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Hörbuch-Tipp

"Eine kurze Weltgeschichte für junge Leser": Von Adam bis Adolf: Christoph Waltz erzählt Geschichte für Kinder verständlich

Kann man Kinder für Weltgeschichte begeistern? Ernst H. Gombrich ist dies mit seiner "Kurzen Weltgeschichte für junge Leser" gelungen. Die wird seit 80 Jahren gelesen - und ist auch heute noch erschreckend aktuell.

Christoph Waltz

Christoph Waltz  liest das zweibändige Hörbuch "Eine kurze Weltgeschichte für junge Leser" von Ernst H. Gombrich. 

Worum geht es?

1935 wagte sich ein frisch promovierter, jedoch arbeitsloser Akademiker an ein für die damalige Zeit ungewöhnliches Vorhaben: Er verfasste eine Geschichte der Menschheit, die auch für Kinder verständlich sein sollte. Ernst H. Gombrich, der später einer der bedeutendsten Kunsthistoriker des 20. Jahrhunderts werden sollte, benötigte nur wenige Wochen und kaum mehr als 300 Seiten, um die Weltgeschichte von den ersten Menschen bis zum Ersten Weltkrieg aufzuschreiben. Später ergänzte er noch Kapitel zum Zweiten Weltkrieg und zur Nachkriegszeit - und korrigiert auch einige Fehleinschätzungen aus dem Jahr 1935. 

Wer spricht?

Ernst H. Gombrich wurde in Wien geboren, wo er studierte und wo auch "Eine kurze für junge Leser" geschrieben wurde. Was liegt da näher, als dieses Buch von einem gebürtigen Wiener einlesen zu lassen. Christoph Waltz gelingt es, diesen mit Informationen gesättigten Text im Plauderton zu erzählen - ganz so, als säße er einem gegenüber.

Warum lohnt sich "Eine kurze Weltgeschichte für junge Leser"?

Ernst Gombrich: Eine kleine Weltgeschichte für junge Leser

Ernst Gombrichs "Eine kurze Weltgeschichte für junge Leser" ist bei Audible zum Download erhältlich. Teil 1 reicht von den Anfängen bis zur Renaissance, der zweite Band heißt dann "kleine Weltgeschichte" und erzählt die verbleibenden Jahrhunderte bis zur Gegenwart.

Die Leichtigkeit, mit der Gombrich das unerhörte Unterfangen umsetzt, beeindruckt noch heute. Eine leicht verständliche Weltgeschichte auf wenigen hundert Seiten zu erzählen - das ist vor ihm noch niemandem in dieser Form gelungen. Gombrich hangelt sich dabei nicht nur an den großen Ereignissen entlang, sondern wirft seinen Blick auch auf andere Phänomene: Welchen Einfluss der Monotheismus auf die weitere Entwicklung hatte. Wie die griechische Philosophie entstand. Und welche historischen Kräfte Erfindungen wie die Buchdruckkunst oder die Dampfmaschine in Gang gesetzt haben - das alles bezieht Gombrich in seine Historienschreibung mit ein.

Aus der Geschichte zieht Gombrich eine wichtige Lehre: Wie leicht doch Hetze und Intoleranz Menschen in Unmenschen verwandeln können. Eine Erkenntnis die angesichts der Szenen in Chemnitz leider brennend aktuell ist.

Was stört?

Weite Teile des Textes sind 1935 entstanden und sind deshalb sprachlich an manchen Stellen etwas angestaubt. Zudem ist die Geschichtsschreibung leicht eurozentrisch: Zwar widmet sich Gombrich allen Kontinenten, doch oft spielen sie nur eine Rolle in Bezug auf ihr Verhältnis zum Westen.

Für wen eignen sich die beiden Hörbücher?

Weil mehrere Jahrtausende Weltgeschichte hier kompakt und verständlich erzählt werden, eignen sich die beiden Bände in erster Linie für und Jugendliche - wie es der Titel schon verspricht. Doch darüberhinaus seien die Hörbücher auch Erwachsenen ans Herz gelegt, die ihr Allgemeinwissen auffrischen und einen guten Überblick über die wichtigsten Stationen in der Geschichte der Menschheit erhalten wollen.

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