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"Ich bin ein Star": Wer fliegt raus? Der Check

Dschungelcamp, Tag 8: Auf das, was RTL seinen Wildnis-Campern gestern zumutete, war keines der Sternchen gefasst - Rechnen und Lesen. Dagegen war die Dschungelprüfung selbst für Peter Bond ein Klacks. Die Hälfte ist vorbei - Zeit also für den "Wer fliegt raus?"-Check.

Von Ulrike Klode

Lorielle London - das Lottchen

Das Küken schlägt sich gut. Überraschend gut. Die Schon-Frau mit dem noch-männlichen Geschlechtsteil hat auch gestern Abend wieder gezeigt, was sie kann: Kleine, süße Ratten knuddeln, die sich ins Camp verirrt haben, und sie in ihrem ausladenden Dekolletee herumlaufen lassen. Geschlechtsumwandlungen detailliert erklären. Und bibbern, wenn es ums Ganze geht. Denn wie der Rest dachte auch Lorielle, dass bereits jetzt einer ausscheiden muss, Rechnen ist eben nicht unbedingt ihre Stärke. Und wie wurde sie auf die Folter gespannt! Als endlich ihr Name fiel, zitterte sie am ganzen Körper – völlig unnötig. Und als dann klar war, dass weder sie noch jemand anderes ausscheiden würde, flossen die Tränen. Da wurden Erinnerungen wach, an die fiesen, fiesen "Deutschland sucht den Superstar"-Zeiten, in denen sie damals noch als Lorenzo immer wieder bibbern musste. Die arme Kleine! Das kommt gut an und könnte die Autobahn zum Sieg sein. Schlecht allerdings ihr Vorsatz am Ende der Sendung: "Jetzt heul ich nie wieder. Das ist peinlich!" Ganz falsche Abzweigung, meine Liebe. So wirst Du nie der Spur des tapferen Drama-Königs Ross Anthony folgen können, der mit viel Gejammer, Gekreische und Gelächter Dschungel-King 2008 wurde. Prognose: Wenn Lorielle weiter hin und wieder etwas Drama ins Camp bringt und viel Busen zeigt, kommt sie ganz weit.

Giulia Siegel - die Attestkönigin

Was sie nicht umbringt, macht sie nur noch härter. Mit einem Dutzend Phobien und ganz vielen anderen Gebrechen im Gepäck ins Camp eingezogen, hat sie sich äußerst erfolgreich durch eklige Dschungelprüfungen durchgebissen und dem Bond gezeigt, wo die Sterne hängen. Das Publikum meinte es gut mit ihr - und nominierte sie gleich für drei Bewährungsproben. Augen zu, Phobien und Schmerzen vergessen, und durch. Sympathien wird sie nur wenige gewonnen haben, doch Respekt hat sie sich erarbeitet. Und dass sie nicht zu tough geworden ist, hat sie gestern Abend demonstriert: Beim traditionellen Briefe-Vorlesen aus der Heimat hat sie bei den Sätzen von ihren Kindern einen Heulkrampf bekommen. Prognose: Eine liebende Mutter, die ums Essen kämpfen kann - mit dieser Rolle wird sie sich noch ein paar Tage im Camp halten.

Mausi Lugner - die Unverstandene

Eine Österreicherin unter lauter Deutschen. Schon rein sprachlich schwierig: "Wenn sie ihre Anordnungen gibt, dann verstehe ich sie nicht und so kann ich mich immer rausreden, sie nicht verstanden zu haben", mit dieser Begründung ernannte Ingrid van Bergen die berühmte Ex-Frau zur Teamchefin. Und auch Norbert Schramm durfte etwas dazu sagen: "Ich verstehe sie nicht. Sie spricht so schnell." Schwierig für die Macher der Sendung: Wie kann man einer Frau, der das Publikum nur schwer folgen kann, viel Sendezeit geben? Mausi wird machen können, was sie will - sie wird einfach immer raus geschnitten. Prognose: Sie fliegt sehr bald. Ein Verlust nur für den Moderatorenspaß. Dialoge zwischen Dirk Bach und Sonja Zietlow wie: "Die deutsche Geschichte bestätigt sich mit Teamchefin Mausi: Da gibt man die Führung in österreichische Hände und was kommt raus? Hunger, Armut und... ?" "Trümmerfrauen!" wird es nach ihrem Rausschmiss leider nicht mehr geben.

