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"The End of the F***ing World": Diese ungewöhnliche Netflix-Serie wird Ihr Herz brechen

Zwei 17-jährige Außenseiter auf einem waghalsigen Roadtrip: Diese neue Hype-Serie besteht aus nur acht 20-minütigen Folgen und zeigt dennoch eindrücklich, wie grandioses Fernsehen funktioniert.

Netflix-Serie: Trailer: "The End of the F***ing World

Ein gewisser ist bereits entstanden um die neue englische Serie, die es seit dem 5. Januar auf Netflix zu sehen gibt und die den knackigen Titel "The End of the F***cking World" trägt. Denn hier trifft der Charme von Indie-Filmen wie "Juno" oder "Sing Street" auf bissige Gesellschaftkritik, noch bissigeren Humor und eine wunderbar erzählte Geschichte. Unter den zahlreichen fast bombastisch produzierten Serien derzeit sticht diese mit ihrem ganz eigenen, leiseren Charme hervor.

In acht nur je 20-minütigen Episoden wird – basierend auf dem gleichnamigen Comic von Charles S. Forsman – die Geschichte des unwahrscheinlichen Liebespaares James (Alex Lawther) und Alyssa (Jessica Barden) erzählt. Die charakterstarke Alyssa sieht im schmächtigen Außenseiter James  das, was sowohl die Zuschauer als auch der 17-Jährige selbst erst viel später erkennen, und verliebt sich in ihn.

Denn anfangs ist der Junge, der als Kind den Suizid seiner Mutter miterleben musste, der festen Überzeugung, ein Psychopath zu sein. Um überhaupt etwas zu fühlen, tauchte er mal seine ganze Hand in eine Fritteuse. Und statt Alyssa  auf romantische Art näherzukommen, will er sie eigentlich – umbringen.

Es beginnt mit einer völlig skurillen Ausgangssituation

Doch erst mal kommt alles ganz anders. Eine unvorhersehbare Wendung folgt auf die nächste und plötzlich befindet sich das jugendliche Paar auf einem Roadtrip unter erschwerten Bedingungen.

Alex Lawther und Jessica Barden bewegen sich durch idyllische englische Landschaften und hübsch bedrückende Kleinstädte. Man könnte ihnen ewig dabei zusehen, wie sie kritisch die Welt um sich herum beäugen. Die beiden tollen Schauspieler tragen dabei die Story fast allein, mitunter wirkt die Serie wie ein Kammerspiel.

Die Welt, die meint es übrigens wirklich nicht gut mit ihnen. Die Erwachsenen, denen sie begegnen, haben es entweder auf den hageren Teenager James oder auf die hübsche Alyssa abgesehen. Abgesehen hat es schließlich auch die Polizei auf die beiden Ausreißer – verkörpert vom vielleicht sympathischsten Polizistinnen-Duo, das man bisher auf dem Bildschirm zu sehen bekam.

Netflix-Serie: Trailer: "The End of the F***ing World


Bekannte Gesichter der britischen TV-Szene mit dabei

Zwischen den durchweg fantastischen Schauspielern finden sich übrigens auch einige bekannte Gesichter, wenn man ein Faible für britisches Fernsehen hat. Matt King alias Super Hans aus der Kult-Serie "Peep Show" hat einen amüsanten Gastauftritt. Und Gemma Whelan, zuletzt zu sehen in der BBC-Shakespeare-Sitcom "Upstart Crow", spielt eine Polizistin.

Ohne zuviel verraten zu wollen: Nach ein paar Folgen ist man als Zuschauer Hals über Kopf verliebt in dieses seltsame Paar. Und man beginnt zu ahnen, dass ausgerechnet diese beiden durch und durch merkwürdigen Teenager mehr von der Welt verstehen, als all die eigentlich Erwachsenen um sie herum.

Und so bitter einige der Erkenntnisse aus dieser Serie sind – ihr geht nie der Witz flöten. Auf jede extreme Situation reagieren die Protagonisten mit dunklem britischen Humor und machen es dem Zuschauer leicht, die Geschehnisse zu schlucken. Dabei helfen auch die wunderschön gefilmten Bilder und großzügig eingestreute Indie-Songs.

Es ist schwer, dieses Stückchen Fernsehen ohne Spoiler zu würdigen. So viel sei gesagt: Am Ende wird man anerkennen, dass man eine so eigentümliche und so runde Serie lange nicht sehen durfte. Und feststellen, dass man Folge für Folge mehr Herz in das Glück von James und Alyssa investiert hat.

Ansehempfehlung! Unbedingt.

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