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Dschungelcamp 2014, Tag 9: Die Ballade von Engelbert und Reinstecke Fuchs

Nach diesem Dschungeltag musste der weiße Riese Doppelschicht schieben. Doch nicht nur in Sachen Schleim von oben ging es schlüpfrig zu. Eine unschöne Überraschung wartete derweil auf Tanja.

Von Jens Wiesner

Da hilft auch kein Drei-Wetter-Taft: Gabbys Haarpracht, ein Opfer der jüngsten Dschungelprüfung

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Schlüpfrigkeit kennt keine Grenzen. Es sei denn, sie wird vor Mitternacht auf RTL ausgestrahlt. Da halten die Dschungelkameras seit Tagen auf jeden Schritt, zoomen auf Nasenlänge heran, wo es zwickt - und kneifen dann doch, wenn die real existierende Offenheit des Ostens mit voller Härte zuschlägt. Auftritt Melanie, Expertin für Frischfleich in allen Lebenslagen - nach der aktuellen Dschungelprüfung allerdings etwas eingeschmutzt. Ein nachvollziehbarer Zustand für jemanden, der gerade mit Schleim, Mehlwürmern, Melasse, Grillen, Federn und Dschungeldreck geduscht wurde. Weil Doktor Bob aber dummerweise seinen Kärcher verschusselt hat, bleibt nur noch eins: Sprung in den Teich und schrubben, schrubben, schrubben.

Ein verlegtes Handtuch, ein schüchterner Herr und der graziöseste Nacktspurt seit Ernie, dem Flitzer - die wichtigsten Zutaten waren da. Fehlte eigentlich nur noch ein dezent platzierter Haufen Stroh. Doch im Dschungelcamp bläst weder Graf Porno zum Zapfenstreich, noch lugt der junge Peter Steiner mit offenem Hosenlatz hinter der nächsten Palme hervor. Obenrum: Das ist okay, das muss sein, das bringt Quote. Untenrum, lieben Gruß an die Medien- und Sittenwächter, das lassen wir lieber. Sorry, liebe Freunde der Full Frontal Nudity. Gegessen wird eben doch im Internet. Oder am Badestrand auf Usedom.

Damals, im Ferienlager...

Über die Freuden bauchabwärts zu reden, das ging hingegen voll in Ordnung. Ein Hauch von Schullandheim wehte durch das Camp, die Geständnisse purzelten schneller als Schumanns Tanja "nach Hause telefonieren" stöhnen konnte: Mola (sieht seine Männlichkeit nicht durch Vibratoren bedroht), Meli (mag es nicht, wenn der Typ nach dem One-Night-Stand zum Frühstück bleibt), Gabby (hat eine Einladung in Justin Biebers Bett ausgeschlagen).

Als Gabby das Gespräch schließlich auf ihren besten, weil abschaltbaren, Freund lenkte, klingelten bei Meli die Glocken. Die geschäftlichen natürlich. Wäre dies nicht ein guter Zeitpunkt, um dezent die 2800 Vibrator-Modelle aus der eigenen Kollektion zu erwähnen? Dumm nur, dass die Eigenpromo mit einem Eigentor endete: "Ich mag am liebsten ja diese stinknormalen Teile ohne Reinsteckefuchs und so", gestand die Untenrum-Unternehmerin und schwärmte "Das geht Ruck-Zuck!" Und irgendwo in Berlin lief einem indischen Rosenverkäufer eine dicke Träne über die Wange. Herzlich willkommen im 21. Jahrhundert, wo selbst die Dildofee ihre Produkte mit Optimierungsprech und Effizienzsteigerung anpreist. Da schlackerten nicht nur Vorlaut Girl aus Österreich die Ohren.

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Aber Vorsicht - nicht überbieten!

