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"VOXStimme" Zwei Minuten mit Wirkung: Warum Jochen Schropp im Fernsehen Blut spendet

VOXStimme: Jochen Schropp äußert sich zum Thema Blutspenden
Sehen Sie im Video: #VOXStimme – homosexueller Moderator Jochen Schropp fordert Blutspende für alle.




Ja...läuft bei mir! Ihr seht richtig, ich spende Blut vor laufender Kamera und das aus einem wichtigen Grund.
Mein Name ist Jochen Schropp, ich bin schwul und genau das ist das Problem bei der Blutspende: denn mein Blut, das anderen das Leben retten könnte, darf ich nur spenden, wenn ich ein Jahr lang keinen Sex mit einem anderen Mann habe, nicht mal mit meinem eigenen Partner. Ich finde das ist absurd und diskriminierend und ich frage mich, wann hört diese Diskriminierung endlich auf? 
Hintergrund für das alles ist die AIDS-Krise der 80er Jahre, das ist mir natürlich klar. Aber heute leben und spenden wir im Jahre 2021! Blutspenden werden auf jegliche Arten von Krankheiten überprüft, die Verfahren immer sicherer. Wir brauchen Blutkonserven dringender denn je, denn es gibt einfach zu wenig davon! Blut ist ein wertvolles und seltenes Gut. So selten, dass Menschen sterben, weil Blutkonserven fehlen, und das muss sich ändern!
Dafür kämpfe ich, dafür kämpfen wir homo- und bisexuellen Männer und trans*identen Menschen, damit auch wir endlich diesen so wichtigen Beitrag zur Gesellschaft leisten dürfen.
Ja dieses Blut, mein Blut, könnte ein Menschenleben retten, aber dafür müsste es in den nächsten 20 Stunden weiterverarbeitet werden und dazu wird es nicht kommen, denn aktuell darf es nicht als Spende verwendet werden.
Liebe Bundesärztekammer, liebe Politiker*Innen, liebe Institute, der September kann ein historischer Monat werden, ihr habt’s in der Hand: ändert die Blutspende-Richtlinien! Lasst uns schwule Männer, lasst bisexuelle Männer und trans*idente Menschen unter normalen und gleichberechtigten Bedingungen spenden. Wir geben Euch unser Blut! Also sorgt bitte dafür, dass wir auch spenden dürfen, denn unser Regenbogenblut rettet Leben!
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Im neuen Format "VOXStimme" zeigt der Fernsehsender Haltung. Die Protagonisten der Sendung haben zwei Minuten Zeit, auf ein wichtiges Thema aufmerksam zu machen. Zur Premiere hatte Moderator Jochen Schropp das Wort. 

Mit seinem neuen Short-Format "VOXStimme" will der Fernsehsender Haltung zeigen. Montags bis Freitags stehen dafür zwei Minuten Sendezeit bereit, von 20.13 Uhr bis 20.15 Uhr. Manchmal hat ein Promi das Wort, manchmal ein unbekannter Mensch. "Geradeheraus, meinungsstark und ganz persönlich" sprechen die jeweiligen Protagonisten laut Vox zum Publikum. 

"VOXStimme" startet mit Jochen Schropp

Den Auftakt gab am Mittwochabend "Promi Big Brother"-Moderator Jochen Schropp. "Läuft bei mir! Ihr seht richtig, ich spende Blut, vor laufender Kamera… Und das aus wichtigem Grund", sagte er auf einer Krankenliege liegend. "Mein Name ist Jochen Schropp. Ich bin schwul und genau das ist das Problem bei der Blutspende. Denn: Mein Blut, das anderen das Leben retten könnte, darf ich nur spenden, wenn ich ein Jahr lang keinen Sex mit einem anderen Mann habe, nicht mal mit meinem eigenen Partner. Ich finde das ist absurd und diskriminierend. Und ich frage mich: Wann hört diese Diskriminierung endlich auf?", sagte er.

Dass Schwule und bisexuelle Männer in Deutschland kein Blut spenden dürfen, führt seit einigen Jahren zu Diskussionen, Unverständnis und Wut. "Hintergrund für das alles ist die AIDS-Krise der 80er Jahre, das ist mir schon klar. Aber heute leben und spenden wir im Jahre 2021! Blutspenden werden auf jegliche Arten von Krankheiten überprüft, die Verfahren werden immer sicherer. Wir brauchen Blutkonserven dringender denn je! Denn es gibt einfach zu wenig davon. Blut ist ein wertvolles und seltenes Gut. So selten, dass Menschen sterben, weil Blutkonserven fehlen. Das muss sich ändern", sagte Schropp. 

Zehntausende feierten beim CSD in Berlin – wegen der Corona-Pandemie viele mit Maske

Sein Blut wird nicht weiterverarbeitet

Schropp stellte anschaulich dar, was das Problem ist. Denn das Blut, was er sich im TV abnehmen ließ, wird niemandem helfen. "Dieses Blut, mein Blut, könnte ein Menschenleben retten. Aber dafür müsste es in den nächsten 20 Stunden weiterverarbeitet werden! Dazu wird es allerdings nicht kommen. Denn aktuell darf es nicht als Spende verwendet werden", erklärte er und rief dazu auf, die Blutspende-Richtlinien zu verändern. 

"Lasst uns schwule Männer, lasst bisexuelle Männer und trans*idente Menschen unter normalen und gleichberechtigten Bedingungen spenden. Wir geben Euch unser Blut. Also sorgt bitte dafür, dass wir auch spenden dürfen. Denn unser Regenbogenblut rettet Leben", sagte Schropp abschließend. 

Manchmal braucht es nicht mehr als zwei Minuten, um eine große Wirkung zu erzielen.

ls

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