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Echo-Preisträger: Diego Pinera: Latin-Jazz als neue ACT-Klangfarbe

Berlin - Label-Chef Siggi Loch war sichtbar stolz, als er kürzlich seinen neuen Jungstar vorstellte: Der Schlagzeuger Diego Pinera stehe für eine Klangfarbe, die seine 25 Jahre alte Firma ACT so noch nicht im Angebot habe - und das auf höchstem Niveau.

Diego Pinera

Diego Pinera lässt seinen Mitstreitern viel Raum zur eigenen Entfaltung. Foto: ACT/Gregor Hohenberg

Label-Chef Siggi Loch war sichtbar stolz, als er kürzlich seinen neuen Jungstar vorstellte: Der Schlagzeuger Diego Pinera stehe für eine Klangfarbe, die seine 25 Jahre alte Firma ACT so noch nicht im Angebot habe - und das auf höchstem Niveau.

Die Rede ist vom Latin- , den Pinera auf seinem ACT-Debüt «Despertando» zelebriert. Der 1981 in Montevideo geborene Drummer konzentriert sich hier mit eigenen Stücken und Kompositionen von Duke Ellington («Caravan») über Sonny Rollins («St. Thomas») bis Emiliano Salvador («A Puerto Padre») auf seine südamerikanischen Wurzeln.

Aufgenommen wurde die Platte im April 2017 in den weltberühmten Berliner Hansa Studios. Begleitet wird der körperlich zierliche, aber ungeheuer energisch und dynamisch wirkende Wuschelkopf aus Uruguay von vier Top-Musikern: dem Pianisten Tino Derado, dem Bassisten Omar Rodriguez Calvo (Tingvall Trio), dem Flötisten Daniel Manrique-Smith und dem deutschen Trompeter Julian Wasserfuhr, einem anderen ACT- .

Pinera hat Schlagzeug am Berklee College of Music (USA), an der University of Music in Havanna (Kuba) und an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig studiert, inzwischen lebt und arbeitet er in . In den elf Tracks von «Despertando» kann sich Pinera, der 2017 für das Vorgängeralbum «my picture» den Jazz-Echo als bester Drummer erhalten hatte, so richtig austoben, ohne dass dies je in rhythmische Kraftmeierei ausartet.

Im Gegenteil - der 36-Jährige ist, ähnlich wie sein Label-Kollege Wolfgang Haffner, ein dezent und feinsinnig auftrumpfender «Mannschaftsspieler», der seinen Mitstreitern als Bandleader viel Raum zur eigenen Entfaltung gönnt. Besonders Pianist Derado weiß dies immer wieder zu nutzen, etwa in der wunderbar lässig swingenden Version von Gato Barbieris berühmter Filmmusik «Last Tango in Paris» und im folkloristischen «La Comparsa» von Ernesto Lecuona, das im tiefsten Winter Sommerurlaubsgefühle weckt.

Auch auf die Konzerte dieser temperamentvollen Truppe darf man sich freuen. Ab Mitte Februar ist Diego Pinera in Trio-Besetzung auf Tour: 17./18.2. München, 9.3. Berlin, 25.3. Kiel, 29.3. Berlin, 23.5. Hamburg. 

dpa
Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo