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Gemälde von Carl Blechen: Baden-Württemberg gibt Nazi-Raubkunst zurück

Das Land Baden-Württemberg gibt ein von den Nazis geraubtes Gemälde von Carl Blechen an die Familie des jüdischen Verlegers Rudolf Mosse zurück - und behält es trotzdem.

Das Land Baden-Württemberg hat den Nachkommen des jüdischstämmigen Verlegers Rudolf Mosse aus Berlin ein Gemälde von Carl Blechen (1798-1840) zurückgegeben. Das Kunstwerk war kurz nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten zwangsversteigert worden. Jetzt gehört es wieder den rechtmäßigen Erben. Vorerst dürfe es jedoch leihweise in der Sammlung der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe bleiben, teilte das Kunstministerium am Montag mit.

Der Förderkreis der Kunsthalle versuche, Gelder für einen Rückkauf zusammenzubringen. Allerdings sei noch offen, ob die Erbengemeinschaft einem Verkauf oder einer weiteren Nutzung als Leihgabe zustimme, sagte Provenienzforscherin Tessa Rosebrock.

Deutschland stehe uneingeschränkt zu seiner moralischen Verantwortung für die Restitution von NS Raubkunst, sagte der ehemalige Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) bereits vor gut zehn Jahren. Seither werden immer wieder die rechtmäßigen Besitzer von betroffenen Werken ermittelt.

awö / DPA
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