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Sibel Kekillis bewegende Rede: "Was ist so bedrohlich an einer freien Frau?"

Sibel Kekilli, bekannt aus ihrer Rolle im Kieler "Tatort" und in "Game of Thrones", hat eine bewegende Rede gehalten zum Thema Gewalt gegen Frauen in muslimischen Familien im Namen der Ehre.

Von Tim Schulze

"Viel Kraft und Mut": Sibel Kekilli bei ihrer Rede im Schloss Bellevue

"Viel Kraft und Mut": Sibel Kekilli bei ihrer Rede im Schloss Bellevue

Sibel Kekilli bewegt sich zwischen zwei Kulturen. Aufgewachsen als Tochter eines türkischen Paares prangert sie auch die Schattenseiten der islamischen Kultur an - eben jene Seiten, wo sich Unterdrückung gegen Frauen hinter einem vermeintlichen Ehrbegriff verstecke. Anlässlich des Weltfrauentages hielt sie am vergangenen Freitag eine Rede im Berliner Schloss Bellevue. Organisatoren der Veranstaltung waren Bundespräsident Joachim Gauck und die Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes, für die sich die Schauspielerin seit 2004 engagiert.

Am Ende der Vortrags flossen sogar Tränen bei der Frau, die selbst konsequent den Weg der Freiheit gegangen sei, wie sie es nennt. Sie habe dafür einen hohen Preis bezahlt: "Ich liebe meine Kultur. Auf dem Weg zu meiner Freiheit habe ich sie zu einem sehr großen Teil verloren." Mit diesen Worten beginnt ihr eindringlicher Appell an muslimische Väter, Brüder, Ehemänner - und ihre Anklage. Kekilli stellt die einfache Frage: "Wieso könnt ihr Freiheit nicht einfach als Wert für alle anerkennen?"

"Gnadenlose" Kultur

Diese Kultur könne "gnadenlos" sein, sagt Kekilli. Sie kenne das. Das Leben, das sie als unabhängige Frau und Schauspielerin führe, passe nicht in die Vorstellungen einer Familientradition, die Frauen systematisch unterdrücke: "Ich habe kein Kapitalverbrechen begangen, trotzdem werden Menschen wie ich von einigen schlimmer behandelt als Mörder."

Kekilli fühlt sich als Opfer dieser Tradition, als Ausgestoßene, als eine Vertriebene. Ihre Eltern hätten sie nicht zum Tragen des Kopftuches gezwungen - Kekilli hat sie mal als "relativ modern" beschrieben. Doch das Abitur blieb ihr verwehrt, und auch die Klassenreise in der zehnten Klasse durfte sie nicht mitmachen, wie sie sagt. Irgendwann entfloh sie der engen Welt in Heilbronn und ging ihren eigenen Weg.

In ihrer Rede fragt sie die muslimischen Männer: "Wie würde es euch gefallen, wenn ihr so leben müsstet, wie ihr es von euren Frauen verlangt? Mit Zwängen, Vorschriften, unterdrückten Gefühlen, Notlügen und Ängsten?" Und dann die entscheidende Frage: "Was ist denn so bedrohlich an einer freien Frau?"

Ganze Familien leiden

Und es seien ja nicht nur die Frauen, die unter diesem Ehrbegriff litten. Ganze Familien würden zu Aussätzigen, sollte der Ehrbegriff auf die Spitze getrieben und eine Frau "entehrt" sein. Dann gehe es darum, die Ehre wiederherzustellen. Das führe zu Drohungen gegen die Tochter oder die Ehefrau. Im schlimmsten Fall zum Mord: "Dieser verschobene Kulturbegriff, gepaart mit traditionellen Vorstellungen, hat eine unglaubliche Zerstörungskraft", prangert Kekilli an.

Diese Zerstörungskraft sei vielfältig wirksam. Zum Schlimmsten komme es meist nicht. Die Zerstörungskraft entfalte dennoch ihre Wirkung auf Frauen wie Kekilli, nur in anderer Form. Sie würden zwangsläufig zu Wanderern zwischen den Welten, wenn sie den Kontakt zu ihren Familien nicht ganz abbrechen. Und das verursache einen "fast unmenschlichen Druck. Er macht einen traurig, buckelig, depressiv", beschreibt Kekilli diesen Zustand. Das sollte nicht sein. Freiheit und Selbstbestimmung bleiben das Ziel.

Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo