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Leipziger Buchmesse: Dirk von Lowtzow: Musik ist mathematischer als Literatur

Dirk von Lowtzow ist Gast auf der Leipziger Buchmesse. Dort philosophierte der Tocotronic-Sänger über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Musik und Literatur.

Leipziger Buchmesse - Dirk von Lowtzow

Dirk von Lowtzow stellt auf dem Blauen Sofa sein Buch «Aus dem Dachsbau» vor, das Mitte Februar erschienen ist. Foto: Jens Kalaene

Im Schreiben für Songs und für literarische Geschichten sieht Tocotronic-Sänger Dirk von Lowtzow kaum Differenzen.

«Der Vorgang unterscheidet sich eigentlich gar nicht so sehr», sagte der 48-Jährige am Freitag während der Buchmesse in Leipzig. «Die Songs für Tocotronic fange ich zunächst auch zu Hause an, am Schreibtisch, auf dem Sofa, im Bett oder wo man das eben macht.»

«Das ist am Anfang ein einsamer, isolierter Prozess. Man ist dann mit sich allein mit einem Blatt Papier und irgendwie spiegelt man sich darin», schilderte er den Prozess auch für die Geschichten in seinem Buch «Aus dem Dachsbau» (Kiepenheuer&Witsch).

Der Unterschied sei, dass beim Song-Schreiben irgendwann eine Gitarre in der Hand sei. «Musik ist mathematischer als Literatur, weil Songs im Grunde genommen mathematisch aufgebaut sind», sagte von Lowtzow, «das muss aufgehen wie eine Gleichung.» Auch die Erzählungen für sein Buch seien ähnlich kuratiert wie ein Album von Tocotronic.

Das Buch sei als Konsequenz aus dem letzten, biografisch geprägten Album entstanden. «Jetzt können sich wieder Songs aus dem Buch ergeben», sagte der Sänger. Das finde er spannend bei den aktuellen Arbeiten zu einem neuen Album.

Dirk von Lowtzow, Aus dem Dachsbau, Kiepenheuer&Witsch, 192 Seiten, 20 Euro, ISBN: 978-3-462-05079-0

dpa