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Protest an der Oper: Künstler fordern Freiheit für Serebrennikow

Stuttgart - Mitarbeiter der Oper Stuttgart und russische Künstler haben am Sonntag Freiheit für den in Moskau in Hausarrest sitzenden Regisseur Kirill Serebrennikow gefordert. An der Fassade des Opernhauses brachten Künstler ein Banner mit der Aufschrift «Free Kirill» (Freiheit für Kirill) an.

Opernhaus Stuttgart

Ein Banner mit der Aufschrift «Free Kirill» (Freiheit für Kirill) über dem Portal der Oper in Stuttgart. Foto: Aleksandr Khavanov

Mitarbeiter der Stuttgart und russische Künstler haben am Sonntag Freiheit für den in Moskau in Hausarrest sitzenden Regisseur Kirill Serebrennikow gefordert. An der Fassade des Opernhauses brachten Künstler ein Banner mit der Aufschrift «Free Kirill» (Freiheit für Kirill) an.

Der Intendant trug ein T-Shirt mit dieser Aufschrift samt Porträt des Künstlers. Die Aktion war ein Protest gegen das Kommunikations- und Arbeitsverbot für Serebrennikow. Die Oper hielt trotzdem an der Neuinszenierung der Oper «Hänsel und Gretel» fest. Die Premiere der unvollendeten Arbeit ist für den Abend geplant.

Der Kultregisseur Serebrennikow wird von der Justiz verfolgt, weil er staatliche Fördergelder für seine Theaterarbeit veruntreut haben soll. Der 48-Jährige bestreitet die Vorwürfe. Zwar gebe es Unterstützerbriefe russischer Prominenter für Serebrennikow, sagte die Moskauer Theaterkritikerin Marina Davydowa. Eine solche Protestaktion wie in oder etwa Massenaktionen gebe es aber nicht, sagte sie. Insofern laufe die Solidarität in Russland ins Leere. Serebrennikow lebe in seiner etwa 40 Quadratmeter großen Wohnung «in totaler Isolation».

Der Komponist Sergej Newski meinte, dass sich die Lage für Künstler in Russland in den vergangenen Jahren deutlich verschlechtert habe. Bei vielen herrsche Angst. In einer Podiumsdiskussion beklagten Experten, dass künstlerische und ästhetische Fragen zunehmend von konservativen und russisch-orthodoxen Kräften politisiert würden. Das sei auch der Grund dafür, dass der Machtapparat gegen Serebrennikow vorgehe, meinte Davydowa.

dpa

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