HOME

Eurovision Song Contest: Lee Lin Chin - Australiens heimlicher Star

Überraschung für die Zuschauer. Beim ESC verkündete nicht etwa eine braungebrannte Strandschönheit für Australien die Punkte, sondern eine etwas betagte, asiatische Lady. Also, wer ist Lee Lin Chin?

Lee Lin Chin ist in Australien eine gefeierte Talklady und Nachrichtensprecherin

Lee Lin Chin ist in Australien eine gefeierte Talklady und Nachrichtensprecherin

Anlässlich des 60. Jubiläums des Eurovision Song Contests durfte auch Australien beim größten Musikwettbewerb der Welt teilnehmen. Den Australiern wird nachgesagt, schon seit vielen Jahren begeisterte Fans des ESC zu sein. Und so wurde auch tatsächlich ein kleiner Star ins Rennen geschickt. Guy Sebastian hat im Jahr 2003 die Castingshow "Australian Idol" gewonnen und ist seither aus den nationalen Charts nicht mehr wegzudenken. Sein Lied "Tonight Again", was ein wenig an Bruno Mars erinnert, ist funkig und geht in die Beine.

Aber Australien entsendet auch noch einen zweiten, auf den ersten Blick eher unscheinbaren Star: Lee Lin Chin. Die chinesisch-stämmige Mittsechzigerin verkündete die Ergebnisse des australischen Televotings und stach inmitten einer Schar junger, braungebrannter TV-Sternchen mit blitzenden Zähnen doch sehr heraus. Sie wirkt zerbrechlich, als könnte sie kein Wässerchen trüben. Dabei hat es Lee Lin Chin faustdick hinter den Ohren.

"Ich höre sogar manchmal Musik"

In Indonesien geboren, in Singapur aufgewachsen, beginnt sie ihre Fernseh- und Radiokarriere in den späten 60ern. Im Jahr 1980 migriert sie nach Australien. Zunächst verdient sie sich ihr Geld damit, chinesische Filme zu übersetzen, doch sie sehnt sich nach der Arbeit in Aufnahmestudios und wird Nachrichtensprecherin für internationale Formate.

Seit einiger Zeit widmet sich Lee Lin Chin nun aber nicht ganz so ernsthaften Formaten. Sie legt sich mit Nachrichtensprechern an, twittert was das Zeug hält und berichtet zynisch über den neuesten Klatsch und Tratsch aus der Welt der Promis.

Über ihre Nominierung als australische Sprecherin für den Eurovision Song Contest war sie hocherfreut. Auf die Frage, ob sie Probleme damit hätte, für die Live-Übertragung in aller Frühe aufzustehen, antwortete sie gegenüber "SBS News": "Ich mache mir keine Sorgen darüber. Ich gönne mir einfach eine Pause von den Clubs für 20 Minuten." Außerdem sei sie für den Job bestens qualifiziert: "Ich war nicht nur schon mal in Europa. Ich höre sogar manchmal Musik."

kgi