episoden von TV-Serien. Mit "Betty Anne Waters" versucht er sich nun auf der großen Leinwand. Mit gemischtem Erfolg.

Kinotrailer: "Betty Anne Waters"

Nach einem brutalen Mord in einem Wohnwagen scheint der Schuldige schnell gefunden: der gewalttätige Gelegenheits-Bauarbeiter Billy. Nur seine Schwester Betty glaubt fest an seine Unschuld - und kämpft unbeugsam gegen die Mühlen der Justiz.

Obwohl die Geschichte von Betty Anne Waters auf einer wahren Begebenheit beruht, wirkt ihre Geschichte doch arg konstruiert: eine Kellnerin ohne Schulabschluss, die wegen ihres inhaftierten Bruders auf die Schulbank zurückkehrt, Jura studiert und Anwältin wird. Betty Anne Waters ist der personifizierte amerikanische Traum in diesem zutiefst amerikanischen Film. Den Guten widerfährt am Ende doch noch Gerechtigkeit, und die bornierten Cops enden in staubigen Hinterzimmern. So wird die vorhersehbare Geschichte um eine dicke Prise US-Pathos angereichert.

In Grundzügen erinnert die Prämisse an den Film "Erin Brockovich" (2000), in dem es Julia Roberts als Ökoaktivistin mit der Justiz aufnimmt. Brokovich wie Waters sind auf sich allein gestellt, beide geben als starke Frauenfiguren in einer Männerwelt nie auf, beide zeigen eindrucksvoll ihr Können. Doch in "Betty Anne Waters" erdet ein vergleichsweise unoriginelles, arg lineares Drehbuch den schauspielerischen Höhenflug von Hilary Swank und ihrem Co-Hauptdarsteller Sam Rockwell.

Wolf von Dewitz, DPA / DPA
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