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Ex-ZDF-Chefredakteur: Der Unbeugsame: Nikolaus Brender wird 70

Nikolaus Brender hat gleich zweimal Mediengeschichte geschrieben. Einmal wies er den Bundeskanzler in die Schranken, das andere Mal musste er als Chefredakteur gehen und löste eine Debatte aus, von der ARD und ZDF noch heute profitieren.

Nikolaus Brender

Nikolaus Brender feiert seinen 70. Geburtstag. Foto: Britta Pedersen

Nikolaus Brender hatte nie den Ruf, konfliktscheu zu sein. Gerhard Schröder, auf Krawall gebürstet, erklärte ihm in der Elefantenrunde nach der Bundestagswahl im September 2005 vor laufender Kamera, er bleibe Bundeskanzler - «auch wenn Sie dagegen arbeiten» - ein starker Vorwurf an den Moderator und damaligen ZDF-Chefredakteur.

Brender reagierte sofort: «Sie haben von Medienmacht und Medienkampagne gesprochen. Ich weise Sie darauf hin, dass der ARD und dem ZDF dies nicht vorzuwerfen ist.»

Die Szene hat Mediengeschichte geschrieben. Schröder (SPD) blieb dann doch nicht Bundeskanzler, Angela Merkel (CDU) wurde neue Regierungschefin. Und Brender machte noch mehrfach als ein Journalist von sich reden, der auf Unabhängigkeit pocht und gegenüber Politikern stets selbstbewusst auftritt. Am Donnerstag (24. Januar) wird er 70 Jahre alt.

Mindestens so prominent wie für die Auseinandersetzung mit Schröder ist Brender noch für einen anderen Streit: den um den Einfluss der Parteien auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Der damalige hessische CDU-Ministerpräsident Roland Koch hatte angekündigt, dass Brenders Vertrag als ZDF-Chefredakteur nach 2010 nicht verlängert werden solle. Der ZDF-Intendant sprach sich für Brender aus. Aber die nötige Mehrheit im ZDF-Verwaltungsrat, dessen stellvertretender Vorsitzender Koch war, erhielt Brender nicht und musste abtreten. «Ein Schulbeispiel für den Parteieneinfluss» nannte der «heute-journal»-Moderator Claus Kleber den Fall Brender später.

Mit dem Thema beschäftigte sich schließlich das Bundesverfassungsgericht. Es urteilte 2014 unter anderem, dass in den Aufsichtsgremien des ZDF wie dem Verwaltungsrat nur noch höchstens ein Drittel der Mitglieder staatsnah sein dürften. Für die Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks war das eine erhebliche Stärkung. «Die Verkündigung des Urteils in Karlsruhe selbst mitzuerleben, gehörte zu den schönsten Momenten meines Nach-Berufslebens», sagte Brender kurz vor seinem runden Geburtstag.

Bei öffentlich-rechtlichen Sendern hat Brender den Großteil seines beruflichen Lebens verbracht: Schon fürs Volontariat ging er 1978 nach dem Jura-Studium zum damaligen Südwestfunk (SWF, heute SWR). Dort arbeitete er als Redakteur und Reporter, wechselte später in die Redaktion der ARD-«Tagesthemen», war fünf Jahre lang ARD-Auslandskorrespondent in Buenos Aires, dann beim WDR unter anderem Auslandschef und Fernsehprogrammchef. Und schließlich von 2000 bis 2010 ZDF-Chefredakteur.

Inzwischen lebt der mehrfach ausgezeichnete Journalist in Berlin - für Brender «die spannendste Stadt zur Zeit in dieser Republik mit einer Kulturszene, die sich nicht nur in den großen Häusern wiederfindet». Für die Zukunft hat sich er vorgenommen, sich bei der Initiative «Journalisten an Schulen» zu engagieren. «Denn ich spüre gerade bei jungen Leuten, wie verzerrt sie die Arbeit von Journalisten sehen.»

dpa
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.