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Dschungelcamp 2014, Tag 11 Der Tollpatsch tankt Super

Ist Larissa auf Drogenentzug? Die Theorien im Camp werden immer wilder. Doch die Österreicherin ficht das nicht an. Nicht einmal ein Tobsuchtsanfall des Dschungeloldies kann ihren Höhenflug stoppen.
Von Mark Stöhr

Klopf, klopf, klopf. Ja, wer ist denn da? Der Jürgen. Hallo Jürgen! Was hast du uns denn heute mitgebracht? Wieder was ganz Feines. Scarlet Young sagt: Ich setz' mich mal. Das ist auch besser so, denn der Jürgen ist ein Vibrator-Vertreter und hat seine zwei neuesten Modelle dabei. Eins in grün und eins in rot. Die will Scarlet natürlich gleich ausprobieren. Das geht im Sitzen viel besser als im Stehen. Das ist wie beim Schuhe-Zubinden

Vielleicht würde sich Melanie Müller alias Scarlet Young in diesen Tagen wünschen, dass ihre ziemlich amtlichen Schmuddelstreifen nicht die große Runde machen würden. Das Internet ist ein Tratschweib und Schnell-Lieferservice. Da ploppt jede Peinlichkeit auf, man muss nicht einmal richtig danach suchen.

Eigentlich wäre "Melli", wie sie von ihren Fans genannt wird, vor diesem Hintergrund die perfekte Opernball-Begleitung für Richard "Mörtel" Lugner. Der österreichische Bauunternehmer bevorzugt Betonbusen an seiner Seite, das ist wahrscheinlich ein beruflicher Tick. "Melli" und "Mörtel" klingt auch gut. Doch Lugner zog stattdessen allen Ernstes Larissa Marolt als Escortdame in Erwägung, der man vieles vorwerfen kann, aber keine künstlichen Anbauten. Klopf, klopf, klopf – ist bei Lugners noch jemand zu Hause?

Glatzeder rastet völlig aus

Larissa ist mittlerweile jedoch wohl schon wieder aus dem Rennen. Der 81-jährige Lustgreis mit dem besonderen Gespür für Zement entschied sich dann doch für das US-Starlet Kim Kardashian. Machen wir uns nichts vor: Larissa hätte sich sowieso nur auf dem roten Teppich langgelegt und danach einen der Jungtänzer unten im Parkett von der Ehrenloge aus mit einem Champagnerkübel erschlagen. Gestern im Camp schüttete sie Winfried Glatzeder einen Topf heißes Wasser über die Finger. Danach war vielleicht was los!

Der alternde Schauspieler sieht nach elf Tagen Dschungel aus wie ein feuchter Laubhaufen. Er bewegt sich auch so. Als Larissa ihn verbrühte, durchfuhr den alten Marlboro-Mümmler jedoch ein Tornado, dass es nur so staubte. "Mensch, bist du blöd?", brüllte er die Österreicherin an, und man hatte für einen Moment die Sorge, dass er ihr mit der unverbrannten Hand grußlos eine scheuern würde. Natürlich schaltete sich Psycho-Jochen gleich in die Auseinandersetzung ein. Doch anstatt den DEFA-Derwisch in seine Schranken zu weisen, hieb auch er auf die 21-Jährige ein. Ein "Tollpatsch" sei sie, ätzte er, "total unreif", sie verhalte sich wie eine "Fünfjährige". Harte Worte waren das aus dem Mund des Kummerkastens, der durch keine Tür passt, aber normalerweise im Wollwaschgang argumentiert.

Gegen Larissa ist kein Kraut gewachsen

Man wird eben langsam nervös im Hause Bendel, Glatzeder und Müller. Die Drei sehen sich als die natürlichen Finalisten und müssen miterleben, wie Larissa nicht kleinzukriegen ist. Die blonde Bewegungslegasthenikerin scheint im Gegenteil mit jedem Tag immuner gegen die Anwürfe der anderen zu werden. Ihr Wahnsinn stabilisiert sich. Gegen den Marolt-Mörtel ist einfach kein Kraut gewachsen. Nicht einmal üble Nachrede.

Gabby, die Hofdame der Müllerin, versuchte es gestern mit einigen Mutmaßungen über den Gesundheitszustand Larissas, die sie jedoch – O-Ton – "nicht an die große Glocke hängen" wollte. These 1: "Ich glaube, die nimmt Drogen." These 2: "Ich frage mich, ob sie bestimmte Substanzen vermisst." Synthese: "Und ich dachte, wir seien eine cleane Gruppe." Ja, eine cleane Gruppe von hinterhältigen Miststücken, die sich als süße Mäuse verkleiden. Hoffentlich geben die Zuschauer der Berliner Sängerin den Laufpass noch vor ihrem österreichischen Arzt, mit dem sie so fad schäkert.

Auch Melanie machte sich Gedanken, zumindest im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Sie kommt ja mehr vom, nun ja, Handwerk. Während sich Jochen bei der Dschungelprüfung in den berühmten Kakerlaken-Sarg legte – Fazit: Der Typ ist selbst in Extremsituationen sterbenslangweilig –, richtete sie ihren Blick bang nach vorn. "Wenn Larissa gewinnen sollte", sagte sie, "dann würde ich den Glauben an die Menschheit verlieren." Dann würde es vielleicht auch wieder Zeit für einen Besuch von Jürgen, dem Vibrator-Vertreter. Klopf, klopf, klopf.

Ob eine gewisse Frau Schumann noch im Camp ist, fragen Sie sich? Körperlich anwesend: ja. Denn gestern Abend wurde niemand rausgewählt - dem Wendler sei dank. Oder undank, je nachdem, aus welcher Perspektive man das sieht.

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