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Hörbuchtipp

Spiel. Film. Hörbuch.: "The Witcher" für die Ohren

Es gibt ihn als Buch, als Spiel, als Netflix-Serie und als Hörbuch: The Witcher. Wer nur Spiel und Film kennt, bietet das Buch so manche Überraschung.

Henry Cavill als Geralt von Riva in "The Witcher"

Henry Cavill als Geralt von Riva in "The Witcher"

Worum geht es?

Vorweg: "The Witcher" ist ein mediales Phänomen, ein seltenes. Die erste Geschichte über Geralt von Riva, der in einer fiktiven mittelalterlichen Welt Monster bekämpft, erschien in Polen bereits vor dreißig Jahren. Autor Andrzej Sapkowski genießt seit damals einen Kultstatus unter polnischen Fantasyfans. Außerhalb des Landes blieb der Hexer Geralt weitgehend unbekannt. Das änderte sich, als 2007 ein polnischer Spielentwickler auf Grundlage der Bücher das Action-Rollenspiel "The Witcher" produzierte und damit überraschend einen internationalen Hit landete. Der 2015 veröffentlichte dritte Teil des Games gilt als eines der besten Action-Rollenspiele aller Zeiten. Die über 20 Millionen verkauften Kopien beförderten den einst polnischen Lokalhelden zum internationalen Superstar. Erst recht als Netflix den Hexer zwei Jahre später als Serie produzierte. Und nun das Hörbuch. Lohnt das überhaupt noch?

Die Welt des Hexers besteht aus einer Reihe von Fürstentümern, deren Geschicke von Kleinkönigen und beratenden Zauberinnen gelenkt werden. Die Gesellschaften sind tief gespalten. Missgunst, Vorurteile und Neid prägen das Miteinander von Menschen und den Anderlingen wie Zwerge und Elfen. Durch einen kleinen intergalaktischen Unfall, die Spährenkonjunktion, gelangten zudem allerlei Monster in diese ohnehin schon zerstrittene mystische Welt. Die Hexer sind die Kammerjäger gegen die gruseligen Invasoren. In brutalen Auswahlverfahren werden die Anwärter mit allerlei Tränken genetisch zu Supersoldaten umgeformt. Nur die wenigsten überleben die Tortour. Wer es schafft, hat übermenschliche Reflexe, Sinne, wird dank eines super Immunsystems niemals krank und kann einfache Zauber wirken.

Fünf Bände gibt es vom Hexer. Ein guter Einstieg ist "der letzte Wunsch". 

Fünf Bände gibt es vom Hexer. Ein guter Einstieg ist "der letzte Wunsch". 

Kurz reinhören
Witcher Prequel 1

Hexer ziehen als Auftragsmonsterkiller durchs Land. Sie werden gebraucht, aber gleichermaßen von den Menschen verachtet wie die Anderlinge. Kein einfaches Leben, vor allem aber ein brutales Dasein. Hexer sind eigentlich unparteiisch, doch Geralt von Riva stolpert in den Büchern von einem Politikum ins nächste und steht nie weit davon entfernt, wenn „Weltgeschichte“ geschrieben wird.  Wie häufig bei Autoren aus dem Osten Europas, sind die Geschichten aus dem Reich des Hexers voll mit aktueller Gesellschaftskritik und Selbstreflexionen der Protagonisten. Film und Spiele bleiben da zwangsläufig an der Oberfläche. Wer in die Welt des Hexers eintauchen möchte, kommt an den fünf Büchern der "Geralt Saga" nicht vorbei.

Wer spricht?

Die Wahl auf Oliver Siebeck kam nicht von ungefähr. Der sehr erfahrene Synchronsprecher hatte Geralt von Riva bereits im Computerspiel "The Witcher" von 2007 seine Stimme verliehen. Siebeck hat eine ausgezeichnete Stimme, mit ihr vielen Personen eine jeweils eigene Klangfarbe zu verleihen, gehört nicht zu seinen Stärken. Zudem schwächelt die Aufnahmetechnik, immer wieder sind deutlich Schluck- und Atemgeräusche zu hören.

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