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TV-Kritik

Dschungelcamp 2019, Tag 15: Alles gut? Alles Scheiße! Gleich drei Kandidaten machen die Flatter

Kurz vor Toresschluss drehen die Lageristen noch einmal am Rad, alles muss jetzt raus: Baby-Beichte, Penis-Hygiene, Last-Minute-Psychosen. Und dazu gleich drei Bewohner, denn der RTL-Server funktionierte wieder. Gott sei Dank.

Von Ingo Scheel

Dschungelcamp 2019

Chris (2.v.r.) war an Tag 15 der Bruce Willis des Dschungelcamps

So ein bisschen war es mit dem Chris diesmal wie beim Bruce Willis in "Sixth Sense". Eigentlich ist er hinüber, darf aber dennoch fast ungehindert durchs Bild latschen. Na ja, so ähnlich jedenfalls. Am Anfang der Sendung wurde ihm mitgeteilt, dass er ausziehen muss. Also eigentlich hätte er schon am Vortag fliegen sollen, aber da gab es ja nun mal den Shutdown bei RTL, mit dem Ergebnis, dass der Server keinen Saft hatte, der Wahlomat auf Reserve lief und das Rauswurf-Ergebnis nicht ausspucken wollte.

Chris, der Bruce Willis vom Dschungelcamp

So mussten nun, zum ersten Mal in der 13-jährigen Geschichte des Dschungelcamps, gleich drei Leute in einer Sendung das Köfferchen packen. Als erstes war, siehe oben, der Chris am dransten. Alles hat ein Ende, das weiß man, auch der Currywurstmann. Danach aber gab es die Rückblende nach Camp-Art, Serviervorschlag "Was bisher geschah". Im Mittelpunkt dabei natürlich auch der Currywurstmann, obwohl ja irgendwo in den Tiefen der RTL-Rechenzentrale schon das Kündigungsschreiben für ihn schlummerte. Ganz ehrlich: Wäre schade, wenn man das verpasst hätte. Dem Server sei Dank, Hauptsache, er hält bis Samstagnacht durch. Nicht auszudenken, wenn das alles auch noch in die Verlängerung geht.

Camp-Beichten kurz vor Toresschluss

Aber der Reihe nach, denn hier ploppten noch einmal die Seelenpickel auf, als würde morgen das Clearasil verboten. Am ärgsten erwischte es Sandra, die sich durch Felix' Babyerwartungsfreuden an eine unschöne und bis heute belastende Episode erinnerte. Das geriet so "real", um es mit Felix zu sagen, dass auch beim Bastian alte Wunden aufplatzten und dem Mentor das Wasser in die Augen trieben. Ein krasser Stimmungswechsel, hatte Miracoli-Man doch kurz zuvor einen kongenialen Penis-Monolog in die Welt entlassen, nach dem die Geschichte der Piephahn-Hygiene wohl neu geschrieben werden muss: "Mein Schwanz ist das sauberste Teil am Körper, deswegen wasche ich mir auch vorm Pinkeln die Hände, wegen der ganzen Sachen, die ich angefasst habe, und nicht hinterher. Ich piss’ mir ja nicht auf die Hände", hieß es da und Peter guckte kurz so stirnrunzelnd, als würde er überlegen, einen Song draus zu machen.

So richtig Achterbahn aber fuhr es beim Chris zwischen den Ohren, nachdem man mit vereinten Kräften bei einer Dschungelprüfung namens "Schwingerclub" lediglich zwei Sterne eingesackt hatte. Was mag Gisele wohl denken? Kaum ist sie raus, gibt es harmlose Actionprüfungen mit ein bisschen Jump & Plantsch. Wer weiß, vielleicht wäre Chris etwas ruhiger gewesen, hätte ihm ein Krokodil irgendwohin gepullert oder er Kutteln vom Känguruh verzehren sollen, so aber funkte seine nichtabgebaute Energie wie ein Atomreaktor in der Mittagssonne. Alles Scheiße. Alle scheißen sich in die Hose. Das ganze Gelaber. Alles Mist. Schön gesprungen, aber Ergebnis Scheiße. Zwei Sterne ist Scheiße, das ist eine Scheiße. Sauer. Abgang. Stinkesauer. Tschüss. Scheiße. Jetzt aber mal ehrlich.

Töpperwien legt sich mit allen an

Selten wohl fegte ein so überraschender Tourette-Tornado durchs Camp, nicht mal der olle Vincent Raven auf Tabak-Turkey ging so extrem ab wie der cholerische Chris. Entsprechend die Fassungslosigkeit beim Rest der Gang, selbst Neulich-noch-Intimfeind Bastian war "so enttäuscht, dass das vom Chris zuvor anscheinend alles nur performt war." Auch Sandra gab sich konsterniert:  "Ich hab echt gedacht, das ist vielleicht doch nicht so ein Arschloch. Aber ich hab mich getäuscht!". Scheiße noch eins, das saß.

Als Bastian dann auch noch ein paar Bohnen vom Holzlöffel probierte, was wiederum Chris bekanntermaßen noch nie so richtig dufte fand, sah es für eine Minute lang so aus, als würden die beiden am Ende doch noch in den Infight gehen. Schade, dass sie sich so fix wieder beruhigten. Es ist eben so wie SHE-Man (S-trong, H-ealthy, E-nergy) ganz offen zugab: Alle sind mittlerweile doch ziemlich im Eimer.

Der Rest im traditionellen Themen-Häcksler: Chris findet, er sieht "behindert aus mit der schiefen Brille im Scheiß-Fernsehen". Evelyn vermutete, dass der Serverausfall auf einen nicht ordnungsgemäßen "Stromdurchlauf" zurückzuführen war. Und Felix wunderte sich, warum denn alle so schlecht drauf seien. Darüber darf er am Lagerfeuer noch ein wenig länger nachdenken, denn er gehört zusammen mit Evelyn und Peter zu den drei Finalisten, die den Titel des Dschungelkönigs, der Dschungelkönigin am Abend unter sich ausmachen werden. Peter strahlte schon jetzt etwas subtil Royales aus, seine Abschiedsworte an Bastian hätten auch von Prinz Philip stammen können: "Du warst ein toller Mensch". Scheißgut!

Woher kennt man eigentlich Evelyn Burdecki?