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Dschungelcamp 2015 Wo bleiben die guten Kandidaten?


Patricia Blanco, eine Ex-"Bachelor"-Kandidatin und jetzt "GZSZ"-Sternchen Jörn Schlönvoigt: Der große Wurf unter den Dschungelcamp-Kandidaten 2015 steht noch aus. Wird es dieses Mal langweilig?
Von Sarah Stendel

Der "Gute Zeiten, schlechte Zeiten"- Schauspieler Jörn Schlönvoigt soll nächstes Jahr ins Dschungelcamp ziehen, berichtet die "Bild"-Zeitung. Momentan ist der Soap-Star noch der dickste Fisch unter den angehenden Teilnehmern. Denn bisher lieferte RTL nur eine lange Liste von C-Promis, die kaum jemand kennt. Oder sagt Ihnen Roberto Blancos Tochter Patricia etwas? Oder der Name Aurelio Sauvino ("Bachelorette")? "Lindenstraßen"-Iffi Rebecca Siemoneit-Barum ist bei manchen Zuschauern vielleicht noch bekannt. Aber über die Namen Angelina Heger ("Bachelor") und Tanja Tischewitsch ("DSDS") dürfte nur gestolpert sein, wer sich im tiefsten TV-Trash auskennt.

Fast scheint es so, als würden RTL die gefallenen Promis ausgehen. Stattdessen ziehen Kandidaten ins Camp, die schon vorher alles dafür getan haben, um zweifelhafte Berühmtheit zu erlangen. Die amtierende Dschungelkönigin Melanie Müller war auch so eine: Eine unter vielen Ex-Kandidatinnen beim RTL-"Bachelor", die ungerührt in Kuhhoden biss und ihre Camp-Mitbewohner sächselnd rumkommandierte. Weil sie es so schon hundert Mal gesehen hatte. Weil sie wahrscheinlich schon Schlimmeres versucht hatte, um ihre Karriere in Schwung zu bringen. Und weil sie nichts zu verlieren hatte.

Darin könnte eine Gefahr bestehen: Wenn es nur noch Kandidaten gibt, von denen der Zuschauer sowieso nur Trash kennt oder schlimmer: noch nie gehört hat, dann verliert die Show ihren Reiz – oder etwa nicht?

Strategien, die gehörig daneben gehen

Ursprünglich lebte das Konzept Dschungelcamp tatsächlich von der Schadenfreude, bekannten Persönlichkeiten beim Scheitern zuzusehen. Mittlerweile ist es aber nicht nur das, was die Zuschauer an den Bildschirm zieht. Die Ekelprüfungen und Mutproben ähneln sich von Jahr zu Jahr - die Dynamiken zwischen den Camp-Bewohnern sind jedoch jedes Mal wieder anders. Denn egal ob tiefgefallener Promi oder aufstrebendes Sternchen: Fast alle legen sich eine Strategie zurecht, wenn sie in den Dschungel ziehen. Das kann gehörig daneben gehen, wie etwa bei Tanja Schumann, die sich möglichst langweilig gab und offen darauf hoffte, herausgewählt zu werden - was die Zuschauer ihr genau deshalb nicht gewährten. Es kann unfreiwillig komisch sein, wie bei Michael Wendler, der seine Selbstüberschätzung auch vor den anderen Bewohnern nie ablegte. Oder verdammt traurig, wie bei der Bohlen-Ex Naddel, die versuchte, mit blanken Brüsten Aufmerksamkeit zu bekommen. Extrem naive Teilnehmer wie Ex-Dschungelkönig Joey Heindle sind da die Ausnahme.

Das Spannende am Dschungelcamp sind längst auch die Inszenierungen der Promis, die in der Not getroffenen Camp- Freundschaften und -Feindschaften und das Ausloten von Rollenverteilung innerhalb des Camps. Und da ist es letztlich egal, ob jemand mal ganz oben war oder nur endlich dort hin will: Der Zuschauer belohnt Unterhaltung. Als Einschalt-Anreiz für die ersten Tage sind Promis vom Kaliber eines Helmut Berger oder eines Winfried Glatzeder sicherlich nicht schlecht. Unter den sieben bisherigen Dschungelkönigen war jedoch selten der Berühmteste der Teilnehmer. Eine Melanie Müller durfte sich die Krone jedoch schon aufsetzen. Sie trug sie mit Stolz.


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