Peter Bond - der Potenzprotz

Ja, auch am gestrigen Abend waren die Bond-Festspiele großartig. Die Dschungelprüfung war so fies, wie es der Prahl-Agent verdient. Eintauchen in Fischschleim mit Kakerlaken, danach den schleimigen Kopf in Federn und Mehlwürmer gesteckt - und schon ist es fertig, das für Schadenfreude gemachte Bond-Gesicht. Doch das war längst nicht alles: Im "Dschungel-Fitness"-Parcours musste er sich noch mit Schlangen und Spinnen herum plagen, Fischabfälle auf sich regnen lassen und ein Protein-Shake mit Kakerlaken trinken. Geschieht jemanden Recht, der noch während der Prüfung den Mund zu voll nimmt und krakeelt: "Eins muss ich loswerden. Ganz ehrlich, wir hatten mit dem einen Stern von mir besseres Essen als mit Giulias zehn Sternen!" Schön auch, dass das köstliche Moderatorenpaar währenddessen bissige Kommentare in den freundlichsten Tönen flötete. Schade eigentlich, dass sich von nun an die Camp-Insassen untereinander für die Ekel-Aufgaben nominieren. Die Zuschauer hätten auch sicher weiterhin eifrig für Bond, Peter Bond angerufen. Ob sie für ihn per Telefon Geld ausgeben, damit er drin bleiben kann, ist bei so viel zu Schau gestellter Pseudo-Männlichkeit fraglich. Prognose: Er gehört nicht zu den Ersten, die gehen müssen. Aber auch nicht zu den Letzten. Und auf dem Weg nach Hause liegen noch einige Begegnungen mit unliebsamen Insekten. Denn Bond hat sich mit seinen Sprüchen auch unter seinen Zwangs-Kumpanen alles andere als beliebt gemacht.

Michael Meziani - der Zuhörer

Wer kennt ihn nicht, den großen deutschen Schauspieler? Nein, auch das Dschungelcamp wird diesem gut gebauten Kerl nicht dazu verhelfen, berühmt zu werden. Wie auch? Er scheint ja gar nicht schauspielern zu können. In seinen Jahren in der ARD-Vorabendserie "Marienhof" trat er genauso auf wie jetzt im Camp: Er redete auf die gleiche Weise, Gestik und Mimik waren auch identisch. Oder spielt er jetzt gerade die ganze Zeit eine große Rolle? Von ihm ist selten etwas mit zu bekommen. Man sieht ihn nur, wenn er zuhört. Und zwar immer den Frauen. Gestern Abend war es vor allem Ingrid van Bergen, die ihn zutextete. Vom niederträchtigen Menschen, der sich selbst zu Grunde richtet und vom Ende der Welt - so philosophisches Zeug halt, das nicht jeder versteht. Aber er hat brav zugehört. Zur Belohnung durfte er dann auch mal etwas machen: einen Schatz suchen. Gemeinsam mit Norbert Unscheinbar Schramm zog er los. Viel zu berichten gab es offenbar nicht, der Beitrag über das erfolgreiche Finden des Schatzes war denkbar kurz. Prognose: Er missfällt nicht. Gefällt aber auch nicht. Das hat wenige Anrufe und ein schnelles Ausscheiden zur Folge.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, warum Nico Schwanz bei den Urwald-Mädels hip ist und Gundis Zámbó mit heißem Körperkontakt punktet...

Ingrid van Bergen - die Weise

Diese Dame hatte Stil und sie ist der einzige Star in dem Haufen. Mit ihren 77 Jahren sieht sie auch nach acht langen Tagen im Wald mit wenig Essen frischer aus als einige andere der um Jahrzehnte jüngeren Dschungel-Kampierer. Noch ist zwar nicht klar, warum sie sich das antut. Aber warum immer nach den Gründen fragen? Sie mischt das Camp auf, gibt weise Ratschläge und sorgt für Unterhaltung. Vor einigen Tagen plauderte sie freimütig von der Nacht, in der sie ihren Liebsten tötete. Und gestern Abend erzählte sie Pikantes von ihrem guten Freund Udo Lindenberg: "Der ist als Kind ständig in meinen Film 'Zehn Rosen für den Staatsanwalt' rein gerannt - nur zum Onanieren." Wegen der Nacktszene, die die van Bergen in dem Skandal-Film hatte: Sie war durch einen Türspalt völlig unbekleidet zu sehen. Ob Herr Lindenberg das Dschungelcamp nun wegen der aufregenden Duschszenen unter dem Wasserfall schaut? Mittlerweile weiß das Publikum auch, welche Namen ein Liebhaber für Ingrid van Bergens Brüste gefunden hat: Sprunz und Schlimmbeck. Aha. Prognose: Wenn die van Bergen diesen Unterhaltungswert halten kann, wird sie noch lange bleiben. Und sich vielleicht am Ende die begehrte Krone aufsetzen dürfen.

