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Oimjakon Hier stößt der Mensch an seine Grenzen

Sieht aus wie im Winter Wonderland: Oimjakon
Sieht aus wie im Winter Wonderland: Oimjakon
© Spiridon Sleptsov/Shutterstock.com
Kalt, kälter, Oimjakon. Wer winterliche Temperaturen in Deutschland vermisst, sollte einen Abstecher ins entfernte Jakutien machen.

Schnee, Eis und winterliche Temperaturen? Gibt es nicht oft in Deutschland. Ganz anders sieht die Lage in Jakutien aus. In der Kältekammer Russlands gibt es ein Dorf, das als kältester Ort der Welt gilt: Die rund 450 Einwohner von Oimjakon leben bei zweistelligen Minusgraden - acht Monate lang.

Irgendwo im Nirgendwo, inmitten von Eis und Schnee liegt es, das Dorf Oimjakon. 1933 maß man hier den offiziellen Kälterekord von minus 67,8 Grad Celsius. Im Schnitt liegen die Temperaturen in den Wintermonaten bei minus 50 Grad Celsius. Einkaufen wird zur Herausforderung, der Schulweg zum Abenteuer, doch schneefrei bekommen die Kinder erst ab minus 52 Grad.

Der Permafrostboden erfordert Kreativität

Man hat sich an das Leben im (fast) ewigen Eis gewöhnt. Wer hier vor die Tür geht, ist dick eingepackt und macht nicht etwa den Fehler, mit einer Brille rauszugehen - die könnte nämlich auf der Nase festfrieren. Auch für uns Alltägliches, erfordert in Oimjakon Umdenken: So erlaubt es der gefrorene Boden kaum, Abflussrohre zu verlegen, wie der Fotograf Amos Chapple "The Weather Channel" berichtet. Darum seien die meisten Toiletten Plumpsklos und draußen.

Zwar können im Sommer die Temperaturen schon mal über die 20-Grad-Marke klettern, Obst- und Gemüseanbau ist wegen des Permafrostbodens trotzdem nicht möglich. Deswegen gehören Fisch und Pferdefleisch hier quasi als Grundnahrungsmittel zum Speiseplan. Wer auf den Geschmack gekommen ist und einen Abstecher in die entlegene Region machen möchte, ist eine Weile unterwegs. Von Jakutsk, der Hauptstadt der Region, führt eine Straße nach Oimjakon. Zwei Tage braucht man für die fast 1.000 Kilometer lange Strecke.

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