HOME

Stern Logo Dschungelcamp

Halbzeitbilanz Dschungelcamp 2014: Plastikbusen, Machos und Querulanten sind out

Die erste Woche ist rum, ab heute muss täglich ein Kandidat das Dschungelcamp verlassen. Zeit für eine Zwischenbilanz: Fünf Lehren, die wir aus der aktuellen Staffel von "Ich bin ein Star" ziehen.

Von Carsten Heidböhmer

Halbzeit im Dschungel! Die Kandidaten haben die erste Woche überstanden, und mit Ausnahme des Wendlers ist niemand über Bord gegangen. Die Bilanz fällt uneingeschränkt positiv aus. Schon jetzt lässt sich sagen: Es ist das Camp der Rekorde. Die Folge am vergangenen Mittwoch hatte mit 51 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen die beste Quote ever. Das hat einige Gründe: Die Zusammensetzung der Promis ist gelungen, die Chemie stimmt beziehungsweise stimmt manchmal gerade nicht. In jedem Fall macht es Spaß, den Campern bei ihrem täglichen Treiben zuzuschauen. Und aus den ersten sieben Tagen lassen sich einige Lehren ziehen.

1. Wer unsozial ist, wird abgestraft

Diese Erkenntnis ließ sich schon aus früheren Staffeln gewinnen, doch selten reagieren die Zuschauer so konsequent auf unsoziales Verhalten wie diesmal. Zunächst bekam die Dauer-Egozentrikerin Larissa den Zorn der Zuschauer zu spüren. Sie stellte permanent ihre eigenen Belange über die Teaminteressen. Und musste dafür in den Prüfungen bluten. Doch auch der polternde Mola Adebisi und der Dauer-Grantler Winfried Glatzeder wurden abgestraft. Selbst die populäre Melanie Müller wählten die Zuschauer in die Prüfung, als sie etwas zu resolut die Camp-Herrschaft an sich riss.

2. Die Zuschauer lieben Entwicklungsgeschichten

Immer wieder Larissa. Selten hat eine Kandidatin die Zuschauer vom ersten Tag an so gegen sich aufgebracht. Acht Prüfungen musste vor ihr noch keine Kandidatin bestreiten - damit ist sie schon jetzt einsame Rekordhalterin. Doch während die Zuschauer in den sozialen Netzwerken anfangs über die Österreicherin spotteten, ist die Stimmung inzwischen gekippt. Mehr und mehr User outen sich als Anhänger. Das Hashtag #teamlarissa findet zunehmend Verbreitung: 447 Mal wurde es in der zurückliegenden Woche verwendet, davon allein mehr als 200 mal in den vergangenen 24 Stunden. Der Grund: Die Zuschauer lieben es, wenn sich Menschen im Dschungelcamp entwickeln. War es vor einem Jahr die Mannwerdung des Joey Heindle, die das Publikum begeisterte, so könnte diesmal die Zähmung der Superzicke die große Erzählung werden. Setzt sich dieser Trend in der zweiten Woche fort, kann es nur eine Siegerin geben: Larissa.

3. Billige Erotik kommt nicht an

Was mussten die Zuschauer von "Ich bin ein Star" in den vergangenen Jahren nicht alles über sich ergehen lassen: Berge von Silikon, die aufgetürmt locker den Ayers Rock übertreffen würden, von Kandidatinnen wie Indira Weis schamlos in Szene gesetzt. Mit der Teilnahme von Melanie Müller und Gabby Rinne stand diesmal ähnliches zu befürchten. Doch weit gefehlt: Die Kandidatinnen halten sich - im Rahmen ihrer Möglichkeiten - bedeckt. Und wenn nicht, wird das im täglichen Zusammenschnitt bei RTL nicht übermäßig bedacht. Denn künstliche Brüste gibt es an jeder Ecke zu kaufen. Das Dschungelcamp aber ist einmalig und echt.

4. Keine Chance für Machos

Die Geschichte ist Jahrhunderte alt, wiederholt sich immer wieder, aber funktioniert nicht mehr. Frauen machen die Arbeit - und Männer ernten die Früchte. Mit der billigen Nummer wollte auch Mola Adebisi den Ruhm für acht gemeinsam erspielte Sterne für sich reklamieren - obwohl Larissa den deutlich schwierigeren Part übernehmen musste. Die Rechnung hat er ohne das Publikum gemacht: Er muss erneut zur Prüfung antreten.

5. Bei RTL müssen Langweiler draußen bleiben

Elf Kandidaten sind ins Dschungelcamp 2014 gezogen. Zu sehen sind meistens nur Larissa, Mola, Gabby, der Glatzenpeter und die Müllerin. Hat irgendjemand mitbekommen, dass Corinna Drews, Marco Angelini oder Tanja Schumann auch dabei sind? Sie tragen offenbar fast nichts Unterhaltsames bei - und RTL sieht deswegen keinen Grund, sie über Gebühr zu zeigen. Und bei Larissa Marolt war schon am ersten Tag abzusehen, dass sie polarisiert und das Publikum zum Einschalten animieren wird. Deswegen hat sie den Zusammenschnitt der ersten Tage dominiert wie nie zuvor eine Kandidatin. Das dürfte sich für beide auszahlen: RTL bekommt Traumquoten - und Larissa gilt inzwischen als ernsthafte Anwärterin auf die Dschungelkrone.