Nico Schwanz - der Frauenversteher

Eins ist seit gestern Abend klar: Der Friseur kann nicht gut vorlesen. Er stotterte und stammelte und brachte die Wörter durcheinander, als er Giulias Briefe aus der Heimat vorlesen sollte. Giulia sagte dazu: "Ich wusste, dass ich bei Nico als Vorleser nicht emotional werden würde." Etwas voreilig, die Dame! Er hat es trotzdem geschafft - bei den Sätzen von den Kindern konnte sie trotz der Stotterei die Tränen nicht zurück halten. Es ist aber auch wirklich gemein von RTL, solche Hürden einzubauen. Da denkt man, man ist fernab der Zivilisation im wilden Dschungel und dann muss man vorlesen! Rechnen kann er übrigens auch nicht, der arme Nico. Aber zumindest das hat er mit den anderen gemeinsam: Auch er hatte sich verzählt und dachte, bereits jetzt müsste jemand ausscheiden. Bei den Frauen im Camp hat er einen Stein im Brett. Dirty-Dancing-Spiele mit Gundis im Teich, emotionale Gespräche des Nachts mit Giulia. Prognose: Wenn es nach den Urwald-Mädels geht, bleibt er lange. Doch das Publikum wird diesen ausdruckslosen Typen bald rauswählen.

Norbert Schramm - der, der eigentlich nicht da ist

Was soll man über jemanden schreiben, der so wenig auffällt wie der Ex-Eiskunstläufer? Hm. Ok, er hat mal geheult. Das zeigt RTL in jeder zweiten Sendung immer wieder. Und, was noch? Er ist nett. Aber "nett" gewinnt keine Dschungel-Krone. Entweder der Herr hat sich vornehm zurückgehalten, weil es noch um nichts ging und dreht jetzt, wo es ums Ausscheiden geht, richtig auf - zettelt Dramen an, wird enorm emotional, packt unerhörte Geschichten aus. Oder er bleibt, wie er ist. Prognose: Im unwahrscheinlichen ersten Fall bleibt er noch ein paar Tage. Im sehr wahrscheinlichen zweiten Fall fliegt er sehr bald raus.

Günther Kaufmann – der Teddybär

Er liegt auf seiner Liege und lacht gutmütig. Das ist seine Lieblingsposition, den ganzen Tag. Was bereits bekannt war: Er hat Schulden, das trieb ihn ins Camp. Er war im Gefängnis, weil er seine mittlerweile verstorbene Frau schützen wollte. Und er hat Ex-Frauen, die viel Geld kosten. Puh. Da ist das Dschungelcamp die reinste Erholung für ihn. Entsprechend ruhig bleibt er bei all dem Geschehen um ihn herum. Was gestern Abend bekannt wurde: Er hat seine Tabletten abgesetzt, fühlt sich so gesund wie lange nicht mehr und hat abgenommen. Letzteres hat er dem Protz-Bond zu verdanken, der für zu wenige Sterne sorgte. Was gestern auch noch zu erfahren war: Er findet Ratten widerlich und hätte die im Camp gefundene Ratte am liebsten getötet. Doch dafür hätte er von seiner Liege aufstehen und den Nager aus Lorielles Dekolletee befreien müssen. Was er natürlich nicht getan hat. Prognose: Der dicke Herr mittleren Alters hat einige Sympathien im Publikum und darf noch einige Zeit liegen bleiben.

Gundis Zámbó - die Männer-Frau

Flirtend von Anfang an. Oder mittlerweile immer öfter streitend. Ersteres mit Nico oder Michael - oder auch beiden gleichzeitig. Letzteres mit Giulia. Was die beiden in den vergangenen Tagen im Lager gezeigt haben, könnte der Anfang eines richtigen Zickenkriegs sein. Da wird ein Dialog darüber, ob man Reis von Anfang an in Milch kocht oder die Milch erst gegen Ende dazu gibt, zu einem hitzigen Streit, der ganz erwachsen endet mit "Lass mich doch auch mal machen!". Und so äußerte Gundis' Gegnerin Giulia auch vor der Kamera: "Mit Gundis richtig streiten? Das kann gefährlich werden." Trösten kann Frau Zámbó übrigens auch gut, wie sich bei der heulenden Lorielle am Ende der Sendung zeigt. Prognose: Wenn sie es auf mehr heißen Körperkontakt mit Nico anlegt und sich noch hitziger mit Giulia zofft, könnte sie es noch weit bringen im Dschungelcamp.

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