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Christiane Hörbiger ungeschminkt in ARD-Drama: Auf der Straße

Manchmal geht alles ganz schnell, und von jetzt auf gleich kann ein Leben vorbei sein. Zurück bleiben trauernde Angehörige. Christiane Hörbiger überzeugt in der Rolle einer Gestrandeten.

Christiane Hörbiger als Hanna Berger im Film Auf der Straße

Der schnelle Absturz: Hanna Berger, gespielt von Christiane Hörbiger, lebt auf der Straße

Gerade eben saß der Gatte noch auf dem Sofa, bei einem Glas Rotwein - und im nächsten Moment kippt er herunter und ist tot. Er hatte eine chronische Herzerkrankung, die Geschäfte seiner Weinexpedition in Hamburg liefen nicht mehr gut - und von all dem wusste die Ehefrau nichts: Hanna Berger (Christiane Hörbiger) steht mit Mitte 70 vor dem Nichts. So beginnt der Film "Auf der Straße", der am Montag (20.15 Uhr) im Ersten zu sehen ist.

Er läuft im Rahmen des Themenabends "Armut und Verschuldung", zu dem im Anschluss (21.45 Uhr) auch die "#Beckmann"-Reportage "Absturz in die Schuldenfalle" gehört.

Bald sind Geldbörse und Kühlschrank leer

Zur Beerdigung findet sich auch Hannas Tochter Elke (Margarita Broich) ein. Es regnet, aber es fließen keine Tränen, allenfalls ein leises Schluchzen ist zu hören - und außer einem kurzen "Hallo" kommt kein Gespräch zustande. Auch ihrer eigenen Familie - Freund Lars (Dirk Borchardt) und Tochter Paula (Amber Bongard) - sagt die Besitzerin eines Restaurants nichts, denn für sie waren ihre Eltern schon lange tot. Den Grund hierfür erfährt man erstmal nicht.

Derweil sichtet Hanna, gemeinsam mit ihrer Freundin Gabi (Gundi Ellert), die Papiere und stößt auf viele unbezahlte Rechnungen. Als ihre EC-Karte eingezogen wird, erfährt sie von ihrer Bank, dass ihre Wohnung gepfändet werden muss und sie hohe Schulden hat. Der dringend nötige Gang zum Sozialamt und zur Schuldenberatung wird zum Offenbarungseid, und alsbald ist die Geldbörse leer - und der Kühlschrank auch.

"Ich bin keine Invalidin, und ich bin nicht krank. Ich suche mir wieder Arbeit", sagt die gelernte Friseurin. Sie fischt die Zeitung aus dem Papierkorb, sie will sich eine günstigere Wohnung suchen und muss dafür Formulare ausfüllen und Auskünfte erteilen. Auch einen Job bekommt sie nicht, da sie keinen festen Wohnsitz mehr hat - ein Teufelskreis. "Ich bin nicht zu Gast, ich bin gestrandet", sagt sie zu Gabi, die sie aufnehmen will - doch auch dort hält es Hanna in ihrem Stolz nicht.

Es darf auch mal wieder eine Komödie sein

Sie stromert - mit ihrer letzten kleinen Habe - durch das nächtliche Hamburg, wird ausgeraubt, sammelt Essensreste auf, trinkt Alkohol aus gefundenen Flaschen, bettelt um jeden Euro und landet in einem Wohnheim. Erst sehr spät finden Mutter und Tochter doch zueinander, und alles Ungesagte wird endlich ausgesprochen: Das Besserwissen, das Wegschauen, das gegenseitige Unverständnis, die Überforderung.

Christiane Hörbiger feiert am 13. Oktober ihren 77. Geburtstag. Ähnlich wie in ihren jüngsten Filmen, "Zurück ins Leben" (Alkoholsucht), "Stiller Abschied" (Alzheimer-Krankheit) und "Bis zum Ende der Welt" (Ausländerfeindlichkeit), tritt sie auch in ihrem neuesten Film ungeschminkt und verhärmt aussehend vor die Kamera. "Ich finde es gut für meinen Lebensweg zwischen dem älter werden und dem alt werden, dass man auf das Wesentliche kommt und Stoffe macht, für die man sich nicht genieren sollte", sagt Hörbiger. "So spiele ich durchweg nur Figuren, die meinem Alter entsprechen, und ich bin ich sehr glücklich über diese wunderbaren Angebote, in denen es um gesellschaftskritische Stoffe geht. Aber eine Komödie darf es nun schon auch einmal wieder sein."

Ein Happy End gibt es nicht

Ihr Porträt als sture und verbitterte Frau, die aus dem Leben fällt, ist großartig und fein beobachtet, der Zuschauer kann ihrem optischen und seelischen Verfall und dem Verlust jeglicher Würde schaudernd zuschauen. Hanna macht sich selbst und allen anderen vor, sie sei immer noch etwas Besseres - und muss doch ihre letzten persönlichen Dinge wie Ohrringe und Armbanduhr verscherbeln. Während sie sich in ihrem Stolz verbohrt, macht sich Elke auf die Suche nach ihr. Sie fühlte sich einst ungeliebt und ungewollt von ihr, sie hatte jung ihr erstes Kind verloren, weil Hanna sie zur Abtreibung nötigte - und danach war jeglicher Kontakt abgebrochen.

Zugegeben - diese Geschichte wirkt schon ein wenig konstruiert, und zeitweilig gerät der Film etwas zu melodramatisch. Aber insgesamt bleibt das Geschehen glaubwürdig - ein Happy End wird nicht geboten, Hanna schaut schließlich doch wieder in einen Abgrund. Regisseur Florian Baxmeyer (40), selbst studierter Soziologe, inszenierte sein Sozialdrama nach einem Drehbuch von Thorsten Näter. Christiane Hörbiger, die weder sich selbst noch den Zuschauer schont, trägt diesen schwierigen Stoff rund um das Thema der plötzlichen Verschuldung und Obdachlosigkeit sehr eindrucksvoll.

Von Klaus Braeuer, DPA
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(