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Kurt Krömer im Kino: Viel zu brav in "Eine Insel namens Udo"

Kurt Krömer ist Kult - zumindest auf der Mattscheibe. Jetzt hat der TV-Komiker seinen ersten Kinofilm gedreht. Leider muss der Quer- Quatscher darin einen superbraven Typen spielen.

Kinotrailer: "Eine Insel namens Udo"

Udo leidet an "Schwersichtbarkeit". Keine lebensbedrohliche Krankheit, aber doch eine irgendwie lästige Eigenschaft: Udo ist so unscheinbar, dass ihn keiner seiner Mitmenschen wahrnimmt. Auf der Straße muss er entgegenkommenden Passanten aus dem Weg springen, dafür feiert Udo als quasi Unsichtbarer in seinem Job als Kaufhausdetektiv maximale Erfolge.

TV-Komiker Kurt Krömer, bekannt aus der ARD-Sendung "Krömer - Die Internationale Show", spielt in "Eine Insel namens Udo" diesen skurrilen Eigenbrötler. Mit der Wahl seiner ersten Kino-Hauptrolle hat sich der Berlin-Neuköllner Kult-Quatscher (der "Robbie Williams vom Hermannplatz") allerdings keinen großen Gefallen getan: Udo ist viel zu brav für Kurt, der seinen anarchischen Witz in viel zu wenig Szenen voll ausspielen darf.

Viele kleine, nette Gags reihen sich aneinander, als Udo zum ersten Mal einem Menschen begegnet, der ihn nicht übersieht. Und dann ist dieser Mensch ausgerechnet auch noch eine Frau! Fritzi Haberlandt als altjüngferliche Geschäftsfrau Jasmin passt mit ihrem trockenen Witz hervorragend zu Krömers Udo. Doch die Schauspieler sind besser als das Drehbuch dieser kleinen Geschichte - die witzige Idee läuft sich schnell tot.

Es kommt wie es kommen muss: Udo und Jasmin verleben ihre erste gemeinsame, nicht unkomplizierte Liebesnacht - in Udos Zelt in der Sportabteilung des Kaufhauses. Und, oh Wunder: Am nächsten Morgen können zum ersten Mal alle Menschen Udo sehen. Das stellt den vormals Unsichtbaren vor größere Probleme, denn wie bloß soll er sich in Gesellschaft all dieser Leute benehmen, wie soll er reden, was soll er anziehen?

Udo macht natürlich vieles nicht richtig, blamiert Freundin Jasmin bis auf die Knochen und bleibt am Ende doch immer liebenswert. Regisseur Markus Sehr hat in seinem Debütfilm genauso wenig etwas falsch gemacht wie Kurt Krömer mit seinem Leinwanddebüt - aber das geht noch besser.

Elke Vogel, DPA / DPA
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