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Israel gewinnt ESC: Starke Frau mit starker Stimme: Das müssen Sie über Netta wissen

Die israelische Sängerin Netta Barzilai kann man einfach nicht übersehen. Mit ihrem wuchtigen Körper in bunten Kostümen und ihrer markanten Stimme sticht die 25-Jährige heraus und gewann nun den ESC in Lissabon.

Sie ist füllig, sie ist laut, sie trägt schrille Outfits: Die Israelin hat ihren ganz eigenen, ungewöhnlichen Stil. Die 25-jährige Gewinnerin des Eurovision Song Contest 2018 feiert ihren kräftigen Körper, obwohl er nicht dem vorherrschenden Idealbild entspricht. "Du musst nicht dem Standardbild davon entsprechen, wie jemand aussehen, denken, reden und kreativ sein muss, um Erfolg zu haben", lautet ihre Botschaft an junge Frauen. 

Von einer musikalischen Karriere habe sie geträumt, solange sie denken könne. Barzilai ist das mittlere von drei Kindern, geboren wurde sie 1993 in der Stadt Hod Hascharon nördöstlich von Tel Aviv. In früher Kindheit verbrachte sie mehrere Jahre in Nigeria, wo ihr Vater als Vertreter eines israelischen Unternehmens arbeitete. Die typisch afrikanischen Klänge hätten sie zu den Tönen für ihren Siegersong "Toy" inspiriert, sagte Netta kürzlich der "Bild"-Zeitung.

Barzilais ungewöhnliches Lied "Toy" vermischt zeitgenössischen mit typisch koreanischem Pop, Hip-Hop und orientalischen Klängen. "Im Text geht es um das Erwachen weiblicher Power und soziale Gerechtigkeit, mit einer einfachen und direkten Botschaft", sagt die junge Frau. "Nämlich: Ich bin nicht dein Spielzeug." Dies gehe aber nicht nur junge Frauen an, sondern eigentlich jeden: "Seid stolz und nehmt euch selbst so an, wie ihr ausseht und denkt."

Mit der Trophäe in der Hand singt Netta ihren Gewinnersong "Toy" beim ESC 2018 in Lissabon

Mit der Trophäe in der Hand singt Netta ihren Gewinnersong "Toy" beim ESC 2018 in Lissabon

DPA


Als Kind wollte Netta ein dünner, schöner Star sein

Barzilai war allerdings nicht immer so selbstbewusst. Als Jugendliche habe sie durchaus mit ihrem Gewicht gehadert, erzählte sie dem israelischen Fernsehen. "Als Mädchen habe ich mir immer vorgestellt, dass ich ein dünner, schöner Star werde, dass es nur so klappen kann. Heute verstehe ich, dass ich es geschafft habe, ohne mich zu verändern. Wenn die junge Netta mich zur Primetime hätte sehen können, wäre die junge Netta weniger unglücklich gewesen", sagte die 25-Jährige nach ihrem Triumph in Lissabon.

Ihren Wehrdienst leistete Barzilai in einer Band der israelischen Marine. Anschließend studierte sie an der Rimon-Schule für zeitgenössische Musik und Jazz bei , in der Abteilung für elektronische Musik. Das Geld für ihren Looper verdiente sie als Kellnerin. Sie trat häufig in Bars in Tel Aviv und auf Hochzeiten auf. Einem größeren Publikum wurde sie nach ihrem Sieg bei dem israelischen Gesangswettbewerb "Hakochav Haba" (Der nächste Star) bekannt. Dort gewann sie das "goldene Ticket" für die Teilnahme am Eurovision Song Contest in Portugal.

In ihrem Song "Toy" geht es um weibliche Selbstbestimmung. "I'm not your toy, you stupid boy" (Ich bin nicht dein , du dummer Junge). Deshalb wurde Barzilai auch mit der der aktuellen #MeToo-Debatte in Verbindung gebracht. Die Sängerin sagte dazu, es sei "großartig, dass Frauen ihre Stimmen finden". Gedanken darüber, was andere von ihr erwarten, sieht sie als Zeitverschwendung. Denn das Leben sei kurz, sagt die 25-Jährige. "Wir sind doch nur eine Minute hier, und deshalb sollten wir die Zeit einfach genießen."

Sara Lemel und Stefanie Järkel/DPA; jum
Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo