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"Stolberg": Moralist ohne Privatleben

Mit "Stolberg" sendet das ZDF einen Krimi der alten Schule: Hier interessiert nicht das Privatleben, nicht die coolen Sprüche, sondern ausschließlich die Aufklärung des Falls.

Von Carsten Heidböhmer

Der Neue am Freitagabend: Hauptkommissar Martin Stolberg (Rudolf Kowalski, Mitte)

Der Neue am Freitagabend: Hauptkommissar Martin Stolberg (Rudolf Kowalski, Mitte)

Bei der ersten Begegnung trifft der Zuschauer Martin Stolberg in der Horizontalen an. Friedlich schlummert der Hauptkommissar in seinem Bett, doch ein Anruf reißt ihn jäh aus seinen Träumen: Irgendwo ist wieder eine Leiche gefunden worden - und Stolberg muss seines Amtes walten. Schon in der nächsten Szene steht er in voller Montur am Tatort. Akkurat gekleidet und keine Spur von Müdigkeit. Mehr wird in dieser Folge nicht über das Privatleben des Ermittlers verraten. Nicht, ob es noch eine Frau an seiner Seite gibt. Nicht, in welchen Verhältnissen er lebt und was er in seiner Freizeit treibt. Hat er am Abend zuvor an einem Saufgelage teilgenommen? Oder ist er vor dem Fernseher eingenickt? Man wird es nie erfahren.

Schnell wird klar: In dem neuen ZDF-Freitagskrimi steht der Fall im Vordergrund - und nicht die privaten Kapriolen des Kommissars. Während der "Tatort"-Zuschauer inzwischen bis zu einem Drittel der Sendezeit mit den Eheproblemen, Liebschaften und sonstigen Vorlieben der Ermittler behelligt wird, geht es bei "Stolberg" nur um eines: den Täter dingfest zu machen. "Als wir die Figur entwickelt haben, haben wir uns entschieden: Wir lassen's mal mit der Familie. Wir lassen's mal mit den Sprüchen. Wir geben dem mal nichts. Wir ziehen ihn normal an, und der löst einen Fall", sagt Matti Geschonneck im Interview mit stern.de. Der renommierte, frisch mit dem Deutschen Fernsehpreis dekorierte Regisseur hat das Krimiformat entwickelt und führt bei den ersten beiden Folgen selbst Regie. Sechs Folgen sind bereits abgedreht. Ob es weitergeht, hängt von der Quote ab.

Der Lebensgefährte von Bella Block

Geschonneck verfügt über reichlich Erfahrung in diesem Genre: Er hat bereits zahlreiche "Tatort"- und "Polizeiruf"-Folgen inszeniert und so manchen Kommissar etabliert. Als das ZDF mit der Bitte an ihn herantrat, einen neuen Freitagabendkrimi zu entwickeln, sagte er sofort zu. "Wir sind sehr schnell übereingekommen, was für einen Typen wir haben wollten", erinnert sich Geschonneck. Ausgangspunkt für die Serie war die Figur des Ermittlers. Als Besetzung schwebte ihm der Schauspieler Rudolf Kowalski vor, der seinerseits als Lebensgefährte von Bella Block in der gleichnamigen Serie über eine einschlägige kriminologische Vorbildung verfügt. An dem Darsteller entlang entwickelte der Regisseur die Charakterzüge des neuen Kommissars.

Sein Blick sagt mehr als Worte

Und so geht der Neue höchst gemächlich zu Werke. Wer spektakuläre Verfolgungsjagden und gefährliche Schusswechsel sucht, sollte sich lieber alte Schimanski-Folgen anschauen, der nur wenige Kilometer rheinaufwärts in Duisburg dem Bösen nachstellte - testosterongeschwängert, exzessiv und mit derber Ausdrucksweise. Stolberg geht dagegen im feinen Düsseldorf seinem Beruf auf deutlich ruhigere Weise nach.

Nicht zuletzt seine Wortkargheit lässt Martin Stolberg als moralische Instanz erscheinen - ganz ohne zu moralisieren. Er hält dem Täter keine Gardinenpredigt. Stattdessen zeigt ihn die Kamera in Großaufnahme, wenn er wieder einmal dem Bösen auf die Schliche gekommen ist. Dann wirft der Kommissar einen leidenden Blick, der zu sagen scheint: Ich weiß, wie schlimm es um diese Welt gestellt ist. Dieses Wissen hat sich tief in sein Gesicht eingefurcht, hat seine Spuren hinterlassen. Doch klein gekriegt hat es diesen Mann nicht.

Aus der Mitte der Gesellschaft

Stolbergs Verhältnis zu seinen beiden Mitarbeitern Sofia Lechner (Victoria Mayer) und Florian Glade (Aurel Manthei) ist sachlich und distanziert. Die Konversation beschränkt sich hier auf rein Dienstliches. Diese komplette Reduktion bewirkt, dass die Folgen ihre Spannung einzig und allein aus dem Fall ziehen. Darin ist der neue Krimi übrigens dem alten "Derrick" nicht unähnlich. Doch während dieser zumeist hölzern in Schwabinger Villen herumstand und Upper-Class-Verbrechen aufklärte, finden die Straftaten bei "Stolberg" mitten in der Gesellschaft statt.

Gleich der erste Fall wirft ein gesellschaftlich relevantes Thema auf: Immobilienbetrug. Stolberg muss den Tod einer Krankenschwester aufklären. Schon bald stellt sich heraus, dass die Frau wegen eines überteuerten Wohnungskaufs hoch verschuldet und verzweifelt war. Akribisch deckt der Hauptkommissar die kriminellen Machenschaften auf. Der Plot ist dabei denkbar konventionell, böse Überraschungen erlebt hier keiner. Die Ermittlungen gehen sehr gemächlich voran, neue Erkenntnisse werden dem Zuschauer in leicht verdaulichen Portionen präsentiert, schließlich ist man hier beim ZDF und muss auf die besonderen Belange des ergrauten Publikums Rücksicht nehmen.

Als der Fall schließlich abgeschlossen ist, darf Stolberg wieder einsam seines Weges ziehen - bis das Handy das nächste Mal bimmelt und den Ermittler aus seinem nicht vorhandenen Privatleben reißt.

"Stolberg", ab dem 27. Oktober sechs Folgen freitags um 20.15 Uhr im ZDF

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(