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Debütalbum: Leona Berlin überzeugt mit atmosphärisch dichten Songs

Leona Berlin heißt Leona Berlin. Auf ihrem ersten Album, das nur ihren Namen trägt, zeigt sie sich eigenwillig, einfallsreich und einfühlsam.

Leona Berlin

Leona Berlin hat ein beeindruckendes Debütalbum produziert. Foto: Marlen Albrecht

Leona überzeugt sofort mit ihrem selbstproduzierten Erstling, der stilistisch nicht festzulegen ist. Klarer Jazz, Strukturen die eher als Pop oder Hip-Hop zu erkennen sind und Elemente von Soul und R&B sind die Basis ihrer charakteristischen vielschichtigen Vocal-Arrangements.

Für ihre Songs setzt sie einen Harmonizer ein, mit dem sie ihre Stimme vervielfacht und dann zusammen mit der Band ihren faszinierenden Sound kreiert. «Meine Songs entwickeln sich quasi von alleine. Ich lasse mich von einer Idee inspirieren, programmiere und sample Instrumentals und nehme Layer für Layer meinen Gesang auf, bis ich weiß, wohin die Reise hingeht», erklärt sie.

Gut drei Jahre hat es gedauert bis das selbstbetitelte Album aufgenommen werden konnte. Während dieser Zeit hat die Newcomerin ihre Songs regelmäßig vor Publikum getestet und verfeinert, auch als Support der im Februar 2017 verstorbenen -Legende Al Jarreau.

Glänzende Einfälle, musikalische Glanzlichter, ungewöhnliche Rhythmen sorgen dafür, dass keines ihrer Stücke dem anderen gleicht. «Walking» entwickelt sich sehr schön auf dem Gleichmaß des Gehens. Überhaupt sind die Titel auch Programm: «Movin», «Fee», «Cruel (Heal me)» und «Searching» die Suche nach dem Unbekanntem, Unbestimmbaren, dem Selbst.

«Feel The Love» ist eine eher schwere, sehr emotionale Ballade über einen Mann, der alles verloren hat und den Glauben an die Liebe durch die Sterne am Himmel wiederfindet. In «Thinking About You» verarbeitet sie die Trennung von ihrer Jugendliebe. Mit viel Gespür hat sie sich auch des Prince-Covertitels «Nothing Compares 2 U» angenommen. Stärkster Titel des Albums aber ist «Flying High» - «You are my only desire!»

Leona Berlins Timbre ist klar und kratzig, ihre Artikulation hat etwas Zwingendes, das im Gedächtnis bleibt und ihr künstlerischer Idealismus ist dabei eindeutig ein Trumpf. Ihre Karriere startet sie nun tatsächlich von ihrer aktuellen Wahlheimat aus: Berlin.

dpa
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