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Sonja Gerhardt ohne Trophäe: «Familie Braun» holt International Emmy

New York - Einen Jubelschrei am Podium kann sich Produzentin Beatrice Kramm am Ende einfach nicht verkneifen. Als sie und das Team der vom ZDF produzierten Mini-Serie «Familie Braun» den International Emmy entgegengenommen haben, steht ihnen die Begeisterung ins Gesicht geschrieben.

Familie Braun

Lara (Nomie Laine Tucker) erzählt Kai (Vincent Krüger), dass sie als Adolf Hitler verkleidet zum Kostümtag in die Schule gehen möchte - Szene der vom ZDF produzierten Mini-Serie «Familie Braun». Foto: Andrea Andrea

Einen Jubelschrei am Podium kann sich Produzentin Beatrice Kramm am Ende einfach nicht verkneifen. Als sie und das Team der vom produzierten Mini-Serie «Familie Braun» den International Emmy entgegengenommen haben, steht ihnen die Begeisterung ins Gesicht geschrieben.

Mit der goldenen Trophäe holen die Macher der Serie um eine -WG den wichtigsten internationalen Fernsehpreis nach Deutschland und setzten sich am Montagabend (Ortszeit) damit gegen Konkurrenz aus Kanada, Argentinien und Brasilien durch.

«Vielen Dank an die Jurys auf der ganzen Welt, dass sie für unser kleines Programm gestimmt haben», sagte Kramm in ihrer kurzen Dankesrede auf der Bühne. «Es ist eine Serie, die mit relativ wenig Geld ausgekommen ist», erläuterte sie diesen Satz gegenüber der dpa im Anschluss. Die acht für das Internet produzierten und später im ZDF ausgestrahlten Episoden sind jeweils nur rund sechs Minuten lang. «Man muss ganz schnell einsteigen, man muss schnell Orientierung schaffen und man muss auch schnell wieder fertig werden», sagte ZDF-Redakteurin Lucia Haslauer zur Kürze des Formats.

Weniger Glück hatte Schauspielerin , die für ihre Rolle in der ZDF-Serie «Ku'damm 56» in der Kategorie als beste Darstellerin nominiert war. Die 28-Jährige unterlag der Britin Anna Friel, die in der Serie «Marcella» mitspielt. «Natürlich ist man enttäuscht. Man ist so nah dran und dann kriegt man's doch nicht», sagte Gerhardt der Deutschen Presse-Agentur am Rande der Gala. Die Nominierung sei aber trotzdem eine «ganz schön große Ehre», sagte Gerhardt. Mit «Ku'damm 56» hatte sie dieses Jahr bereits den Deutschen Fernsehpreis als beste Schauspielerin sowie den Bayerischen Fernsehpreis gewonnen.

Mit insgesamt vier Preisen in den elf Kategorien ging Großbritannien als stärkstes Land aus der Verleihung hervor. Auch Produktionsteams aus Norwegen, Belgien, Frankreich, Kanada und der Türkei nahmen mit nach Hause. Eine herbe Enttäuschung erlitt Brasilien, das mit neun Nominierungen in den Abend gestartet war, am Ende aber keine Auszeichnung gewann. 2016 war Deutschland gleich fünfmal nominiert gewesen und hatte drei International Emmys abgeräumt.

Das ZDF kündigte nach dem Sieg an, die Dramedy-Serie am Donnerstag noch einmal zu zeigen. «Familie Braun» dreht sich um das dunkelhäutige Mädchen Lara (Nomie Laine Tucker) und ihren Vater, den Neonazi Thomas Braun (Edin Hasanovic). Weil Laras Mutter in ihre Heimat Eritrea abgeschoben wird, muss sich der Vater plötzlich um das Kind kümmern, mit dem er bis dahin nichts zu tun hatte. «Man muss gegen Neonazismus kämpfen, wie man auch immer es kann», sagte Kramm über die humoristische Darstellung von Neonazis. Gerade mit Humor könne man bei diesem Thema sehr viele Menschen erreichen.

Die Gala in New York fand in jenem Hotel in Manhattan statt, in dem Donald Trump vor einem Jahr seinen Sieg bei der Präsidentschaftswahl gefeiert hatte. «Dies fühlt sich an wie der Schauplatz eines Mordes», scherzte der iranisch-amerikanische Comedian Maz Jobrani, der durch den Abend führte. «Ich weiß, dass einige von euch Trump gewählt haben, aber das ist euer Problem.»

Sowohl die Macher von «Familie Braun» als auch die trophäenlose Sonja Gerhardt versicherten, anschließend noch feiern zu wollen. «Leider ohne Alkohol, weil ich hochschwanger bin», sagte ZDF-Redakteurin Haslauer. «Aber die Stimmung ist auch ohne Alkohol sehr gut. Das Adrenalin haben wir im Blut, insofern werden wir es krachen lassen.»

dpa
Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo