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ARD "Tagesschau" entschuldigt sich für Falschmeldung über angeblichen Erfinder aus Simbabwe

Tagesschau Schwindler
Maxwell Chikumbutso in einem Instagram-Video vor seiner angeblichen Erfindung. Die "Tagesschau" nutzte ein ähnliches Motiv als Aufmacher
© Screenshot Instagram/saithtechgroup
Die "Tagesschau" hatte in einem Beitrag über einen Fernseher berichtet, der selbst Strom erzeugt – eine Falschmeldung, wie sie herausstellte. Jetzt hat sich die ARD-Redaktion entschuldigt.

Am Freitag veröffentlichte die "Tagesschau" auf ihrer Website eine erstaunliche Meldung: Die ARD-Nachrichtensendung berichtete darin über eine angeblich bahnbrechende Erfindung von Maxwell Chikumbutso, einem Mann aus Simbabwe. Er sollte einen Fernseher erfunden haben, der Strom erzeugt – und zwar auch dann noch, wenn er ausgeschaltet ist. 

Allerdings erwies sich die so sensationell erscheinende Erfindung als Betrug, der Nachrichtenbeitrag als falsch. Das hat nun auch die "Tagesschau" eingestanden. Juliane Leopold, Chefredakteurin Digitales von ARD-aktuell, schrieb im Tagesschau-Blog, dass die Afrika-Korrespondentin, die den Beitrag produziert hatte, darum gebeten habe, das Stück wieder offline zu nehmen.

"Tagesschau"-Reporterin geht angeblichem Erfinder auf den Leim

"Ich bin den pseudowissenschaftlichen Erklärungen des Protagonisten meines Beitrags aufgesessen. Die Forschungen des Simbabwers sind wissenschaftlich nicht belegt", erklärte die ARD-Korrespondentin. "Es ist wahrscheinlich, dass sie auch nie belegt werden, weil sie physikalischen Grundsätzen widersprechen." Zudem entschuldige sich die Journalistin für die Falschmeldung. Diese treffe sie selbst zutiefst in ihrem "journalistischen Selbstverständnis".

In dem Originalbeitrag der "Tagesschau" hieß es zunächst noch, dass Wissenschaftler aus den USA die Technologie getestet und ihre Funktionstüchtigkeit bestätigt hätten. Wenig später aber schon musste die Autorin des Beitrags auf Twitter einräumen, dass sie keinen Kontakt zu diesen Forschern aus den Vereinigten Staaten bekommen habe. Stutzig gemacht hatte das die Reporterin anscheinend nicht.

Chefredakteurin Leopold sprach ihr Bedauern über die Falschmeldung aus: "Wir von tagesschau.de bedauern sehr, dass wir hier eine 'Ente' veröffentlicht haben. Hohe Qualitätsansprüche an journalistische Arbeit sind uns sehr wichtig, und wir gehen davon aus, dass alle Korrespondentenberichte, die wir veröffentlichen, vorab nach allen journalistischen Grundregeln geprüft wurden. Jetzt arbeiten wir gemeinsam daran, die Abläufe weiter zu verbessern."

Quellen: "Tagesschau" / Jana Genth auf Twitter

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