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"Der Nivea-Check": Die ARD schickt Beiersdorf auf den Prüfstand

Man findet sie in zahlreichen Badezimmern und Handtaschen in Deutschland: Die blaue Nivea-Cremedose. Die ARD hat den Hersteller Beiersdorf im "Nivea-Check" genau unter die Lupe genommen.

Fast jeder in Deutschland kennt die blaue Dose mit dem weißen Schriftzug "Nivea". Und fast jeder Mensch wächst hier mit den Hautpflege-Produkten der Hamburger Firma Beiersdorf auf. Das angesehene Traditionsunternehmen, das 2012 rund sechs Milliarden Euro umsetzte und 735 Millionen Euro Gewinn erwirtschaftete, dominiert auch im Ausland viele nationale Märkte. Die verbraucherorientierte ARD-"Check"-Reihe machte am Montag Halt bei Beiersdorf.

Die beiden Autoren Edith Dietrich und Benjamin Best vom Westdeutschen Rundfunk (WDR) klopften die Produkte von Beiersdorf auf ihre Qualität ab. Das Haar glänzt, so lauten die Laboruntersuchungen im WDR-Auftrag, mehr als bei vergleichbaren Shampoos. Aber die Verpackungen seien bis zu rund 75 Prozent größer als vom Inhalt her nötig. Fast alle Testpersonen seien nicht in der Lage gewesen, den tatsächlichen Packungsinhalt auch nur einigermaßen korrekt abzuwiegen.

Und weil jetzt Sommer ist, mussten sich auch Sonnencremes und 48-Stunden-Deos den kritischen Testern stellen. Das Deo gegen den Dauerstress ist laut WDR von fünf Probanden benutzt worden, die beruflich oder familiär regelmäßig unter Dauerbelastung stehen. Aber nur in einem Fall habe ein Tester während des zweiwöchigen Tests ausgesagt, das Produkt sei nützlich. Und zum Sonnenschutz: Praktisch ist nach dem WDR-Testergebnis das Spray mit dem Aufsatz fürs Selberauftragen auf den Rücken. Der Schutzfaktor günstigerer Cremes sei aber genauso gut.

Heiß diskutierte "Check"-Reihe

Außerdem warf der Film einen Blick auf die Arbeitsbedingungen. Die Marke Nivea existiert bereits seit 1911 - der Name wurde abgeleitet vom lateinischen Wort für Schnee: nix. Mittlerweile machen alle Nivea-Produkte fast zwei Drittel des Konzernumsatzes aus. Laut eigener Darstellung ist Nivea die bekannteste, größte und damit erfolgreichste Hautpflegemarke der Welt.

Mit dem Beitrag über die Beiersdorf-Produktion sendete die ARD ihren 13. Film in der "Check"-Reihe, die Anfang 2012 mit dem Lidl-"Check" begann. Der lockte gleich überraschenderweise 6,38 Millionen Zuschauer vor die Bildschirme. Auch wenn die Reihe in der Folgezeit diesen Wert nie wieder erreichte, blieb sie immer in der Diskussion: Unter anderem distanzierten sich die Unternehmen Rewe und TUI von der Berichterstattung über sie. Juristischen Ärger oder Gerichtsverfahren hat es laut WDR nie gegeben.

Bei Beiersdorf war der Film vor der Ausstrahlung noch nicht bekannt, hieß es vom Unternehmen. Am 8. Juli steht mit dem "Aldi-Check" der vorläufig letzte "Check"-Film auf dem Programm.

juho/DPA / DPA