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Dschungelcamp 2014: Larissa, der Mittelpunkt des Urwalds

Das halbe Land spricht seit dem Start des Dschungelcamps über sie: Wer ist diese Larissa Marolt, die ihre Mitbewohner zur Weißglut und die Zuschauer vor die Bildschirme treibt?

Von Carsten Heidböhmer

Wer sich einmal im Jahr das Dschungelcamp gönnt, ansonsten aber von den Niederungen des Privatfernsehens mitsamt all den Castingshows die Finger lässt, wird am Freitagabend sein blaues Wunder erlebt haben: Wer zum Teufel ist diese Larissa Marolt - die quasi im Alleingang die Sendung bestreitet und die übrigen zehn Teilnehmer dabei mühelos in den Schatten stellt? Wie noch in keiner der bisherigen acht Staffeln von "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" drückt eine einzige Person der Show ihren Stempel auf. Selbst eine Sarah Knappik brauchte 2011 ein paar Tage, ehe sie sich in den Vordergrund gespielt hatte. Mitstreiter Jochen Bendel sagte es so: "Larissa ist angekommen, aber ihr Gehirn ist noch nicht da."

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Die Österreicherin ist kein unbeschriebenes Blatt: Bereits im Februar 2009 gewann sie - damals 16-jährig - die Castingshow "Austria's next Topmodel" und qualifizierte sich damit automatisch für die vierte Staffel von "Germany's next Topmodel". Dort wurde sie zwar am Ende nur Achte, stach aber aus dem Teilnehmerfeld hervor: Ihre Auftritte zeichneten sich schon damals durch große Wehleidigkeit und übersteigerte Egozentrik aus. Bei schwierigen Aufgaben fiel sie immer wieder krankheitsbedingt aus - wodurch sie bei ihren Mitstreiterinnen nicht sonderlich beliebt war. Mal hatte sie eine "Magen-Grippe", ein anderes Mal ein #link;http://www.youtube.com/watch?v=rt4HlT_Lv_M; "Band überrissen"# und konnte nicht mehr auftreten. Die übrigen Topmodel-Bewerberinnen nahmen ihr das freilich nicht ab und unterstellten ihr Simulantentum. "Vor jeder Kleinigkeit hat sie ein Wehwehchen", klagte eine Kollegin. Schon damals blitzte ihr Nervpotenzial auf.

Ein Herz für Sacher-Torte

In den folgenden Jahren blieb sie dem Privatfernsehen treu: Sie zog in die ProSieben-"Model-WG" ein und übernahm kleinere Rollen in Sat.1-Soaps. Von 2011 bis 2013 studierte sie Schauspiel am legendären Lee-Strasberg-Institut in New York, wo schon Robert DeNiro, Scarlett Johansson oder Mickey Rourke ihr Handwerk erlernten. Marolts Karriere hat das offenbar nicht in Schwung gebracht, im Dschungelcamp gehört sie zu den Geringverdienern, ihr Honorar soll Medienberichten zufolge lediglich 25.000 Euro betragen.

Jüngst nahm sie bei der Kochshow "Das perfekte Promi-Dinner" auf Vox teil, die Sendung wurde passenderweise am Sonntagabend ausgestrahlt. Sie empfing ihre Gäste in der protzigen Villa ihrer Eltern im Heimatort Sankt Kanzian in Kärnten. Ihr Vater ist dort eine große Nummer: Er besitzt ein großes Hotel am Klopeiner See und war einige Jahre in der Lokalpolitik für die rechtspopulistische FPÖ aktiv. Von ihm hat sie wohl auch das Heimatbewusstsein, mit dem sie schon bei "Germany's next Topmodel" für viel Spott sorgte. Dort war sie mit den anderen Models auf einer winzigen Insel Santa Catalina Island vor der Küste Kaliforniens - und bestellte tatsächlich eine Sacher-Torte.

Die wird sie aber auch im Dschungelcamp nicht bekommen, von dem sie zunächst dachte, es sei kein echtes Camp, sondern ein Studio. Zunächst muss sie aber lernen, mit ihren Mitbewohnern - menschlich wie tierischer Art - klarzukommen. Bislang hat sie eher wenig Freunde im Camp. Jochen Bendel bezeichnete sie als "das Fukushima unter den Kandidaten", in den Augen von Melanie Müller ist sie "bei 'ner zu krassen Fete hängengeblieben" und Winfried Glatzeder brachte sie in der ersten Nacht um den Schlaf. Auch für den Zuschauer ist Marolt mit ihrer selbstsüchtigen und narzisstischen Art nur schwer zu ertragen. Dennoch muss man immer wieder hinschauen. Insofern ist Larissa Marolt für RTL ein Segen - sie ist bislang der Garant für die hervorragenden Quoten.