Apropos Larissa. Die konnte zwar mit keiner Sexgeschichte aufwarten, lieferte dafür aber amüsante Dönekes aus der Familiengeschichte: Das elterliche Strandhotel Marolt - eine bizarre Mischung aus Lennie Bergers "Schlosshotel Velden" und Fawlty Towers. Die Eltern - Wiedergänger von Elvis und Marilyn Monroe. Die Tochter - groß geworden zwischen Angestellten, neben denen der Hausmeister aus "Scrubs" jede Mitarbeiter-des-Monats-Wahl gewinnen würde. Als da wären: Engelbert, der stets besoffene, Besen schwingenden Hausmeister, der schon mal seinem eigenen Chef vor die Füße rotzt. Oder Pauli, der Abwäscher mit der Trollfrisur, der manchmal im Gefängnis sitzt, weil er seine Alimente nicht zahlt, aber das Herz trotzdem am rechten Fleck trägt. So liebe Larissa, und wer von den beiden soll jetzt dein Herzblatt sein?

Für den Zickenterror des Tages sorgte ausnahmsweise aber nicht Larissa, sondern Gabby - und empfahl sich gleich als würdiger Ersatz. Gemeinsam mit Jochen, Marco und Meli musste die Pop-Rinne nämlich zur Dschungelprüfung antanzen und dabei auf den Spuren von Harry Wijnvoord und Walter Freiwald wandeln. Bei "Der Preis ist Reis" galt es, Schätzfragen zu beantworten - u. a. zu Doktor Bobs Alter (63) oder dem Gesamtklorollenverbrauch aller bisherigen "IBES"-Staffeln (182). Anders als beim Schlimmfraß-Holländer und dem Godfather-of-Home-Shopping wurde allerdings, wer danebenlag (oder überbot), mit glibbrigen Schleim, Matsch und Getier übergossen. Statt eines "ni­gel­na­gel­neuen Autooooooooooos" spielte das Drecksquartett um Futter für den Kochtopf. Das gelang eher mäßig: Nach neun Spielrunden trottenen die besudelten Vier mit mickrigen zwei Sternen heim, sahen aber aus, als hätte sich Slimer, der grüner Glibbergeister der Ghostbusters, heiß und innig an ihnen geschubbert.

Ein Rauswurf, der überraschte

Corinna Drews beteuerte derweil mit Engelszungen, während ihres Dschungelcamp-Quickies vor allem unter einem gelitten zu haben - Langeweile. In der Rückschau betrachtet sei ihre Teilnahme gar "nicht so wahnsinnig fordernd" gewessen. Sprach's, zog eine Schnute und orderte im Beautysalon erst einmal eine Rundumkur. Corinna - du magst vielleicht nicht das Format zur Dschungelkönigin haben, als Queen of Understatement schlägst du sie alle.

Bleibt noch die Frage, wen es als nächsten treffen sollte? "Ein paar Tage mit meinem Mann im Hotel - das wäre das größte für mich", hatte Schreinemakers ihre Schwester ihren Zuschauern ins Ohr geflötet. Tatsächlich sprach alles dafür, dass die Dame mit dem begrenzten Bewegungsradius an diesem Abend das Camp verlassen sollte. Selbst hinter den Kulissen hatte man offenbar auf Schumanns Auszug gesetzt und sie flugs auf eine Schatzsuche mit Captain Jack Sparrows Daddy geschickt. Abgang auf RTL, in einer Samstagnacht. Wäre ja passend gewesen. Doch wer zu offensiv um seinen Rauswurf bettelt, den lässt der Zuschauer bekanntlich gerne schmoren.

Und so fiel die Entscheidung der Anrufer tatsächlich gegen bzw. für bzw. gegen die Frau, die so gerne Dschungelparker gegen Hotelbademantel getauscht hätte. Tanja und ihr Schatzi - eine Liebesgeschichte fast so tragisch wie die der beiden Königskinder. Stattdessen musste jener Mann seine Koffer packen, der zu Beginn der Show noch nicht einmal eine eigene Wikipedia-Seite sein eigen nennen konnte: Julian F.M. Stoeckel. Doch auch hier: Von Trauer keine Spur. Im Geiste schwebte "Julian-Wer?" wohl schon im Kimono durch die Hotelflure. Ein kurzer Check im Internet dürfte ihm dann verraten, dass seine Campteilnahme doch nicht ganz erfolglos gewesen ist: Seit einigen Tagen listet Wikipedia einen gewissen Julian Frederick Moritz Stoeckel auf. Allerdings ist der Artikel bereits wieder zur Löschung vorgeschlagen. Begründung: Dschungelcamp allein macht nicht relevant. Wie gewonnen ...

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