HOME

Kindersendung: "Sesamstraße" führt Figur mit drogensüchtiger Mutter ein

Schon seit längerem versucht die "Sesamstraße" Kinder an Erwachsenenthemen heranzuführen. Neuerdings gibt es in der Kindersendung eine Figur, deren Mutter an Drogenproblemen leidet.

Karli aus der Sesamstraße

Die Figur Karli (r.) aus der Sesamstraße soll Kindern Drogenprobleme näher bringen

Fernsehen kann für Kinder negative Auswirkungen haben, andererseits aber können Sendungen sie auch mit Aspekten der Welt vertraut machen, zu denen sie sonst womöglich keinen Zugang hätten. Vor allem, wenn es um Probleme geht, die eigentlich meistens Erwachsene haben. Die "Sesamstraße" versucht das seit vielen Jahren. Die Macher der Kindersendung greifen immer wieder gesellschaftliche Phänomene auf und schreiben sie ihren Figuren auf den Leib.

Neuestes Mitglied im "Sesamstraßen"-Ensemble ist Karli, eine sechseinhalb Jahre alte Stoffpuppe mit gelben Haaren. Karlis Mutter hat ein Drogenproblem und befindet sich deshalb in einer Entzugsklinik. Karli selbst kommt aus diesem Grund vorübergehend in eine Pflegefamilie.

5,7 Millionen Kinder haben drogenabhängige Eltern

Wie die Non-Profit-Organisation der "Sesamstraße", "Sesame Workshop", mitteilte, ist es das erste Mal, dass in der Kinderserie das Thema Drogenabhängigkeit thematisiert wird. Damit wollen die Macher der Sendung den Kindern schwierige Themen näherbringen und vor allem diejenigen unter ihren kleinen Zuschauern repräsentieren, die unter diesem konkreten Problem leiden. Laut "Sesame Workshop" gibt es in den USA 5,7 Millionen Kinder unter elf Jahren, bei denen mindestens ein Elternteil an einer Suchterkrankung leidet.

"Niemand anders zeigt Substanzenmissbrauch aus der Perspektive kleiner Kinder", sagte Kama Einhorn von "Sesame Workshop". Auf der Website "Sesame Street in Communities" sprechen betroffene Kinder mit Karli über ihre Erfahrungen. Dazu gibt es Anleitungen für Erwachsene, wie sie mit ihren Kindern angemessen über dieses Thema reden können.

Zuvor hatte es in der Sesamstraße bereits Figuren gegeben, die in ihrer Familie Obdachlosigkeit und Hunger erleben oder deren Vater eine Gefängnisstrafe verbüsste. Auch eine autistische Figur tauchte schon auf.

Quellen: "Washington Post" / "Guardian" / "Sesame Street in Communities"  

epp