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Grand-Prix-Siegerin Lena Meyer-Landrut: Lenas religiöse Seite

Gerade ist ihr Busenblitzer durch die Presse gegangen. Doch es gibt auch eine andere Seite von Lena Meyer-Landrut: Die Sängerin ist gläubig und war im Kloster von Taizé. Schon damals ist sie durch ihre Aura aufgefallen und in den Medien gelandet.

Von K. Buchner/C. Heidböhmer

Es gibt Menschen, die haben einfach diese Gabe. Sie fallen sofort auf. Haben eine Ausstrahlung, der man sich nicht entziehen kann. Dazu gehört Lena Meyer-Landrut, die Deutschland beim Grand Prix in Norwegen vertreten wird. Wie Kai aus der Kiste erschien sie bei Raabs Show "Unser Star für Oslo". Von da an lag das ganze Land dem "Fräuleinwunder" mit der natürlich-fröhlichen Art zu Füßen. Und bei jedem weiteren Auftritt in jeder weiteren Show im deutschen Fernsehen findet sie mehr Anhänger. Dabei ist die 18-jährige Abiturientin extrem clever beim Spiel mit der Öffentlichkeit. Private Details aus ihrem Leben gibt sie kaum preis, sie spricht ausschließlich über Musik.

Trotz ihres jugendlichen Alters hat Lena schon ein paar Erfahrungen mit den Medien gesammelt. Als Komparsin landete sie in der Kartei der Produktionsfirma Constantin Entertainment und wurde dort schnell entdeckt: Sie hatte Auftritte in den Sat.1-Sendungen "Richter Alexander Hold" sowie in "K11 - Polizisten im Einsatz", wo sie die Tochter eines Drogenbosses mimte. Schlagzeilen machte ihr Kurzauftritt in einer RTL-Dokushow, wo für den Bruchteil einer Sekunde ihr blanker Busen zu sehen war. Sie habe ja keinen Porno gedreht, kommentierte sie die Aufregung um ihre Person trocken und treffend.

"Das Taizé-Gefühl - total viel Glück"

Doch ihre mediale Vergangenheit ist so vielfältig wie ihre Begabungen: In einem im Januar 2009 erschienenen Bericht des Magazins "Geo", das wie stern.de zum Hamburger Verlag Gruner + Jahr gehört, offenbarte ihre Religiosität. "Wege zur Mitte" titelte das Magazin die Reise zu Orten, die als Ruhepol im Alltagsstress dienen.

Wie viele Jugendliche in ihrem Alter machte Lena Meditationsferien im Kloster von Taizé. Löffelte Konserven aus Plastiktellern, wusch dreckiges Geschirr, schrubbte die Böden in der Putzkolonne, diskutierte in Gesprächsgruppen über Gott und die Welt. Als Mitglied einer 15-köpfigen Gruppe des Katholischen Jugendpastoralen Zentrums Tabor in Hannover verbrachte sie im August 2008 eine Woche lang in der weltberühmten Pilgerstätte. Seit Frère Roger 1940 im französischen Burgund die romantische Dorfkirche als Ort der Versöhnung entdeckte und dort seine Ordensgemeinschaft von Taizé gründete, kamen Millionen von Gläubigen und ökumenischen Jugendgruppen aus aller Welt. Auch Lena war gebannt von der Anziehungskraft des Ortes und schwärmte über ihren Aufenthalt: "Es ist kein Gefühl, das es schon gibt. Es ist das Taizé-Gefühl - total viel Glück."

Lena ist aus der Gruppe herausgestochen

Zufällig war genau zu der Zeit auch ein Reporterteam von "Geo" unterwegs. Aus den rund 100.000 Gästen, die übers Jahr verteilt besuchen, hatte sich Fotograf Franz Killmeyer ausgerechnet Lena Meyer-Landrut, die in der Reportage stets nur mit Vornamen erscheint, als Motiv herausgepickt. "Sie ist mir wegen ihres bezaubernden Wesens sofort aufgefallen", sagt Killmeyer. Sie sei aus der Gruppe herausgestochen, ohne sich selbst in den Mittelpunkt zu rücken. Eine Woche habe er Lena begleitet und sie als "ziemlich facettenreiches Wesen, die auf der Suche nach Sinn war", erlebt. "Sie hat ein reines Herz, ich hoffe, das wird nicht geschwärzt", sagt der Fotograf über Lena.

In dem "Geo"-Bericht wird Lena als 17-jährige Gymnasiastin beschrieben, die in einer Jazzband singt und von einer Musical-Ausbildung träumt. Vor anderthalb Jahren habe sie "zum Glauben gefunden" und vor einem halben Jahr das erste Mal von Taizé gehört. Auf den Bildern sieht man sie, wie sie in einer Gesprächsgruppe sitzt, wie sie mit einem Freund auf freiem Feld unter blauem Himmel spazieren geht, wie sie beim Schlussgottesdienst in der Mehrzweckhalle inmitten der Gläubigen sitzt, in der Hand hält sie eine brennende Kerze, auf den Oberarm hat sie mit Kugelschreiber Sternchen gemalt.

Die Zeichen ihres Glaubens trägt Lena Meyer-Landrut auf der Haut: Auf dem linken Oberarm hat sie eine so genannte Ritterlilie eintätowiert - ein Zeichen des Verbandes Christlicher Pfadfinderinnen. Und um den Hals trägt sie eine Kette, deren Anhänger eine Mischung aus Kreuz und Taube ist, das Erkennungszeichen all jener, die schon mal in Taizé waren. Äußern wollte sich Lena Meyer-Landrut zu ihrem Aufenthalt in Taizé nicht.

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