HOME

The Family Songbook: Ein besonderes Gesangbuch von den Haden-Drillingen

Dass der sprichwörtliche Apfel nicht weit vom Stamm fällt, erlebte der Jazz-Bassist Charlie Haden spätestens beim ersten Auftritt seiner Drillings-Töchter. Petra, Tanya und Rachel sind in der amerikanischen Musikwelt gut unterwegs, haben eine Vorliebe für Urtümliches.

The Haden Triplets

The Haden Triplets entführen in eine andere Welt. Foto: Trimeter Records/dpa

Geballte Musik-Power der Haden-Drillinge ist eher selten. Meist treten die Schwestern Petra, Tanya und Rachel einzeln im Background diverser Bands wie den Foo Fighters oder Queens of the Stone Age auf.

Aber wenn sie zu dritt auf die Bühne oder ins Studio kommen, wie etwa als die drei Schicksalsgöttinnen in Anais Mitchells Werk «Hadestown», ist das ein besonderes Erlebnis. Ihr bekanntester öffentlicher Auftritt war dann 2015 in New York das Memorial Concert für ihren Vater Charlie Haden - der legendäre Jazz-Bassist war im Jahr davor gestorben.

2014 erschien ihr erstes gemeinsames Album «The Haden Triplets», mit dem sie ihre Neigung zu ursprünglichen, urtümlichen, alten Country Songs unterstrichen. Mit Anleihen bei der Carter-Familie oder Bill Monroe, der als «Vater des Bluegrass» gilt, überraschten die gebürtigen New Yorkerinnen die Welt der Country Musik im Süden der USA.

Und jetzt kommt der nächste Schlag. Ihr neues Album «The Family Songbook» (Trimeter Records) behält den bisherigen Kurs Richtung alter Country-Songs und Klassiker bei. Ihr Großvater Carl Haden hatte in den 30er Jahren akribisch alte Lieder gesammelt, die früher bei besonderen Anlässen im kleinen Kreis auf dem Land gesungen wurden, die als Vorläufer der heute bekannten Country Musik gelten. «Solche Songs hört man einfach nicht mehr», meinte Petra Haden zu einzigartigen Werken wie «Ozark Moon» oder «Who Will You Love».

Mit ganz schlichter instrumentaler Begleitung versetzen die Haden-Sisters die Hörer in eine andere Welt, die Welt der einfachen und gottesfürchtigen Farmer aus dem alten Amerika. Songs wie «Wayfaring Stranger», den schon ihr Vater gesungen hatte, oder «Every Time I Try» mögen vielleicht nicht die Spitzenplätze der Charts erstürmen, dafür sind sie zu schlicht und zu urtümlich. Aber sie erhalten das Kulturgut einer anderen Zeit, in der andere Werte als Kommerz oder Geltungsdrang das Leben bestimmten. Und die Stimmen der drei Schwestern geben den Songs eine ganz besondere, melancholische Note.

dpa
Themen in diesem Artikel