VG-Wort Pixel

Holocaust-Überlebende bei "Lanz" Atze Schröder unter Tränen: Mit dieser großen Geste rührt er das Publikum

Markus Lanz
Bewegender Moment bei "Markus Lanz": Comedian Atze Schröder entschuldigt sich bei der Holocaust-Überlebenden Eva Szepesi für seinen Vater.
© Markus Hertrich/ZDF / DPA
Es war ein bewegender Moment: Der Comedian Atze Schröder sprach bei "Markus Lanz" unter Tränen über seinen Vater, der im Zweiten Weltkrieg Soldat war. Dann wandte er sich an die Holocaust-Überlebende Eva Szepsi.

Markus Lanz empfing am Donnerstag in seiner Talkshow die Holocaustüberlebende Eva Szepsi und ihre Tochter Anita Schwarz. Dann sprach er mit dem Experten Dr. Jonas Schmidt-Chanasit über den Coronavirus. 

Zwei schwere Themen hintereinander. Dagegen versprach der Abschluss dieses Abends heiter zu werden: Comedian Atze Schröder komplettierte die Runde – und lieferte zunächst mit vergnüglichen Geschichten über den Anfang seiner Karriere gute Unterhaltung ab. Eingespielte Szenen seiner ersten Musikband "The Proll" sorgten für großes Gelächter im Publikum. 

Markus Lanz spricht Atze Schröder auf seinen Vater an

Dann kam Markus Lanz überraschend auf Schröders verstorbenen Vater zu sprechen. "Einer meiner besten Freunde", wie der Comedian sagte. Dass er selbst beim Tod seines Vaters anwesend war und sich verabschieden konnte, empfand Schröder als großes Glück. Das habe allerdings verhindert, dass er trauern konnte. Erst zwei Jahre später habe ihn diese Trauer eingeholt. "Alles Unterdrückte steht eines Tages vor deiner Tür und haut dir zur Begrüßung in die Fresse", zitierte der 54-Jährige seinen Vater und schilderte, wie er in ein Tief gefallen sei.  

Schröder holte nun etwas weiter aus und erzählte seine tragische Familiengeschichte. Seine Großmutter sowie mehrere Brüder seines Vaters hätten sich das Leben genommen, sagte Schröder unter Tränen. Sein Vater, Jahrgang 1924, wurde als Jugendlicher in den Krieg reingezogen. "Der hat die schlimmsten Sachen gemacht als Soldat." Später kam er in russische Kriegsgefangenschaft. Er hat mit 17 das Haus verlassen und kam erst mit 30 wieder. Er sei "kaputt" gewesen, sagt der Comedian. Doch er hat nach dem Krieg für sich entschieden, diese Tür erstmal zuzumachen und ein gutes Leben zu führen. Viele seiner Brüder haben das nicht geschafft.

"Wir dürfen das nie vergessen"

Schließlich kam Schröder auf den Krieg zu sprechen: "Wenn er hier wäre, vermute ich, würde er sich entschuldigen", sagte Schröder unter Tränen in Richtung von Eva Szepsi und ihrer Tochter. 

Damit war die Sendung eigentlich zu Ende. "Das war ein denkwürdiger Abend", fasste Moderator Lanz die 75 Minuten zusammen. Doch ganz war es noch nicht vorbei. Atze Schröder erhob sich von seinem Platz, ging zu der Holocaustüberlebenden und sagte deutlich hörbar: "Es tut mir Leid." Auch bei ihrer Tochter entschuldigte er sich.

Am Schluss richtete er noch eine wichtige Botschaft an die Zuschauer. "Wir dürfen das nie vergessen." Worte, die in diesen Tagen umso wichtiger sind, in denen sich ein liberaler Politiker von einem Faschisten zum Ministerpräsident wählen lässt.


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker