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"Bares für Rares": "Den hat mein Vater vom Flohmarkt" - Schalke-Fan verkauft Dortmunds Meisterpokal, doch es gibt Streit

Ist der Pokal echt oder nicht? Bei "Bares für Rares" sorgt eine BVB-Trophäe von 1950 für Uneinigkeit zwischen Experte und Händlern. Am Ende freut sich ein Schalke-Fan.


"Bares für Rares"-Händler Julian Schmitz-Avila will den Dortmund-Pokal gar nicht mehr hergeben. Doch auch Daniel Meyer und David Suppes sind interessiert.

"Bares für Rares"-Händler Julian Schmitz-Avila will den Dortmund-Pokal gar nicht mehr hergeben. Doch auch Daniel Meyer und David Suppes sind interessiert.

ZDF

"Mein Lieber Herr Gesangsverein", sagt Horst Lichter, als er das Objekt von Hans-Christian Grunau sieht. Der gebürtige Recklinghauser kommt mit einem Pokal von Borussia Dortmund zu "Bares für Rares". "Den hat mein Vater auf dem Flohmarkt entdeckt. Das war so vor 20 Jahren, als das Westfalenstadion renoviert wurde", erklärt der 32-jährige Schalke-Fan, wie er in den Besitz der Trophäe kam. Der Gravur nach zu urteilen, wurde das Stück 1950 dem damaligen westdeutschen Fußballmeister Borussia Dortmund überreicht. Doch ist der Pokal wirklich echt?

"Bares für Rares"-Experte Sven Deutschmanek zweifelt. "Ich sage, dass das kein Original ist", sagt er. Denn der eigentliche Messing-Pokal sei aufgrund der Ornamente viel älter. "Der ist um 1900 entstanden", sagt Deutschmanek. Es sei für ihn deshalb naheliegend, dass ein Fan die Inschrift in den alten Pokal gravieren ließ. Doch ganz sicher ist sich Deutschmanek nicht. Händler und BVB-Fan Julian Schmitz-Avila wird im Händlerraum später zu einem ganz anderen Schluss kommen.

Doch trotz der Unwägbarkeiten muss Deutschmanek einen Schätzpreis nennen. Verkäufer Grunau ist bescheiden: "Mein Papa hat 100 D-Mark bezahlt, 100 Euro wären schön", sagt er. Der Experte bleibt jedoch bei seiner Einschätzung. "50 Euro, aber dann ist bei mir Feierabend." Doch bei den Händlern sorgt der Pokal für Goldgräberstimmung.

"Bares für Rares"-Händler: "Wenn der echt ist, ist er eine Menge Geld wert"

"Was wollen sie dafür haben?", fragt Schmitz-Avila, als er die Gravur entziffert hat. Der Dortmund-Fan will den Pokal unbedingt haben. "Ich wüsste, wo der eigentlich wieder hingehört. Wenn wir da zusammenkommen, werde ich den Pokal dem Borusseum spenden", verspricht er. Verkäufer Grunau klärt die Händler auf, dass die Expertise Zweifel an der Echtheit des Pokals hatte. Während Markus Wildhagen dem beipflichtet, widerspricht David Suppes. "Das passt in die Nachkriegszeit. Es gab kein Geld für Edelmetall", erklärt er und Fußball habe nicht den heutigen Stellenwert gehabt. Deshalb könne es durchaus sein, dass ein alter Pokal übergraviert wurde. Immerhin in einem sind sich die Händler einig: Sollte der Pokal echt sein, ist er eine Menge Geld wert.

Bares für Rares: Moderator Horst Lichter

Schmitz-Avila startet mit einem Gebot von 100 Euro. Doch er muss sich einem Bietergefecht mit Daniel Meyer stellen. Schnell schießt der Preis nach oben. "Dann mach ich noch 509 Euro", sagt Schmitz-Avila. Doch sein Konkurrent zieht mit. Erst bei 650 Euro erhält der Borussiafan den Zuschlag. "Jetzt kommt der Pokal dorthin, wo er hingehört", sagt Schmitz-Avila stolz. "Da lacht mein Herz".

Auch Verkäufer Grunau ist zufrieden. Er habe als Schalke-Fan einem Dortmunder einen Pokal verkauft und deutlich mehr bekommen, als ich erwartet habe. "Davon werde ich erstmal den Schalkern ein Bier spendieren."

mai