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"Terminator: Genisys"-Kritik: Es kann nur einen geben

Entweder oder. Wenn es um das Kinoticket für "Terminator: Genisys" geht, müssen Sie entscheiden, ob Sie Nostalgiker oder Hedonist sind. Die fünfte Runde im Kampf mit Skynet bietet keine Alternative.

Von Sophie "T-799" Albers Ben Chamo

Arnold Schwarzenegger ist zurück: in "Terminator: Genisys"

Arnold Schwarzenegger ist zurück: in "Terminator: Genisys"

Machen wir es kurz und schmerzreich: Wenn der "Terminator" zu Ihrer Jugend gehört, wenn Sie Dialoge mitsprechen und James Camerons Zeitreise-Konzept erklären können, wenn Linda Hamilton für Sie immer noch eine der erotischsten Frauen der Welt ist, lassen Sie es einfach bleiben. Sparen Sie das Geld fürs "Terminator: Genisys"-Ticket. Denn dieser Film wäre für Sie schlicht und ergreifend Blasphemie. Und es hilft auch nicht, dass Sie zwei bis acht Mal an die alten Filme erinnert werden. Also "Hasta la vista". Ich meine es ernst.

Trailerpremiere "Terminator: Genisys": Schwarzeneggers Comeback als Killermaschine

Sollten Sie allerdings nach 1984 geboren sein, sich in "I Robot" gut unterhalten gefühlt haben und kein leidenschaftliches Interesse an Kontinuität pflegen, dafür um so mehr an "Game of Thrones", kann ich Ihnen dieses Sci-Fi-Spektakel wärmstens empfehlen.

Denn dieses Reboot der mittlerweile 30 Jahre alten Geschichte vom Krieg der Maschinen gegen die Menschen versucht alles, um Sarah Connor ins 21. Jahrhundert zu zerren. Und wer wäre dazu besser geeignet als "Game of Thrones"-Star Emilia Clarke (Daenerys Targaryen). Die schultert die Rolle der kämpferischen Urmutter mit Leichtigkeit - und dunklen Haaren. Vor allem aber ihre innige, familiäre Beziehung zu "Pops" - oh mein Gott, ja, das ist Arnold Schwarzenegger - sorgt für einen ziemlich neuen Ton. Der dem Rest fehlt (was Sie, Post-1984-Kind, ja nicht gemerkt haben).

Stau in der Zeitmaschine

Also noch mal für Anfänger: Kyle Reese (ein extrem aufgepumpter Jai Courtney) wird aus der Zukunft in die Vergangenheit geschickt, in die Zeit bevor die Maschinen Milliarden Menschen ausgelöscht und die Erde übernommen haben. Er soll die Mutter des charismatischen zukünftigen Anführers John Connor retten, denn Skynet hat Killermaschinen geschickt, um dessen Geburt ungeschehen zu machen. 

So fing es auch damals an, vor 30 Jahren, aber diesmal sieht die Vergangenheit ein bisschen anders aus als erwartet, weil es in der Zwischenzeit ein paar mehr Zeitreisen gegeben hat. Aber natürlich steht wieder nicht weniger auf dem Spiel als die Zukunft der menschlichen Spezies.

Also: Wenn Sie zeitgerechte, star-beladene, solide Action ohne filmhistorisches Gepäck wünschen, viel Spaß in "Terminator: Genisys". Wenn Ihnen am Original etwas liegt, vergessen Sie den Kinobesuch.

Wo Arnie herkommt


Und hier noch einmal die ganze Reihe, damit Sie wissen, wovon ich rede:

"The Terminator" (1984)

"Terminator 2 - Tag der Abrechnung" (1991)

"Terminator 3 - Rebellion der Maschinen" (2003/ mit einer der besten Auto-Verfolgungsjagden ever)

"Terminator - die Erlösung" (2009/ ohne Arnie, dafür mit Christian Bale und Sam Worthington)