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Charlotte Roche bei Kerner: Analsex und Nasenhaare

Bestsellerautorin Charlotte Roche war bei Johannes B. Kerner geladen - und wie zu erwarten drehte sich das Gespräch sogleich um Analverkehr. Das animierte die übrigen Gäste zu intimen Geständnissen. Doch will der Zuschauer wirklich wissen, was Johannes B. Kerner mit seinem Nasenhaar macht?

Von Carsten Heidböhmer

Johannes B. Kerner, Charlotte Roche, Ruth Westheimer

Johannes B. Kerner, Charlotte Roche, Ruth Westheimer

Das Leben als Erfolgsautorin ist nicht einfach. Zwar belegt Charlotte Roche seit Monaten den Spitzenplatz der Bestsellerliste, rund 1,1 Millionen Mal verkaufte sich ihr Buch "Feuchtgebiete" bislang. Was die Autorin daran verdient hat, erfuhr der Zuschauer nicht. Dafür sprach sie in der Talkrunde bei Johannes B. Kerner umso mehr über die Schattenseiten des Ruhms. Seit Januar habe es keinen Tag gegeben, an dem sie nicht über Sex habe reden müssen, klagte Roche. Und auf der Straße werde sie von wildfremden Menschen angesprochen, die mit ihr über Analverkehr reden wollen.

Und schon war man beim Thema des Abends angekommen: Kein Gespräch über die "Feuchtgebiete", das sich nicht nach spätestens zwei Minuten um Sex dreht. Da mochten die anwesenden Leser noch so stark den Ekel betonen, der sie beim Lesen dieses Buches überkommen habe: Darüber reden wollten dann doch alle.

Und so hatten die Gäste in der Talkrunde viel zu dem Thema beizutragen. Die Sexualtherapeutin Ruth Westheimer forderte das Publikum sogleich auf, einmal laut das Wort "Popo" zu sagen - ein Angebot, das die Zuschauer dankend annahmen. Was raus muss, muss raus.

"Muss das denn bei mir in der Sendung sein?"

Das konnte Roger Willemsen locker toppen. Er bekannte freimütig: "Ich habe beim Lesen nicht auf meine Erektion gekotzt. Das lag aber nur daran, dass ich keine hatte." Als er dann noch bereitwillig über das Rasieren seiner Intimzone Auskunft geben wollte, musste Johannes B. Kerner doch einschreiten: "Muss das denn bei mir in der Sendung sein?"

Markus Lanz ("Das Buch hat mich weder amüsiert, noch war es große Literatur") konnte immerhin noch beitragen, dass er sich nicht die Beine rasiere und auch gar kein Brusthaar habe.

Nachdem nun alle etwas von sich preisgegeben hatten, war der Gastgeber an der Reihe. Und weil es in seinem Leben offenbar nichts Abgründiges gab, konnte er immerhin sein eines Haar anführen, das ihm auf der Nase wachse. Und deckte damit schonungslos ein gesellschaftliches Tabuthema auf: "Ist Nasenhaarschneiden schon Hygiene-Terror?", fragte Kerner besorgt.

Ja, so tiefgründig ging's in der Runde mit "Sexual-Heidi" zu, wie Willemsen Charlotte Roche wegen ihrer biederen Julia-Timoschenko-Frisur nannte.

Und wo man gerade so hoch intellektuell plauderte, fand sich auch schnell eine Antwort auf die Frage, woher denn dieser Hygiene-Terror komme. Natürlich: Wie alles Böse kommt auch diese Welle aus Amerika, wusste Roche zu berichten. Während Markus Lanz als Einziger noch sein kritisches Bewusstsein eingeschaltet hatte und dem widersprechen wollte, steckten Roger Willemsen und Johannes B. Kerner schon ihre Nasen zusammen und schnupperten an der offensichtlich wohlriechenden Charlotte Roche.

Roch gar nicht so übel, der Hygiene-Terror.