HOME

Zeitreise: Punk-Biss und Pop-Brillanz: Joe Jacksons Doppeljubiläum

Doppeltes Jubiläum bei Joe Jackson: 40 Jahre sind seit dem Debüt des britischen Musikers vergangen, und nun bringt er sein 20. Studioalbum heraus. «Fool» beweist: Der Biss aus seligen Punk-Zeiten ist noch da, hinzu kommen Erfahrung und Klasse eines großen Songschreibers.

Joe Jackson

Joe Jackson meldet sich mit «Fool» in Top-Form zurück. Foto: earMUSIC/Edel

Langzeitfans von Joe Jackson können aufatmen: Die manchmal nervige Wichtigtuer-Phase des Sängers, Songwriters und Pianisten ist vorbei .

Nun macht er wieder «nur» richtig tolle Popmusik, die an seine Großtaten der 70er und 80er Jahre anknüpft. Das neue Album «Fool» (Earmusic/Edel) präsentiert einen Musiker, der juvenile Frische und gediegene Reife kongenial verbindet.

Wenn der Brite Jackson jetzt auf den größten englischen Dichter anspielt wie im quirligen Titelsong, dann tut er das augenzwinkernd und ohne sich allzu ernst zu nehmen: «Achtung: Könnte Spuren von «Was Ihr wollt» und »King Lear» enthalten», heißt es im Textblatt. «Ich habe hier ein wenig Shakespeare zitiert», räumt Jackson im Deutschlandfunk-Interview ein. «Ich wollte das nicht zu offensichtlich machen. Man weiß ja nie. Manche Leute könnten darauf allergisch reagieren.» Denn eigentlich sei «Fool» ein Lied über den Humor.

Apropos allergisch: So reagierten viele Verehrer, als der 1954 in Burton-upon-Trent geborene Jackson nach einer wilden Punk- und New-Wave-Frühphase (mit den Alben «Look Sharp», «I'm The Man», «Beat Crazy») allzu sehr in Eitelkeit und Publikumsbeschimpfung abglitt. Konzerte mit den Songs seiner grandiosen Jazzpop- und Latin-Platten «Night And Day» (1982) und «Body And Soul» (1984) konnten eine anstrengende Sache sein. Später komponierte Jackson für «Night Music» (1994) und «Symphony No. 1» (1999) gar klassisch inspirierte Musik - der Karriere tat es nicht gut.

Seine künstlerische Erholung - eine kreative Frischzellenkur, die sich zuletzt schon mit den Vorgängern «Rain» (2008) und «Fast Forward» (2015) sowie sehr sympathischen Live-Auftritten andeutete - setzt Joe Jackson nun auf «Fool» fort. 40 Jahre nach seinem Start, mit dem nunmehr 20. Studioalbum, hat sich der längst weißhaarige 64-Jährige viel vorgenommen.

Und er liefert umgehend. Der Opener «Big Black Cloud», mit mächtigen Piano-Riffs, eingängiger Melodie und mitreißendem Refrain, ist ein Start nach Maß. «No luck no money no sex no fun» singt Jackson da mit immer noch aufmüpfiger Stimme, und obwohl diese Zeile aus dem Punk-Handbuch der 70er entnommen sein könnte, zieht der Song den Hörer nicht herunter.

Das anschließende «Fabulously Absolute» mit einer schrillen Keyboard-Fanfare ist der nächste Volltreffer. Für «Dave» wendet sich Jackson dem für ihn so typischen perlenden Piano-Pop zu und erinnert an große britische Vorbilder wie The Kinks oder Small Faces. «Strange Land» berührt als majestätische Klavierballade, «Friend Better» groovt so lässig wie in seligen Britpop-Zeiten der Sixties, das orchestrale «Alchemy» ist einer der stärksten Jackson-Songs seit dem Welthit «Steppin' Out».

Überhaupt ist «Fool» wohl eine der vielseitigsten Platten in dieser langen, gewundenen Karriere - wie eine Best-of-Sammlung mit lauter neuen Stücken. Mögliche Retro-Vorwürfe nimmt Jackson dafür gern in Kauf: «Ich mag den Gedanken, dass das Album wie eine Reise wirkt, vom ersten bis zum letzten Song.»

Auf eine Reise durch 40 Jahre seiner persönlichen Musikgeschichte will er die Fans auch bei der im Februar beginnenden «Four Decade Tour» mitnehmen, die ihn im März/April nach Deutschland führt. «Ich kann es kaum erwarten. Let's party!», zitiert sein Label den Musiker. Schlechte Laune und überhebliche Blasiertheit - das war einmal. Nach dem Zeit- und Stilgenossen Elvis Costello mit dem herausragenden Album «Look Now» (2018) meldet sich nun also auch Joe Jackson in Topform zurück.

Konzerte Joe Jackson: 25.3. Kaufleuten, Zürich, 28.3. Admiralspalast, Berlin, 29.3.Fabrik, Hamburg, 31.3. Liederhalle, Stuttgart, 1.4. Muffathalle, München, 3.4. Gloria, Köln.

dpa
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.