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Art Karlsruhe: Eklat auf Kunstmesse: Erdogan-Anhänger erzwingen Entfernung eines Bildes

Die Art Karlsruhe zeigte bis Donnerstag ein Bild des türkischen Präsidenten Erdogan - mit einer Banane im Hintern. Auf Druck einer kleinen Gruppe wurde das Werk entfernt. Der Maler beklagt nun die fehlende Kunst- und Meinungsfreiheit.

"Türkischer Diktator" von Thomas Baumgärtel

Das ist das umstrittene Kunstwerk: "Türkischer Diktator" von Thomas Baumgärtel.

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Sein Markenzeichen ist die Banane: Seit Jahrzehnten sprüht der Künstler Thomas Baumgärtel das an Andy Warhol angelehnte Symbol an die Eingänge von Museen und Galerien. Immer wieder verarbeitet er die Frucht auch in Kunstwerken. Er malte den US-Präsidenten Donald Trump mit einer Banane im Mund. 

Vor zwei Jahren fertigte er in Solidarität mit Jan Böhmermann und seinem "Schmähgedicht" ein Bild an, das den türkischen Präsidenten Erdogan mit heruntergezogener Hose und einer Banane in seinem Hintern zeigt. Bereits damals bekam er massive Drohungen von Erdogan-Anhängern und stand eine Weile unter Polizeischutz.

Thomas Baumgärtel: "Türkischer Diktator"

Davon hat sich der Künstler jedoch nicht einschüchtern lassen. Er fertige ein weiteres Bild mit Erdogan und der Banane an und nannte es "Türkischer Diktator". Das Werk ist auf der gerade stattfindenden Art Karlsruhe zu sehen. Besser gesagt: Es war zu sehen.

Was sich auf der Kunstmesse abspielte, schildert Galerist Michael Oess im Gespräch mit dem stern so: Ein Mann habe sich in aggressivem Ton über das Bild beschwert. Dann seien zwei Frauen dazu gekommen. Sie hätten ihn dazu bedrängt, das Bild abzuhängen. Oess spricht von einer "konzertierten Aktion".

Zwar war  Polizei in der Halle zugegen, doch der Galerist fühlte sich von den drei Besuchern bedroht. Man habe sein Foto und wisse wie er aussehe, soll die Gruppe, die ihn bedrängte, Oess zufolge gesagt haben. "Das wird Ihnen nicht guttun."

Störenfried gilt als Erdogan-Anhänger

Bei dem Mann handelt es sich um den in der Schweiz lebenden türkischen Journalisten Mehmet Cek, ein Erdogan-Anhänger, über den der Schweizer "Tagesanzeiger" schreibt, er sei "für Hetztiraden bekannt". In einem Facebook-Video erklärt er, was ihn an dem Bild stört. Die türkische Flagge und der türkische Präsident würden verunglimpft. Er habe zahlreiche deutsche Bürger gefragt, ob das Bild Kunst oder Provokation sei - alle hielten es für Provokation.

Der Galerist hat schließlich nachgegeben, auch um die Sicherheit aller nicht zu gefährden, wie er dem stern sagt. "Traurig ist es schon", letztlich hat Oess aber eine Abwägung vorgenommen und das Bild abgehängt.

Thomas Baumgärtel

Der rheinländische Künstler Thomas Baumgärtel ist auch unter dem Pseudonym "Bananensprayer" bekannt.

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Ohne jedoch mit dem Künstler Thomas Baumgärtel Rücksprache zu nehmen. Der erfuhr erst auf Twitter, dass sein Werk abgehängt wurde. Aus Empörung trennte sich Baumgärtel von dem Galeristen, mit dem er rund 20 Jahre zusammengearbeitet hat. 

Im Gespräch mit dem stern ist Baumgärtel die Wut anzumerken. Der 57-Jährige spricht von Zensur und sieht die Kunst- und Meinungsfreiheit bedroht. "Alle haben den Schwanz eingezogen", sagt der in Köln lebende Maler. Von der Messeleitung erwartet er, sie solle sich mit dem Künstler solidarisch erklären. "Wenn die Kunstszene nicht zusammenhält, können wir wirklich alle dicht machen."

Die Art Karlsruhe drückt sich jedoch zunächst um eine klare Stellungnahme herum. Es sei "auf seinem Stand zu Diskussionen zwischen Besuchern im Zusammenhang mit dem Bild gekommen", sagt eine Pressesprecherin auf Anfrage des stern. "Prinzipiell sind die Galeristen dafür verantwortlich, was auf ihren Ständen gezeigt wird."

Das Bild wurde verkauft

Auf Nachfrage kann man sich immerhin zu diesem Satz durchringen: "Natürlich ist uns das nicht Recht, wenn eine Minderheit erzwingt, dass Bilder abgehängt werden." Man habe dem Galeristen Schutz angeboten, die Entscheidung das Bild abzuhängen, habe der eigenmächtig getroffen.

Für Baumgärtel bleibt die bittere Erkenntnis, dass eine kleine, laute Minderheit darüber bestimmt, welche Kunst im öffentlichen Raum gezeigt wird und welche nicht. Und dass es niemanden gegeben hat, der sich in der Lage sah, sie davon abzuhalten.

Immerhin: Das Bild "Türkischer Diktator" wurde für 5.900 Euro verkauft. Laut Oess erstand es ein privater Sammler. Es ist also nicht damit zu rechnen, dass es bald wieder in der Öffentlichkeit auftaucht.


Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.