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Neuinszenierung in Hamburg: Stresow und Schrader in «Wer hat Angst vor Virginia Woolf?»

Es wird gekeift, gespukt und geschlagen: In der Neuinszenierung von «Wer hat Angst vor Virginia Woolf?» gehen die Schauspieler in Hamburg an ihre körperlichen Grenzen, um die Abgründe zwischenmenschlicher Beziehungen greifbar zu machen.

Wer hat Angst vor Virginia Woolf?

Maria Schrader und Devid Striesow lösten Begeisterung aus. Foto: Christian Charisius

Es ist ein Kampf, der ihnen alles abverlangt. Nach rund zwei Stunden Spielzeit sieht man den Darstellern auf der Bühne des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg ihre körperliche Erschöpfung förmlich an.

Die brachiale Darstellung der Beziehungsschlacht zweier amerikanischer Intellektueller scheint kurzzeitig ihren Tribut zu fordern. Intendantin Karin Beier präsentierte eine gelungene Neuinszenierung von Edward Albees weltberühmter Ehesatire «Wer hat Angst vor Virginia Woolf?» von 1962, in der die Protagonisten George und Martha ein skrupelloses Ehegefecht auskämpfen.

Begeisterung lösten Grimme-Preisträger Devid Striesow und Maria Schrader aus, die sich in den Hauptrollen einen ungehemmten Schlagabtausch liefern.

Bereits leicht alkoholisiert kommen der Geschichtsprofessor George und seine sechs Jahre ältere Frau Martha gegen zwei Uhr morgens von einer Feier nach Hause. Dort eröffnet Martha, die Tochter des Dekans, ihrem Mann, noch ein junges Paar auf einen Absacker zu sich geladen zu haben: den neuen Biologieprofessor Nick (Matti Krause) und seine Frau «Süße» (Josefine Israel). Vor vollendete Tatsachen gestellt, beginnt George einen Streit mit ihr, der jedoch mit dem Eintreffen der Gäste vollends aus dem Ruder läuft. Was folgt, sind wahre Sternstunden psychologischer Kriegsführung.

Es ist eine angekündigte Eskalation, ein Abend voller «lebensgefährlicher Mengen Alkohol, expliziter, nicht gendergerechter Sprache und der Darstellung häuslicher Gewalt», wie im Programmheft angekündigt wurde. Dass dabei das Fragile nicht verloren geht, liegt an der gelungenen Darbietung von Striesow und Schrader. Fulminant inszenieren sie den gnadenlosen Geschlechterkampf, bei dem sie sich gegenseitig an den Trümmern ihrer Beziehung, ihrer Kinderlosigkeit und ihrer Perspektivlosigkeit hochziehen, nur um sich im nächsten Moment mit eben diesen Trümmern erneut bewerfen zu können.

Sie ergeben sich ihrem Schicksal, manchmal beinahe wehmütig, wie Sonne und Mond, die im wiederkehrenden Rhythmus um die Herrschaft ihrer Machtsphäre konkurrieren, ohne den jeweils anderen jedoch nicht existieren können.

Dabei profitieren die Darsteller auch davon, dass Karin Beier bei ihrer Inszenierung auf Pausen verzichtet und den auf gut drei Stunden ausgelegten Stoff in Teilen gekürzt hat. So kann sich der Sog der Figurenkonstellation deutlich schneller entfalten, obgleich dies dem Stück im Umkehrschluss auch einen Teil seiner Interpretationsfläche raubt.

«Wer hat Angst vor Virgina Woolf?» wurde am 13. Oktober 1962 am Broadway uraufgeführt, weltweite Bekanntheit erlangte es durch Mike Nichols oscarprämierte Verfilmung mit Elizabeth Taylor und Richard Burton im Jahre 1966. Heute zählt die zynische Ehesatire in drei Akten zu den großen Bühnen-Klassikern des 20. Jahrhunderts.

dpa
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.