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Dschungelcamp 2019: "Miracle Morning": Das steckt hinter Bastian Yottas Morgenritual

"I'm strong, healthy and full of energy": Bastian Yotta eröffnet seine Tage im Dschungelcamp mit dem "Miracle Morning"-Ritual. Erfunden hat es ein 39-jähriger Kalifornier. Das steckt dahinter.

Dschungelcamp 2019

Es sieht aus wie eine Sekte, die ihren Götzen anbetet: Bastian Yotta vollzieht mit seinen Mitbewohnern im Dschungelcamp das "Miracle Morning"-Ritual.

MG RTL D

Ein bisschen albern ist der Anblick schon, der sich dem Zuschauer des Dschungelcamp bietet. Da stehen erwachsene Menschen in einem Kreis, skandieren Parolen und singen am Schluss ein Lied, als wären sie in der Krabbelgruppe. "Miracle Morning" heißt dieses Ritual, zu dem Bastian Yotta seine Mitstreiter jeden Morgen einlädt.

Ausgedacht hat sich der selbsternannte Millionär das Konzept freilich nicht. Er hat es aus seiner kalifornischen Wahlheimat mitgebracht. Denn dort wurde die Methode erfunden. Sie stammt von Hal Elrod, einem 39 Jahre alten Kalifornier. Am Beginn dieser Erfolgsgeschichte steht – typisch amerikanisch – ein Mythos. Elrod erzählt, er habe im Alter von 20 Jahren einen schweren Autounfall erlitten und habe im Rollstuhl gesessen. Er habe jedoch beschlossen, dieses Opferschicksal nicht anzunehmen. Er lernte wieder Laufen und entwickelte eine Methode.

Das Ziel: Jeder soll der Mensch werden, der er sein möchte und der den gewünschten Erfolg in jedem Bereich seines Lebens erreicht. So schrieb er den Bestseller "Miracle Morning. Die Stunde, die alles verändert". Darin verspricht er den Lesern ein besseres Leben, wenn sie nur 60 Minuten früher aufstehen. 

Dschungelcamp: Daher hat Bastian Yotta sein Ritual

Die gewonnene Stunde soll nun auf eine bestimmte Weise genutzt werden. Elrod empfiehlt sechs Gewohnheiten, die er "Life-S.A.V.E.R.S." nennt. Jeder Buchstabe steht für eine Tätigkeit. "S" bedeutet Silence, Stille. Hier sind Atemübungen und Meditation angedacht. Das "A" steht für Affirmation: Man redet sich selbst stark und bestätigt sich. Gleichzeitig formuliert man Ziele. "V" bedeutet Visualisierung: Hier muss der Anwender Bilder seines Ziels erschaffen. "E", die Exercises, erfordern Bewegung, egal ob in Form von Yoga, Pilates oder Sit-ups. "R" - Reading - setzt eine inspirierende Lektüre auf den Plan. Und "S" - Scribing - verlangt, seine Gedanken und Ideen aufzuschreiben.

Das, was Bastian Yotta am Morgen im Dschungelcamp zelebriert, ist nur eine sehr lose Anlehnung an die sechs Gewohnheiten von Hal Elrod. Er konzentriert sich vor allem auf das "A", die Affirmation, die in dem gemeinsam gesprochene Mantra "I'm strong, healthy and full of energy" Niederschlag findet. Die Gruppenmitglieder sollen sich hier stark reden. Wenn man sich nur lange genug einredet, wie toll man ist, dann wird man es auch. Zumindest glaubt Yotta das. Folgt man dieser Weltsicht, kann es nur eine plausible Erklärung geben, weshalb Gisele Oppermann am Sonntag bei ihrer Dschungelprüfung versagt hat und ohne Sterne ins Camp zurückgekehrt ist: Sie hat nicht am "Miracle Morning" teilgenommen. Das hat Yotta ernsthaft behauptet.

Noch findet diese sehr amerikanische Philosophie im Dschungelcamp ihre Anhänger. Doch der Zulauf zu der Lehre schwindet. Schon am zweiten Morgen war das Lager gespalten: sechs folgten Meister Yotta, sechs boykottierten das Ritual. So erfolgreich wie Hal Elrod, das kann man schon jetzt sagen, ist Bastian Yotta mit der Methode jedenfalls nicht.

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