Süßes für saure Pubertätszeiten Miley Cyrus wird im Nicholas Sparks-Film erwachsen


Teeniestar Miley Cyrus wird bald 18 - höchste Zeit also für das Popsternchen, eine andere Platte aufzulegen. In dem am 29. April anlaufenden Melodrama "Mit Dir an meiner Seite" probiert sich die Sängerin und Schauspielerin erstmals in einer ernsteren Rolle aus.

Teeniestar Miley Cyrus wird bald 18 - höchste Zeit also für das Popsternchen, eine andere Platte aufzulegen. In dem am 29. April anlaufenden Melodrama "Mit Dir an meiner Seite" probiert sich die Sängerin und Schauspielerin erstmals in einer ernsteren Rolle aus. Und wenn nicht alles täuscht, wird sie den Wechsel ins Erwachsenenfach besser hinkriegen als ihre mittlerweile berüchtigten Kolleginnen, die Disney-Geschöpfe Lindsay Lohan und Britney Spears, die einst mindestens so lieb und brav wie Cyrus waren.

Zum Einstieg wählte Cyrus eine der bis jetzt an der Kinokasse unfehlbaren Adaptionen der Romane von Nicholas Sparks, der etwa mit "Message in a Bottle" und zuletzt mit "Das Lächeln der Sterne" ein ansehnliches Frauenpublikum erfreute. Die drei wichtigsten Ingredienzien einer Sparks-Romanze sind eine smarte Heldin auf Sinnsuche, ein Märchenprinz mit einem düsteren Geheimnis und ein schnuckeliges Haus direkt am Meer, für das wohl nicht wenige Zuschauerinnen (und Zuschauer) ihren rechten Arm hergeben würden. Statt explizitem Sex gibt es jugendfreie Strandspaziergänge, statt geräuschvoller Dramen tränenreiche Einsichten.

So auch hier: Ronnie muss mit ihrem kleinen Bruder den Sommer bei ihrem Vater verbringen. Zornig über die Trennung der Eltern, weigert sich die begabte Pianistin, ein Stipendium an einer berühmten Musikschule anzunehmen. Der Grimm über ihren Vater, der in seinem Strandhaus ein Mosaikfenster für die örtliche Kirche fertigt, verfliegt jedoch über der Beschäftigung mit ihrem Verehrer Steve. Der attraktive Beachboy, Tierschützer und Sohn aus reichem Hause hat ein oder zwei Geheimnisse, die im Laufe der Handlung enthüllt und aufs gefühlvollste mit Ronnies Vaterproblem getaktet werden.

Es gibt einen Grund, warum das Medien-Phänomen Miley Cyrus so populär ist: Die Teenie-Ikone hat hohes Identifikationspotential. In ihrer Doppelrolle im Klein-Mäderl-Popmärchen "Hannah Montana" bediente sie Glamour-Sehnsüchte und gab zugleich den burschikosen Wildfang. Und mit ihrem jungenhaften Charisma verleiht sie auch dieser Schmonzette ein paar Widerhaken. Sie mimt ein anfangs entsetzlich pampiges Gör, hinter dessen Schmollmund man jedoch Selbstvertrauen und Prinzipien erahnt. Gekonnt ungestylt, ist sie mit ihrem schiefen Zahn so süß wie die Schildkrötenbabys, die sie in nächtlichen Strandwachen vor doofen Waschbären rettet.

Diesmal dürfte sie erneut den Nerv ihrer Fans treffen, die mit ihr erwachsen werden. Auch Kitsch muss man können, und so inszeniert Regisseurin Julie Anne Robinson Teeniefilm-Standards - etwa die reiche blonde Zicke, die Zwietracht sät, oder Schauspielerin Kelly Preston, wie so oft als Mutter im Einsatz - mit geschmackvollem Understatement. Greg Kinnear als todgeweihter Daddy macht das Beste aus seiner Rolle, Liam Hemsworth als softer Freund hat Bravo-Posterboy-Format und ist auch im wahren Leben Cyrus' Partner. Dazu ein traumhafter Inseldrehort (Tybee Island vor Georgia), ein paar Songs und viel Herzschmerz: Süßes für saure Pubertätszeiten.

Birgit Roschy, APN APN

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