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Tatort - Wer jetzt allein ist: Licht und Schatten bei Höfels' letztem Fall

Alwara Höfels ermittelt Pfingstmontag zum letzten Mal im "Tatort" - und spielt als Kommissarin Sieland bei den Ermittlungen mit dem Feuer.

Kommissarin Henni Sieland (Alwara Höfels) ermittelt undercover und lässt sich auf ein Date mit Petrick Wenzel (Aleksandar Jova

Kommissarin Henni Sieland (Alwara Höfels) ermittelt undercover und lässt sich auf ein Date mit Petrick Wenzel (Aleksandar Jovanovic) ein

Was wurden wir nicht schon vor den Gefahren des Online-Datings gewarnt. Doch der neue Dresdner " : Wer jetzt allein ist" (21. Mai, 20:15 Uhr im Ersten) richtet seinen Fokus - der Titel verrät es schon - weniger auf Dating-Portale als auf die Einsamkeit. Und die macht sich nicht nur bei den Mitgliedern des Portals "Love Tender" bemerkbar, sondern auch bei den Ermittlerinnen.

Darum geht es

Die 22-jährige Doro wird auf dem Parkplatz einer Disco erdrosselt. Schnell wird klar, dass einer der "Vogeljäger" dahinter stecken muss - eine Gruppe von Männern, die von Doro in dem Datingportal "Love Tender" vermeintlich mit Liebesversprechungen um viel Geld betrogen wurden und die daraufhin Drohvideos gegen Doro im Internet verbreiteten. Doch handfeste Beweise springen bei den Ermittlungen nicht raus. Henni Sieland ( ) und Karin Gorniak (Karin Hanczewski) entschließen sich also zu einer gewagten Undercover-Aktion: Entgegen der Warnungen von Kommissariatsleiter Schnabel (Martin Brambach) melden sie sich selbst bei dem Portal an und treffen sich auf Blind Dates mit den beiden Hauptverdächtigen. Doch die Undercover-Aktion läuft nicht nach Plan - und Gorniak kommt ihrer Zielperson näher, als es ihrer Kollegin lieb ist.

Lohnt sich das Einschalten?

Ja, auch wenn es bei dem Kriminalfall sowie bei der Inszenierung Licht und Schatten gibt. Regisseurin Theresa von Eltz streut genügend unaufdringlich inszenierte Spannungsmomente, um den Zuschauer bei der Stange zu halten. Das Spiel mit diffusem Licht und dem Unheimlichen des Unsichtbaren verliert jedoch dann seinen Reiz, wenn die Figuren buchstäblich im Dunkeln tappen. Besonders dem großen Showdown hätte eine Deckenlampe gutgetan.

Auch das Rätselraten, welcher der beiden Mörder-Archetypen denn nun der Täter ist, zieht sich hin. Die meisten Zuschauer dürften ihn längst erkannt haben. Hätte man das früher aufgelöst und sich ganz auf die großartig aufspielenden Schauspieler verlassen, hätte es die etwas plumpe "Deus ex Zeitungsartikel"-Auflösung am Ende nicht gebraucht. Denn die große Stärke des Films liegt im Zwischenmenschlichen und offenbart sich in Zweierkonstellationen: Der charismatische Überflieger mit dem weichen Kern (Daniel Donskoy) und Gorniak, die sich zu dem Mordverdächtigen hingezogen fühlt. Der verschrobene Einzelgänger (Aleksandar Jovanovic), dessen wichtigste Bezugsperson seine Mutter ist, und , die seine Schale knackt, um an Informationen zu kommen. Und die beiden Ermittlerinnen miteinander, die in nüchternen Gesprächen die Leere in ihrem Leben offenbaren.

Neue Konstellationen

Dass Alwara Höfels nun schon nach sechs Folgen ihren Hut nimmt ist schade, denn dass die Chemie bei diesem "Tatort"-Team stimmt, zeigt sich auch in "Wer jetzt allein ist" wieder. Vor allem die Interaktionen zwischen den Kommissarinnen untereinander und mit ihrem sperrigen Vorgesetzten sorgen für starke Momente. Und gerade Sielands brenzlige Undercover-Aktion ist es, die diesem "Tatort" die nötige Würze verleiht.

Ihre Nachfolgerin wird Cornelia Gröschel (30, "Honigfrauen") - das erste weibliche Ermittlerteam bleibt der "Tatort"-Landschaft also erhalten. Ob und wie es weiterhin zu Spannungen mit ihrem Chef Schnabel kommt, wird sich zeigen. Der sorgte indes für die amüsantesten Momente des Films: Ausgerechnet der biedere Kommissariatsleiter erweist sich als geborener Babysitter - beziehungsweise "Kerkermeister" - für aufmüpfigen Teenager-Sohn.

SpotOnNews
Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo