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ARD-Comedy Zwischen Fake-Profil und Tinderwertigkeits-Komplex: Carolin Kebekus über Online-Dating

Carolin Kebekus
Carolin Kebekus befasst sich in ihrer Show mit dem Thema Dating
© WDR
Dating-Plattformen und Apps boomen – daran hat auch die Corona-Pandemie nichts geändert. In ihrer Sendung befasst sich Carolin Kebekus mit dem Phänomen.

Erst vor wenigen Tagen hat Otto Waalkes auf ein Problem aufmerksam gemacht, dass er mit vielen Deutschen teilt: "Partnersuche ist heutzutage ein Problem", sagt der beliebte Komiker im Gespräch mit "Spiegel Online". Tatsächlich tun sich viele Menschen schwer, den richtigen Partner zu finden - was nicht immer nur an überzogenen Ansprüchen liegt. 

Die gute alte Kontaktanzeige hat schon seit Längerem ausgedient. Heute sucht man sein Gegenstück im Internet. Entweder über Online-Dating-Websites oder direkt via Tinder - der nach Instagram am zweithäufigsten heruntergeladene App der Welt. 

Dabei hat sich der Markt mittlerweile so stark diversifiziert, dass nach dem Motto "jedem Tierchen sein Pläsierchen" mittlerweile Plattformen für jeden Geschmack und jedes Bedürfnis existieren. So gibt es ein Dating-Portal für Suchende mit Herpes, eines für mittelmäßig Aussehende - und sogar eine Flirtplattform für Menschen, die auf Vokuhilas stehen.

Carolin Kebekus über die digitale Liebe

Doch seltsamerweise, merkt Carolin Kebekus an, gibt es trotz all dieser Seiten mehr Singles als je zuvor. Allein im Netz seien 2,5 Millionen Deutsche auf Partnersuche. Die Comedienne hat auch eine Idee, warum das so sein könnte. "Tinder und Co. wollen gar nicht, dass wir die große Liebe finden!" Denn aus marktwirtschaftlicher Sicht ist es für den Konzern doch viel besser, wenn wir unseren Traumpartner noch nicht gefunden haben.

Tatsächlich mache Tinder süchtig: "Jeder Swipe, jede neue Person ist ein kleiner emotionaler Kick - und man kann nicht aufhören, weil du nie weißt, ob beim nächsten Wisch nicht vielleicht noch jemand Spannenderes wartet." "All you can date" nennt das Kebekus in Anlehnung an ein Restaurant mit einer viel zu große Speisekarte.

Es geht um die Mechanismen dahinter

Während der Gebrauch dieser App bei manchen Nutzern zu Tinderwertigkeitskomplexen führe, weil sie schlecht gerankt werden, sind auf manchen Datingportalen sogenannte "Romance-Scammer" unterwegs. Menschen, die Partnersuchende mit Fake-Profilen betrügen. "Internetkontaktmarkt-Schreiber”, die Geld dafür kriegen, dass sie unter falschem Profil flirty Nachrichten schreiben, um zahlende Kunden bei Laune zu halten. Eine Masche, die in vielen Fällen sogar rechtens ist, da in den AGBs aufgeführt. 

Dennoch will Carolin Kebekus das Online-Dating nicht grundsätzlich verdammen. Ihre wichtigste Botschaft: "Man sollte die Mechanismen dahinter auf dem Schirm haben, bevor das eigene Geld für Flirt-Abos draufgeht." Gleichzeitig bricht sie auch eine Lanze fürs Alleinstehende: "Single sein ist überhaupt keine ansteckende Krankheit, die man dringend behandeln muss", so Kebekus. Ansteckend sei höchstens das, was man sich beim Dating einfängt, wenn man nicht aufpasst.

che

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