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Nude Casino: Iguana Death Cult: Rotzige Riffs, Rhythmen und Refrains

40 Minuten rotzige Riffs, Rhythmen und Refrains - immer auf die Zwölf: Mit ihrem Album «Nude Casino» beweisen Iguana Death Cult, dass toller Garagenrock auch in den Niederlanden zuhause ist.

Iguana Death Cult

Die Garage von Iguana Death Cult steht in Rotterdam. Foto: Tom van Huisstede/dpa

Als kämen sie direkt aus den US-Südstaaten, wo sie in einer engen Garage mit jugendlichem Ungestüm ihre punk-infizierte Rockmusik herausrotzen - so klingen Iguana Death Cult. Aber weit gefehlt: Diese Band stammt aus Rotterdam.

Der Rest, die Beschreibung ihrer Musik auf der zweiten IDC-Platte «Nude Casino» (Innovative Leisure/Groove Attack), stimmt indes mit der hörbaren Wirklichkeit überein: Garagen-Punk und -Soul, Südstaaten-Rock, die Surfmusik der Fifties - meist mit Mordstempo gespielt unter der Leitung von Sänger/Gitarrist Jeroen Reek, der die Truppe 2015 gründete. Wer 40 Minuten Spaß und Spielfreude haben will, liegt bei Iguana Death Cult genau richtig.

Es gibt derzeit ja ein kleines, aber feines Garagenrock-Revival, etwa mit Ty Segall, Thee Oh Sees, Tim Presleys White Fence oder Tijuana Panthers. Und der großartige Wüstling Jon Spencer als Vorbild der Jüngeren ist mit seinen diversen Bands auch immer noch unermüdlich aktiv (der 1996 gestorbene Jeffrey Lee Pierce und sein Gun Club leider nicht mehr).

Mit diesen Namen sind (in etwa) die stilistischen Koordinaten beschrieben, zwischen denen sich Iguana Death Cult bewegen. Und ihr «Half Frysian» oder «Castles In The Sky» erinnern mit ihren aufgedrehten Riffs, Rhythmen und Refrains an The Knack und ihr fantastisches «My Sharona» von 1979.

Man ahnt es schon: Was das Quintett hier veranstaltet, ist gewiss nicht die Zukunft der Rockmusik - eher ein sehr vergnüglicher Blick in eine teilweise Jahrzehnte zurückliegende Vergangenheit. «Aus dunklen Kaschemmen bis zum großen US-Festival SXSW» hätten die Jungs es in kurzer Zeit schon gebracht, berichtet das Label. Man kann sich gut vorstellen, dass Iguana Death Cult hier wie dort auch live stets begeisterten, seit sie 2017 ihr Debüt «The First Stirring Of Hideous Insect Life» veröffentlicht haben.

dpa