VG-Wort Pixel

«Bright Lights» Nils Wogram spielt Posaune - sonst nichts

Nils Wogram
Er lässt die Posaune leuchten: Nils Wogram. Foto: Corinne Haechler
© dpa-infocom GmbH
Posaune pur: Der Jazzer und Bandleader Nils Wogram legt ein Soloalbum vor, das aufhorchen lässt.

Er ist einer der vielseitigsten Jazzmusiker hierzulande: der 1971 geborene Posaunist Nils Wogram spielt seit vielen Jahren in Bands wie Root 70 oder Nostalgia, er hat Duo-Projekte unter anderem mit seinem Kollegen Conny Bauer initiiert, er scheut die Avantgarde nicht, interessiert sich aber auch für die Tradition. Schon 2013 erhielt Nils Wogram als jüngste Preisträger den Albert-Mangelsdorff-Preis, der eigentlich eher für gestandene Jazzgrößen reserviert ist.

Naach soviel Teamwork lag die Idee, ein Soloalbum aufzunehmen, für Nils Wogram wahrscheinlich nahe. Mit «Bright Lights» beweist er nun ganz mühelos, wie vielseitig und nuancenreich sein Instrument ist. Dabei hat dieses Album nichts von einer Leistungsschau an sich, sondern überzeugt mit Spielfreude und Musikalität. «Ich wollte auf keinen Fall in die Falle der Selbstgefälligkeit tappen. Der Hörer soll nicht ununterbrochen vor Augen haben, dass er nichts als Posaune hört. Es geht um interessante und abwechslungsreiche Musik», sagt Wogram über seine knapp 40-minütige Solotour, die ganz ohne elektronische Hilfe auskommt.

«Bright Lights» beginnt schön beschwingt mit einem warmtönenden «Lullaby», nimmt Fahrt auf beim druckvoll-virtuosen «Levity», geht breit und dissonant weiter mit «Humbled Man», und verbeugt sich vor der Tradition mit «Hello Again». Das alles klingt nach etwas Einhören sehr organisch, man vermisst andere Instrumente nicht. Wogram schafft es tatsächlich, nur mit der Posaune seine Geschichten zu erzählen. Bis zum fulminanten «The Beauty Of Odds» hält dieses Album seine Spannung, und die Schönheit der Möglichkeiten, wie es im Titel des Tracks heißt, liegt ganz klar vor uns.

dpa

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker