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Konzert in Berlin: Morricones Abschied von der großen Bühne

Ehrwürdige 90 ist Ennio Morricone kürzlich geworden. Spätestens mit dem Soundtrack-Oscar 2016 hat der italienische Komponist nun wirklich alles erreicht. Das selbstbewusste Abschiedskonzert in Berlin ist daher auch eher ambitionierte Werkschau als simple Ohrwurmparade.

Ennio Morricone

Auf seiner «Farewell Tour» macht Ennio Morricone auch in Berlin Station. Foto: Christoph Soeder

Beim Titel seiner wohl allerletzten Konzertreise als Dirigent eigener Werke hatte Ennio Morricone die Wahl - und nun verwendet er gleich zwei.

«The Farewell Tour 2019» heißt offiziell das Live-Event mit mehr als 150 Musikern, die seine legendären Kompositionen auf die Bühne heben. «The 90th Celebration Tour» ist am Montagabend auf zwei Großleinwänden zu lesen, die das Geschehen in der riesigen Berliner Mercedes-Benz-Arena auch weit entfernten Zuschauern näher bringen sollen.

Klar ist: Hier wird ein Denkmal der Musikgeschichte gefeiert - ein Mann, der nicht nur die Kunst des Kino-Soundtracks mit Melodien zu «Spiel mir das Lied vom Tod», «Mission» oder «Cinema Paradiso» revolutioniert hat. Morricone nimmt mit seinem letzten Berlin-Konzert auch Abschied von deutschen Fans, und er bringt dabei - als Begründung für Wehmütige? - sein hohes Alter ins Spiel: Stolze 90 ist der Italiener am 10. November geworden.

Und ja, man merkt dem fragilen alten Herrn mit der Hornbrille die vielen Jahrzehnte auch an, wenn er mit sanften Bewegungen und sichtlich hochkonzentriert das Tschechische Nationalorchester und den Kodály Chor aus Ungarn leitet. Morricone dirigiert leicht zusammengesunken im Sitzen, greift auf Notenblätter zurück, ordnet eigentlich nur die Klangmassen - seine ihm schon lange bestens vertrauten Studio- und Tourneemusiker aus Prag und Debrecen könnten das Live-Programm bei aller Ehrfurcht vermutlich auch fast ohne Eingriffe routiniert herunterspielen.

Manchmal sei er «sehr erschöpft, so auch nach dem Dirigieren meiner Werke», hatte der «Maestro» aus Rom kürzlich in einem Interview zugegeben - deshalb ende die Zeit der Live-Auftritte. Wer nun aber zum «Farewell 2019» eine reine Best-of-Show mit Ohrwürmern aus Italowestern und anderen Kinoklassikern erwartet hatte, mag zunächst enttäuscht sein: Sie kommen zwar vor, diese weltbekannten Melodien aus Sergio Leones Filmen und dem hochverdienten Oscar-Triumph «The Hateful Eight» von 2016, aus «Novecento» oder «The Untouchables» - aber Morricone macht mit seinem Programm klar, dass er darauf nicht reduziert werden will.

«In 63 Jahren habe ich mehr als 600 Werke komponiert. Davon waren nur fünf Prozent Italowestern, mit denen ich allgemein identifiziert werde», hatte er vor der Tournee betont. Daher werde er «als Zugeständnis an mein treues Publikum» bekannte Stücke spielen lassen wie die legendäre Mundharmonika-Melodie aus «Spiel mir das Lied vom Tod» - aber eben auch andere, weniger berühmte, die ihm sehr am Herzen liegen. Ambitionierte Retrospektive statt simples Fan-Futter gewissermaßen.

Morricone hätte es sich mit Wiederholungen des Erwartbaren leicht machen können, doch sein Konzert 2019 unterscheidet sich nicht unerheblich von Auftritten des Vorjahres. Kein «Deborah's Theme» aus «Es war einmal in Amerika» also diesmal - der Gangsterfilm-Klassiker von 1984 bleibt außen vor. Kein Auszug aus der wunderschönen «Legende vom Ozeanpianisten». Stattdessen ein opulenter Block «Social Cinema», in dem Morricone Kompositionen für politisch bewegte Filme wie «Sacco und Vanzetti» oder «Der Weg der Arbeiterklasse ins Paradies» unterbringt.

Seine typische Kino-im-Kopf-Mixtur aus Eingängigkeit und Tiefenwirkung, Melancholie und Aufgekratztheit, Streicherschmelz und spannungssteigernden Rhythmen prägt auch weniger naheliegende Live-Stücke. Daher gehen wohl die allermeisten der rund 11.000 Besucher, die bis zu 145 Euro für das ausverkaufte Berliner Konzert ausgegeben haben, am Ende zufrieden nach Hause.

Zwar kann der Sound in einer Mehrzweckhalle höheren Ansprüchen zwangsläufig nicht genügen, und die Solosängerinnen Susanna Rigacci und Dulce Pontes wirken gelegentlich angesichts der orchestralen Wucht überfordert. Doch der immer wieder mit «Standing Ovations» belohnte Morricone beeindruckt definitiv jeden. Nach den bis Ende Juni terminierten letzten Konzerten in Italien will dieser Grandseigneur der Filmmusik dann - nach über 50 erfolgreichen Jahren - auch keine Soundtracks mehr komponieren, sondern nur noch «reine Orchestermusik».

dpa
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.