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10 Jahre nach Duisbrug: Dr. Motte plant Revival der Loveparade in Berlin – Betroffenen-Initiative unterstützt die Idee

Bereits am Montag startete die Spendensammlung "Fundraving" für die Neuauflage der Loveparade. Gründer Dr. Motte bekommt dabei Zuspruch von den Betroffenen der Katastrophe 2010.

Loveparade-Gründer Dr. Motte lehnt über einem Miniatur-Model der Loveparade

Zehn Jahre nach der Loveparade-Katastrophe plant Dr. Motte eine Rückkehr des Techno-Umzugs. Nach dem Vorbild der früheren Berliner Loveparade sollten wieder Raver durch die Hauptstadt ziehen, sagte der Berliner DJ am Montag vor Journalisten. "Seit Jahren häufen sich die Fragen an mich, wann kommt die Loveparade zurück", sagte Dr. Motte. "Die Sehnsucht scheint riesig zu sein."

Einen möglichen Termin für eine Neuauflage nannte Dr. Motte nicht. Dies hänge davon ab, wie stark tatsächlich der Wunsch nach einer Rückkehr sei. Messen wollen er und seine Mitstreiter dies an einer Spendensammlung für das Comeback. Dr. Motte erklärte, er wolle die neue Loveparade finanziell unabhängig von Sponsoren mit Spenden finanzieren. Er bezeichnete die am Montag gestartete Sammlung als "Fundraving". Mit diesem "Fundraving" wolle er "den Traum von einer neuen Parade" wirklich werden lassen.

Loveparade: Verein Lopa 2010 unterstützt das Vorhaben

In den Monaten nach der Loveparade-Katastrophe von Duisburg hatte der Künstler noch den nun angekündigten Schritt ausgeschlossen. "Die Loveparade ist vorbei, die kann es nach Duisburg nicht mehr geben", schrieb Dr. Motte damals etwa in der Wochenzeitung "Die Zeit".

Der Verein Lopa 2010, der Betroffene der Katastrophe mit 21 Toten und mehr als 650 Verletzten der damals in Duisburg veranstalteten Loveparade vertritt, erklärte: "Wir sind der Ansicht, es sollte wieder so eine Veranstaltung geben." Sie würden niemanden kennen, der nicht dieser Meinung sei, erklärten die Vorsitzenden des Vereins. "Wir unterstützen diese Veranstaltung."

Gleichzeitig kritisierten die Hinterbliebenen den Umgang mit den Opfern und deren Angehörigen. Bis heute sei kein Spendengeld an diese gezahlt worden, trotz offensichtlicher Notwendigkeit. Auch die Nachsorge sei immer noch mangelhaft und verschlimmere die Lage von Betroffenen.

meh / AFP