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EDM in Belgien: Elektronik-Festival «Tomorrowland» boomt

Elektronische Tanzmusik zählt zu den erfolgreichsten Genres der Popmusik - und deutsche DJs spielen eine große Rolle. Beim belgischen «Tomorrowland»-Festival treten die Stars der Szene auf. Doch es geht längst nicht mehr nur um die Musik.

Tomorrowland

Beim Festival «Tomorrowland» geht die Post ab. Foto: Tomorrowland

Das Festival ist so beliebt, dass die 400.000 Tickets jedes Jahr binnen einer Sekunde ausverkauft sind: «Tomorrowland» ist eines der weltweit größten Treffen für Fans von elektronischer Tanzmusik - und das ausgerechnet im kleinen Belgien.

Am Freitag (20. Juli) startet das Spektakel wieder in der Nähe von Antwerpen - und zeigt einmal mehr, was für ein riesiger Geschäftszweig die elektronische inzwischen ist.

Neben mehr als tausend DJs erwarten die meist jungen Besucher Zirkusakrobaten, Feuerwerke, Konfettiregen, Go-Go-Tänzerinnen, Gourmet-Essen, Rauch speiende Riesendrachen und Jahrmarktbuden. Auch viele deutsche DJs wie Sven Väth, Felix Jaehn, Alle Farben oder Ben Klock werden beim «Tomorrowland» an den Reglern stehen. Denn deutsche Musiker prägen die Szene entscheidend mit. In der elektronischen Tanzmusik durchbrechen europäische Künstler die sonst übliche «angloamerikanische Dominanz» in der Popmusik, meint der Kulturwissenschaftler Thomas Hecken von der Universität Siegen.

«Deutsche DJs sind tatsächlich sehr erfolgreich in der Welt der internationalen DJs», sagt auch Ethan Baer, der Chef von «EDM.com», einem US-amerikanischen Blog für elektronische Tanzmusik. «EDM» ist die Abkürzung für «Electronic Dance Music» und beschreibt eine kommerziell besonders erfolgreiche Form der Elektromusik: Melodiöse und sehr tanzbare Lieder mit einfachen Beats. Populäre Vertreter sind etwa der Franzose David Guetta - der jedes Jahr auf dem «Tomorrowland» auftritt - und der Deutsche Robin Schulz. Auch er kommt nach .

Sieht man sich die Live-Auftritte der vergangenen Jahr an, fällt vor allem auf, dass niemand stillstehen kann. Treibende Beats im 4/4-Takt und Hunderttausende, die dazu die Arme recken.

«EDM macht es zum einen möglich, sehr einfache Melodien und Harmonien zu hören, weil sie durch die exakten Beats und digitalen, sterilen Sounds nicht allzu traditionell wirken, obwohl sie einen hohen Kitschfaktor besitzen», erklärt Kulturwissenschaftler Hecken die Beliebtheit. «Zum anderen funktioniert EDM gleichermaßen erfolgreich als Begleitklang, als zerstreute Hintergrundatmosphäre wie als Tanz- und Feiermusik, die intensiv und körperlich wahrgenommen wird.»

Die Fans wollen tanzen und feiern - doch beim «Tomorrowland» geht es, wie in der Szene allgemein, längst nicht mehr nur um die Musik. Für die Veranstalter und die großen DJs sind die Beats nicht zuletzt ein gutes Geschäft. Beim «Tomorrowland» kosten die teuersten Tickets 445 Euro, ein einfaches Tagesticket 94. Wie viel die Musiker bekommen, wollten die Veranstalter auf Nachfrage nicht sagen. Auch DJs wie Solomun, Sven Väth, Ben Klock, Dixon oder Robin Schulz äußerten sich nicht.

Doch Baer, der für «EDM.com» häufig mit Veranstaltern und DJs zusammenarbeitet, gibt einen Einblick: «Die Gagen sind natürlich sehr unterschiedlich, aber wir können definitiv bestätigen, dass berühmte DJs mindestens fünfstellige Beträge pro Auftritt bekommen, manchmal sogar sechsstellig.» Viele DJs haben Hunderte Auftritte im Jahr.

Elektronische Tanzmusik hat ein hohes wirtschaftliches Kapital, wie auch Hecken bestätigt. Das liege neben der Beliebtheit daran, dass die Genres günstig zu produzieren seien. Zwar fallen für die Topstars, mit denen das Geld gemacht werde, hohe Marketingkosten an - doch diese seien immer noch geringer als bei Popstars wie Rihanna.

Die Branche der elektronischen Tanzmusik expandiere immer weiter, sagt Baer. «Das bedeutet aber auch, dass die großen Namen es sich herausnehmen, mehr zu verlangen - Kosten, die an den Konsumenten weitergegeben werden.»

Das «Tomorrowland» zählt zu den größten Veranstaltern der Szene, ist laut Baer ein «Meilenstein», was Elektro-Festivals angehe, und «hoch respektiert in der Branche.» Doch alle werden nicht profitieren, wenn die Fans am Wochenende wieder ins Naherholungsgebiet De Schorre südlich von Antwerpen strömen.

«Der Großteil des Wachstums in der elektronischen Tanzmusik entfällt auf die Top-Acts und Top-Clubs», sagt Baer. «Für die meisten Künstler verändert sich nichts.» Es werde bei all der Musik, die täglich veröffentlicht wird, eher schwieriger, den Durchbruch zu schaffen. «Am Ende gibt es eine Verdichtung von Macht und Geld an der Spitze der Branche - und die wird es auch immer geben.»

dpa
Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo