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Markenzeichen Sex im Kopftuch: Mia Khalifa - Porno-Queen zwischen Lust- und Hassobjekt

Mia Khalifa genießt in der arabischen Welt einen Bekanntheitsgrad wie sonst nur Diktatoren oder Popstars. Mit ihren Hidschab-Pornos ist die 23-Jährige aber nicht nur zum Lustobjekt geworden - mindestens genauso groß ist der Hass, der ihr entgegenschlägt.

Fanatiker schicken Mia Khalifa regelmäßig Morddrohungen

Fanatiker schicken Mia Khalifa regelmäßig Morddrohungen

158 Zentimeter groß, 55 Kilogramm schwer, Körbchengröße Doppel D - mit diesen Maßen unterscheidet sich Mia Khalifa kaum von anderen Pornodarstellerinnen. Was sie abhebt, ist ihr Kopftuch. Ob Blowjob, Gangbang oder andere Sex-Praktiken, die sie vor der Kamera zum Besten gibt - der Hidschab ist meistens dabei.

Mit der traditionellen muslimischen Kopfbedeckung als Markenzeichen stieg Mia Khalifa innerhalb kürzester Zeit zum Star auf. Ihren ersten Sexfilm drehte sie im Oktober 2014. Mittlerweile sind ihre Filme auf den einschlägigen Porno-Sites Blockbuster. Auf PornHub landete Mia Khalifa 2015 im Ranking der beliebtesten Darstellerinnen sogar auf dem ersten Platz.

Jeden Tag flimmert ihr Gesicht - und natürlich auch andere Körperteile - über Millionen von Bildschirmen. Auch in der arabischen Welt. Dort hat die 23-Jährige einen Bekanntheitsgrad erreicht, den sonst nur Popstars und Diktatoren genießen. Ob in Beirut, Tunis oder Kairo - es gibt wohl kaum einen arabischen Mann, dem das Pseudonym Mia Khalifa kein Begriff ist.

Hidschab und schwarze Brille als Markenzeichen

Geboren wurde Mia Khalifa in Beirut im Libanon. Als sie zehn ist, wandert ihre Familie in die USA aus. Auch wenn sie das Kopftuch zu ihrem Markenzeichen gemacht hat, so entstammt Mia einer christlichen Familie. Sie wächst in Maryland auf, geht nach der Schule nach Texas und studiert dort Geschichte. Mit 18 Jahren heiratet sie einen Amerikaner, zieht nach Miami und beginnt mit 21 Jahren ihre steile Karriere in der Pornoindustrie.

Mittlerweile reicht es der libanesischen Biermarke Almaza aus, auf einem Werbeplakat lediglich eine Bierflasche und eine schwarze Hornbrille zu zeigen, um ihrer Kundschaft den Slogan "18+. Wir sind beide nur für Erwachsene" zu verkaufen. Neben dem Kopftuch ist eine Brille mit dickem, schwarzen Rand das zweite Markenzeichen von Mia Khalifa.

"Solange es nicht meine Brüste sind. Die waren teuer."

Doch auch wenn die arabischen Männer offenbar dem Genre des Pornos nicht abgeneigt sind - anders wäre die Berühmtheit von Mia Khalifa wohl nicht zu erklären -, gilt sie in der islamischen Welt als Schandfleck und unsägliche Sünderin. Morddrohungen gehören für sie zum Alltag.

Fanatiker forderten im vergangenen Jahr etwa ihren Kopf, und jemand machte sich sogar die Mühe, ihr Gesicht auf einen Körper in einem orangenen Overall zu montieren, hinter ihr ein schwarz maskierter Mann - ein Bild, das augenscheinlich an die Enthauptungsvideos des Islamischen Staates angelehnt ist. Auf Twitter antwortete Mia Khalifa schlagfertig: "Solange es nicht meine Brüste sind. Die waren teuer."

Die Scheinheiligkeit der arabischen Welt

Dabei ist Pornografie besonders in arabischen Ländern nachgefragt. Laut einer Statistik von Google, sind unter den acht Ländern, von wo aus die meisten Pornografie-Suchanfragen erfolgen, sechs muslimische Länder vertreten. Wie das Magazin "Salon" berichtet, führt Pakistan das Ranking an, gefolgt von Ägypten auf Rang zwei. Iran, Marokko, Saudi-Arabien und Türkei folgen auf den Plätzen vier, fünf, sieben und acht.

Der Suchbegriff "Arab" führt dabei nicht selten die Ratings an, unter anderem im Iran oder Syrien. Die Nachfrage nach Pornos, in denen die Darstellerinnen verschleiert sind, steigt. Der Hidschab entwickelt sich offenbar zum populären Fetisch.

Dem Hass begegnet Mia Khalifa mit Provokation

Doch das hindert muslimische Männer nicht daran, Mia zum Hassobjekt zu machen. Ausgerechnet aus ihrer Heimat Libanon schlüge ihr besonders viel Feindseligkeit entgegen, schrieb sie erst kürzlich auf Twitter. Und auch wenn sie die hasserfüllten Botschaften in den sozialen Netzwerken meistens mit Humor kontert, so trifft sie die Kritik doch. "Zu hören, dass mich mein Heimatland hasst, tut mehr weh als alles andere", gab sie im Interview mit der "Washington Post" zu.

Dem Hass begegnet sie mit Provokation. Auf ihrer Website begrüßt eine Frau im schwarzen Schleier den Besucher. Herausfordernd hebt sie ihr Kleid hoch und greift sich zwischen die Beine. "Ich möchte, dass andere Frauen, die sich sexuell unterdrückt fühlen, wissen: Es ist okay, auszubrechen und die Schlampe zu sein, die sie immer sein wollten“, lautet die Botschaft von Mia Khalifa. "Ich werde mich für nichts hier entschuldigen", kündigt sie im Begrüßungstext an. 

Nationalhymne auf dem Handgelenk

Besonders ihre Tätowierungen fordern die muslimischen Fanatiker heraus. Auf ihrem linken Arm trägt Mia Khalifa die ersten Zeilen der libanesischen Nationalhymne (übersetzt: "Auf, ihr alle! Für Vaterland, Flagge und Ruhm!"). Dadurch beschäme sie ihr Land. Auf dem rechten Arm ist das Symbol der "Libanesischen Kräfte" tätowiert, einer konservativen, christlichen Partei, die als Gegner des syrischen Assad-Regimes auftritt.

"Mein Vater ist ein Anhänger der 'Libanesischen Kräfte'", erzählte sie dem Magazin "Newsweek". Das Tattoo habe sie sich 2012 stechen lassen, nachdem Syrien Beirut angegriffen hätte. "Ich wollte meinem Vater zeigen, dass ich auf seiner Seite stehe", sagte die 23-Jährige.

Familie von Mia Khalifa hat sie verstoßen

Doch ihr Vater steht Mia nicht mehr zur Seite. Ihre Familie habe sich komplett von ihr abgewandt. "Keiner spricht noch mit mir", erzählte Mia im Interview mit "Newsweek". Ihre Eltern seien sehr streng und konservativ. Ihre Entscheidung in die Pornobranche zu gehen, hätten sie nicht akzeptieren können.

Doch auch wenn Mia ihre Entscheidung nicht bereut und noch nicht ans Ende ihrer Pornokarriere denkt, so fühlt sie sich gegenüber ihrer Familie doch schuldig, wie sie im Interview mit "Newsweek" zugab: "Ich habe ihren Namen in den Schmutz gezogen. Ich fühle mich schlecht, weil ich sie da reingezogen habe und nun alle ihre Freunde durch die Medien darüber Bescheid wissen. Das war nie meine Absicht."

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ivi
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